
Ab September 2028 wird die Limmerstraße voraussichtlich für mehr als zwei Jahre für die Stadtbahnlinie 10 gesperrt. Für Fahrgäste der Stadtbahnlinien 10 und 12 sowie der Busse 120, 170 und 700 hat die Region Hannover ein Konzept für einen weitgehend barrierefreien Ersatzverkehr zwischen den Haltestellen Ahlem und Glocksee entwickelt. Wesentliche Bausteine sind die neue Buslinie 110, eine Umstellung auf den 10-Minuten-Takt und eine neue Haltestelle an der Fössestraße für die Linie 10. Das Konzept ist mit den Verkehrsunternehmen und der Stadt abgestimmt. Aus der Sicht der Fachabteilungen sind nur noch Details anpassbar. Einschränkungen wird es vor allem für Fahrgäste aus Ahlem und Pendler aus der Region mit Fahrziel Innenstadt geben. Das wurde bei der ersten öffentlichen Information im Freizeitheim Linden deutlich, zu der die Stadt auf Initiative der Bezirksbürgermeister Rolf Schulz (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt) und Rainer-Jörg Grube (Linden-Limmer) eingeladen hatte.

Drei neue Hochbahnsteige

An den Haltestellen Küchengarten und Leinaustraße in Linden-Nord sowie Harenbergstraße in Limmer werden zeitgleich neue Hochbahnsteige gebaut. Bereits im Sommer 2027 beginnen Enercity und die Infrastrukturgesellschaft (infra) mit vorbereitenden Arbeiten in der Limmerstraße wie der Komplettsanierung der Wasser-, Gas-, Strom- und Fernleitungen. Damit die geplante Bauphase bis Anfang 2031 zu halten ist, können Stadtbahnen und Busse mit Beginn der eigentlichen Arbeiten an den Hochbahnsteigen in dem Streckenabschnitt Küchengarten – Endhaltestelle Ahlem nicht mehr fahren. Der Zeitrahmen von rund zweieinhalb Jahren bezieht sich laut Angaben der Region auf die reine Bauzeit für die Hochbahnsteige. „Die Bahnen können danach wieder fahren. Es wird aber noch Baustellen geben, etwa an den Gehwegen.“
Fahrgastbefragung Ende 2025
Für das Konzept hatte die Üstra Ende 2025 Fahrgäste der betroffenen Bahnen und Busse zu ihren Fahrtzwecken, der gesamten Reisestrecke, Einstiegs- und Ausstiegshaltestellen sowie bei einem Ausstieg in Linden-Nord das Ziel innerhalb des Stadtteils. „Wir können sicher sagen, dass die meisten Gäste keine Einschränkungen erleben werden, weil sie vor allem zwischen Küchengarten und Hauptbahnhof unterwegs sind“, sagte Markus Knoblich.
Baustellen und Gesundheitsvorgaben
Für das Konzept mussten die Fachleute die gesamte Baustellensituation in der Stadt, Abstellmöglichkeiten für die Gelenkbusse sowie Pausenregelungen und Zugang zu öffentlichen Toiletten für das Fahrpersonal berücksichtigen. „Voraussichtlich wird genau in dieser Zeit die Brücke im Zuge des Eichenbrink über den Stichkanal Linden neu gebaut und eventuell beginnen auch die Arbeiten am Westschnellweg“, nannte Knoblich zwei Beispiele.
Wie wird der Nahverkehr organisiert?
Bereits ab Sommer 2027 sollen die Busse wegen der Tiefbauarbeiten nicht mehr durch die Limmerstraße fahren, teilten die Regionsvertreter bei der Veranstaltung mit. Die Busse würden dann bereits die Route über den Kötnerholzweg nutzen. In ihrer Pressemitteilung von heute nennt sie diese weiteren Details für die Kernzeit der Sperrung der Limmerstraße:
Die Linien 10 und 12 bleiben als verkürzte Verbindung zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Am Küchengarten in Betrieb. Am Küchengarten wird hierfür ein temporärer Endpunkt in der Fössestraße gebaut. Für die Weiterfahrt in Richtung Limmer und Ahlem ist eine Kombination aus mehreren Buslinien vorgesehen:
- Linie 110: Die Linie wird für die Zeit der Baumaßnahme neu eingerichtet und verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Glocksee und Ahlem. Durch zusätzliche Sonderfahrten vor Schulbeginn und nach Schulschluss stellt sie zudem die Schülerbeförderung von Ahlem zum Gymnasium Limmer sicher.
- Linie 170: Die Linie fährt zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Wasserstadt Limmer über den Kötnerholzweg und wird auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet.
- Linie 700: Die Linie ergänzt den Ersatzverkehr mit ihrer bestehenden Verbindung zwischen Hauptbahnhof/ZOB und den bekannten Endpunkten Seelze, Lohnde und Dedensen. Diese Linie verkehrt ebenfalls über den Kötnerholzweg.

Wie häufig fahren die Linien?
- Die Stadtbahnlinie 10 fährt während der Hauptverkehrszeit alle zehn Minuten zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Am Küchengarten. Die Stadtbahnlinie 12 (Nachtsternverkehr) fährt im 60-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Am Küchengarten.
- Entlang des Korridors Linden-Limmer sorgen die Buslinien 110 und 170 mit jeweils einem Zehn-Minuten-Takt gemeinsam für eine Fahrtmöglichkeit etwa alle fünf Minuten.
Zusätzlich wird dieser Abschnitt auch von der Linie 700 bedient, die ebenfalls alle zehn Minuten, in der Hauptverkehrszeit sogar achtmal die Stunde, verkehrt.
Wo halten die Ersatzbusse?
- Es werden Ersatzhaltestellen insbesondere in der Fußgängerzone Limmerstraße und der Harenberger Straße eingerichtet.
- Am Küchengarten sind Ersatzhaltestellen für die Linien 110, 170 und 700 in der Fössestraße vorgesehen. Ein Umstieg zwischen Stadtbahn und Bus ist dort möglich, wenngleich nicht barrierefrei. Die nächstgelegene barrierefreie Umsteigemöglichkeit der Linie 110 befindet sich an der Haltestelle Glocksee, die gleichzeitig der Endpunkt der Linie 110 ist. Weitere Ersatzhaltestellen sind unter anderem am Kötnerholzweg, an der Fröbelstraße, am Freizeitheim Linden, an der Harenberger Straße und an der Gedenkstätte Ahlem geplant. Am Stadtbahnendpunkt Ahlem werden die Ersatzbusse in der Heisterbergallee halten.
Die Ersatzhaltestelle Freizeitheim Linden soll dauerhaft als barrierefreier Halt bestehen bleiben.
Schwierigste Baustellen kommen noch
Wenn das Vorhaben abgeschlossen ist, kommen auf den Stadtbezirk Linden-Limmer laut Knoblich die schwierigsten Baustellen zu, damit die Linie 9 komplett barrierefrei wird: Die Haltestellen Lindener Marktplatz und Nieschlagstraße müssen noch neue Hochbahnsteige erhalten.
Zur Folie 26: Aus Sicht von Linden-Nord wäre es besser, auch an der Ankunftshaltestelle in der Fössestraße in die Bahn einzusteigen. Bei einer Abfahrt in der Spinnereistraße steht ein längerer Fußweg samt mindestens zweier Ampelquerungen an und im blödesten Fall ist die Bahn bis dahin abgefahren.
Ein Zustieg soll dann sowohl an der Ankunftshaltestelle in der Fössestraße als auch an der Abfahrtshaltestelle Spinnereistraße möglich sein.