
Geschichte der St. Martinskirche
Ein Stich von Merian aus dem Jahr 1650 zeigt ein Gebäude mit einem vierseitigen Turm und einer hohen, mit Ziegeln bedeckten Spitze. Das heutige Kirchengebäude hat seine Wurzeln in einem Bau aus dem 13. Jahrhundert, dem 1728 ein barocker Nachfolgebau folgte, der jedoch bis auf den Kirchturm durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die alte, baufällige Kirche 1727 abgerissen und durch einen barocken Saalbau mit Querschiff ersetzt, entworfen von Johann Christian Böhme. Aufgrund fehlender Mittel wurde der Turm zunächst nicht vollendet und erhielt erst 1854 eine neugotische Spitze nach einem Entwurf von Conrad Wilhelm Hase, der ähnliche Turmdesigns, wie an der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn, verwirklichte. Bei einer umfassenden Renovierung im Jahr 1912 erhielt die Kirche vier Seitenemporen, eine Orgelempore und eine neue Innenausstattung.
Große Schäden im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchenschiff am 22. September 1943 durch eine Luftmine weitgehend zerstört, während der Turm unbeschädigt blieb.
Bilder
Neubau von Dieter Oesterlen
Der Neubau der Kirche wurde von 1955 bis 1957 nach den Plänen des Architekten Dieter Oesterlen realisiert. Dabei entstanden das Kirchenschiff und die Sakristei als eigenständige Neubauten, getrennt vom bestehenden Turm. Der denkmalgeschützte Turm blieb weitgehend erhalten, wurde jedoch um eine neue Galerie in der Höhe ergänzt. Der ehemalige Anschluss des Turms an das Kirchenschiff wurde in unverputztem Bruchstein belassen, was einen bewussten Kontrast darstellt. Die Neugestaltung zeichnet sich durch einen asymmetrischen Grundriss und einen schlichten Baustil aus, bei dem Stein, Beton und Glas verwendet wurden – ein Stil, der typisch für den Kirchenbau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ist, als ältere Bauprinzipien wie das Eisenacher Regulativ und das Wiesbadener Programm aufgegeben wurden. Kanzel und Altar sind nun im lutherischen Gottesdienst gleichwertig angeordnet. 1980 spendete ein Lindener Bürger eine neue Kirchturmuhr mit vier Zifferblättern als Ersatz für die im Krieg 1943 zerstörte Uhr.

Innenansicht der St. Martinskirche
Glocken der St. Martinskirche
Die Glocken in den Tönen F-AS-B-Des. Die große Glocke, tiefgekröpft aufgehängt, stammt aus dem Jahre 1483.
Aktuelle Nachrichten zur St. Martinskirche:
VorOrt 125 Herbst 2026: Platz da!
Wo begegnen wir uns? Welche Orte gehören zu unserem Alltag – und wie können wir sie gemeinsam gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Herbstausgabe 2026 der VorOrt.
Tag des offenen Denkmals: Bürgerstolz in Linden
Beim Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September geben mehr als 40 Baudenkmale – darunter fünf in Linden-Nord und Linden-Mitte – Einblicke in das historische Hannover.
Schwere Verletzung der Jubiläums-Linde an der Martinskirche
Unbekannte haben die Jubiläums-Linde an der Martinskirche schwer beschädigt. Fachleute sehen kaum Überlebenschancen für den symbolträchtigen Baum.
Anschrift / Kontakt Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Martin
Kirchstraße 19
30449 Hannover
Telefon ✆ 0511 / 9245 331
✉ kg.martin.hannover@evlka.de
➜ www.st-martin-linden.de
Sommer-Gartencafé
Das Gemeindehaus der St. Martinsgemeinde in der Niemeyerstraße 16 mit dem schönen Pfarrgarten dahinter lädt in der Sommersaison immer am letzten Sonntag zum Café im Garten Eden ein.









