

Für den Neubau der beiden Hochbahnsteige in der Limmerstraße wollen Enercity und die Infrastrukturgesellschaft (infra) Region Hannover Mitte 2027 ihre gemeinsame Großbaustelle im Abschnitt zwischen Küchengarten, Fössestraße und Kötnerholzweg eröffnen. Infra-Betriebsleiter Martin Vey hat gestern in der öffentlichen Sitzung vom Stadtbezirksrat Linden-Limmer den aktuellen Rahmenterminplan bis Anfang 2031 für die Komplettsanierung der Wasser-, Gas-, Strom- und Fernleitungen und den Neubau der beiden Hochbahnsteige Leinaustraße und Am Küchengarten vorgestellt. Fest steht, dass dafür der Bus- und Stadtbahnbetrieb ab Anfang 2028 eingestellt wird. Völlig offen dagegen ist, wie Anlieger, Einzelhandel, Gastronomie und Besucher auf die erheblichen Veränderungen – Außengastronomie an den Hochbahnsteigen etwa ist nicht mehr möglich – reagieren werden.
Der Bau der jeweils 45 Meter langen neuen Hochbahnsteige in Linden-Nord ist für den öffentlichen Nahverkehr wie auch das gesamte Leitungssystem von Enercity in diesem Quartier folgenreich: Am Küchengarten muss ein provisorisches Kehrgleis angelegt, die Routen und Taktungen der Buslinien 700 und 170 neu geplant und das veraltete Leitungssystem in der Limmerstraße erneuert und verlegt werden. Denn künftig dürfen sie nicht mehr unter den Haltestellen verlaufen. Betroffen sind auch viele Nebenstraßen wie die Elisen-, Leinau- und Pfarrlandstraße. Die infra wird zudem die Gleisanlagen der Linie 10 zwischen den Haltestellen Schleusengrund und Endhaltestelle in Ahlem sanieren und erneuern. Der Bau der beiden Hochbahnsteige in der Limmerstraße beginnt erst in der zweiten Jahreshälfte 2030. Dann soll auch der Bau des Hochbahnsteiges an der Haltestelle Harenberger Straße starten.
Bus- und Stadtbahnbetrieb wird eingestellt
Damit der Zeitplan zu halten ist, muss der Bus- und Stadtbahnbetrieb in der Limmerstraße zwischen Sommer 2028 und Winter 2030 komplett eingestellt werden. Die Buslinien 700 und 170 sollen ab Sommer auf neuen Routen über den Kötnerholzweg fahren, die Stadtbahnlinie 10 wird im September 2028 gesperrt. „Die Region will die Taktung der Busse verbessern und plant eine neue direkte Buslinie bis nach Ahlem“, kündigte Vey an. Voraussichtlich im Sommer 2027 sei sie „sprechfähig“ und werde ihre Planungen im Stadtbezirksrat vorstellen.
5 weitere Hochbahnsteige
Weitere Hochbahnsteige sind im Stadtbezirk Linden-Limmer an den 5 Haltestellen vorgesehen.
- Am Lindener Hafen
- Bernhard-Caspar-Straße
- Nieschlagstraße
- Am Lindener Marktplatz und
- Harenberger Straße
Für die Haltestelle Am Lindener Hafen und Harenberger Straße konnte Veit neue Details mitteilen: Im Sommer 2027 sollen die Bauarbeiten für die neue Haltestelle Am Lindener Hafen beginnen, der Bahnsteig wird in der Davenstedter Straße entstehen. Für die Haltestelle in Limmer habe eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass der Hochbahnsteig dort nur mit einer Rampe am jetzigen Haltestellenstandort gebaut werden könne, damit die Kirchhöfnerstraße nicht gesperrt werden müsste. Die Baumaßnahme soll zeitgleich mit den Arbeiten an den Haltestellen in der Limmerstraße erfolgen.

Es wird noch schlimmer als befürchtet. Für mindestens 5 Jahre wird in Linden-Nord das Chaos herrschen. Die Limmerstraße wird weitgehend zu einer offenen Baugrube. Anwohner und Gewerbetreibende sind nicht zu beneiden. Aber auch drumherum wird es unangenehm. Der Ersatzverkehr wird über die Fössestraße abgewickelt. Megastaus werden die Regel sein.
Martin Vey hat einen Zeitrahmen genannt, der unrealistisch ist. Bis Anfang 2031 werden die Baumaßnahmen nie und nimmer fertig sein. Schon die Errichtung der Hochbahnsteige „Freizeitheim Linden“ und „Glocksee“ hat länger gedauert, obwohl die Arbeiten nicht so aufwendig waren. Offensichtlich soll die wahre Bauzeit verschleiert werden. Herr Vey spielte damit auch die Frage eines Mitglieds aus dem Bezirksrat herunter, inwieweit es Überschneidungen mit anderen Baumaßnahmen (z.B. Westschnellweg) gebe. Damit sei nicht zu rechnen. Dies sei mit den anderen Behörden abgestimmt. Wer nicht selbst von den katastrophalen Auswirkungen betroffen ist, kann viel erzählen und wird später von der Wahrheit eingeholt.
In der gleichen Zeit hätte man auch die Limmerstraße untertunneln können, um danach die Autos weg zu pollern.