Stadttafel in Erinnerung an das ehemalige „Judenhaus“ enthüllt

Stadttafel an der Gedenkstätte Ahlem
Zeitzeugin Ruth Gröne (Mitte) enthüllte mit Oberbürgermeister Belit Onay (links) und Regionspräsident Steffen Krach die Stadttafel in der Heisterbergallee 12 zum Gedenken an die Menschen im damaligen „Judenhaus“.

„Die neue Stadttafel erinnert an die 2.173 jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die über die Sammelstelle Ahlem deportiert wurden. Die meisten von ihnen fielen der Gewaltherrschaft des NS-Regimes zum Opfer, nur wenige überlebten den Zeitpunkt der Befreiung“, so Oberbürgermeister Belit Onay anlässlich der Enthüllung der Stadttafel. „Unter den Überlebenden war Ruth Gröne, eine der wenigen Zeitzeugen Hannovers. Sie hat sich sehr für diese Stadttafel eingesetzt. Ich danke ihr ausdrücklich für ihr Engagement, ebenso dem Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt sowie der Landwirtschaftskammer als Hauseigentümerin für die Unterstützung.“

Judenhaus-Stadttafel in Ahlem
Judenhaus-Stadttafel Nr. 184 in Ahlem

Regionspräsident Steffen Krach ergänzt:

„Die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover liegt in direkter Nachbarschaft zu dem Gebäude, in dem unsere letzte Zeitzeugin Ruth Gröne während des Nationalsozialismus wohnen und die Gräueltaten der Gestapo miterleben musste. Ihre Erinnerungen prägen die pädagogische Arbeit vor Ort auf ganz persönliche Weise. Ich bin froh, dass wir die Stadttafel als Zeichen der Erinnerung an das Schicksal der hannoverschen Juden heute in Ruth Grönes Beisein enthüllen können. Auf diese Weise erweitern wir die Erinnerungsarbeit auf dem Gelände um einen weiteren wichtigen Baustein.“

La Muro
La Muro
Limmerstraße 39
30451 Hannover

Das 1897 errichtete Gebäude gehörte der Simonschen Stiftung und unterstand ab 1939 dem Reichssicherheitshauptamt. Nach Kriegsende wurde es einer jüdischen Nachfolgeorganisation der Gartenbauschule übergeben und 1955 von dieser an die Landwirtschaftskammer Niedersachsen verkauft, die das Gebäude auch heute noch nutzt.

Zu den Stadttafeln

Das Projekt der Stadttafeln geht zurück auf eine Initiative des ehemaligen Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht aus den 1960er-Jahren. Sie informieren an den jeweiligen Orten über besondere Sehenswürdigkeiten, wichtige Persönlichkeiten und bedeutende Ereignisse der hannoverschen Stadtgeschichte. Ein Teil der Stadttafeln hat zudem mahnenden Charakter, indem Aspekte der jüdischen Geschichte und Kultur in unserer Stadt sowie die Verfolgung und Ermordung durch das NS-Regime thematisiert werden. Neben dem Austausch beschädigter Stadttafeln werden sukzessive auch neue Stadttafeln im Stadtgebiet angebracht.

Einige der Stadttafeln sind auch im Stadtbezirk anhängig:

Quelle: Landeshauptstadt Hannover

Bildnachweis: LHH, Ralf Borchardt

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