Bündnis 90/ Die Grünen in Linden-Limmer: Limmerstraße umverteilen

Den folgenden Beschluss hat die Stadtteilgruppe von Bündnis 90/Die Grünen in Linden-Limmer intern zur Limmerstraße getroffen.

Update: Das Stadtteilgespräch findet am 02.03.2020 um 19:00 in Raum U5 vom Freizeitheim Linden statt.

Zum Hintergrund

Grüne Linden LimmerIm Herbst hat der Regionsausschuss der Region Hannover beschlossen, die planrechtlichen Voraussetzungen für den barrierefreien Umbau der Stadtbahnhaltestelle Ungerstraße zu schaffen. Damit beginnt der kontrovers diskutierte Umbau der Limmerstraße konkret zu werden. Nach der Planfeststellung der Stadtbahnstation ist die Stadtverwaltung gefordert, den Straßenraum um die Hochbahnsteige neu zu planen.
Dazu die Sprecher*innen der Stadtteilgruppe Greta Garlichs und Bela Mittelstädt: „Zuallererst ist es uns wichtig zu betonen, dass die Barrierefreiheit aller Stadtbahnstationen nicht infrage gestellt werden darf. Wir möchten die Stadtverwaltung und Ratspolitik mit unserem Beschluss auffordern, die anstehenden Neuplanungen zu nutzen, die Verkehrswende auch praktisch an der beliebten Limmerstraße umzusetzen.“
„Das heißt für uns: Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr, mehr Bäume am westlichen Ende. Wie unsere Bezirksratsfraktion mehrfach gefordert hat, setzen wir uns weiter dafür ein, dass die Limmerstraße ab dem Kötnerholzweg Richtung Limmer autofrei wird. Diese wäre für den Klimaschutz, die Sicherheit, den Handel und die Lebensqualität in Linden-Nord ein großer Gewinn.“

„Nach dem Bau der Hochbahnsteige muss eine gute Routenführung für Radfahrende durch Linden-Nord gewährleistet werden. Wir schlagen dafür einen Umbau der Pavillonstraße und der Ahlemer Straße in eine parkplatzfreie Fahrradstraße vor.“ „Unser Papier sammelt unsere Grünen Ideen für die Zukunft der Limmerstraße. Wir möchten damit die Debatte anstoßen. Wir freuen uns daher über Rückmeldungen und auch Kritik aus der Bevölkerung. Wir laden daher Initiativen, Vereine, Gruppen und interessierte Bürger*innen ein mit uns ins Gespräch zu kommen.“

Limmerstraße umverteilen

Ausbau der Barrierefreiheit auf der Limmerstraße zur Neuordnung des Straßenraums zugunsten Fahrrad- und Fußverkehrs nutzen.
Noch immer sind im Stadtbezirk Linden-Limmer zahlreiche Stadtbahnsteige nicht barrierefrei. Auf den Strecken der Linien 9 und 10 ist in den kommenden Jahren der Umbau der Haltestellen Am Küchengarten, Leinaustraße, Ungerstraße, Harenberger Straße, Lindener Marktplatz, Nieschlagstraße, Bernhard-Caspar-Straße und Am Lindener Hafen nötig. Der schnelle barrierefreie Ausbau der Stadtbahnstationen ist für uns eine Selbstverständlichkeit und darf nicht infrage gestellt werden!

Für den Umbau der Stationen muss der Straßenraum völlig neu gestaltet und aufgeteilt werden. Die Grünen in Linden-Limmer setzen sich dafür ein, dass dieser Umbau zugunsten der effizienten und ökologischen Verkehrsmittel und des Fußverkehres stattfindet. Nach dem Umbau braucht es mehr Raum für Radfahrer*innen, Fußgänger*innen und für mehr Grün im Straßenraum. Dies muss zulasten des bisher zugestandenen Platzes für den motorisierten Individualverkehr geschehen. Dieser Umbau wird für alle Lindener*innen, Besucher*innen, den Einzelhandel ein Gewinn an Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Attraktivität des Stadtteils Linden-Nord bringen.

In den Jahren 2021/2022 soll zunächst der Umbau der Haltestelle Ungerstraße stattfinden. In den bisherigen Entwürfen der INFRA (Infrastrukturgesellschaft der Üstra) sind für Auto- und Bahnverkehr eine Fläche von 17,25 Meter vorgesehen. Während sich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen mit nur 7,25 Meter der insgesamt 25 Meter auskommen müssen. Für die Radfahrstrecke heißt das: Auf Höhe der zukünftigen Stadtbahnsteige gibt es nur einen explizit ausgewiesenen Radweg in Richtung Limmer. Dies würde die gefährliche Situation für Radfahrer*innen auf der Limmerstraße weiter nicht verbessern. Insbesondere für Familien und alte Menschen bliebe Radfahren dort ein gefährliches Abenteuer.
Am westlichen Ende lässt die Attraktivität der Limmerstraße leider sehr nach: unzählige Parkplätze, fehlende Radwege und Bäume bestimmen das Straßenbild. Eine Erweiterung der Fußgängerzone auf der Limmerstraße würde zu mehr Lebensqualität und mehr Sicherheit führen. Die Reduzierung von Parkplätzen würde mehr Raum für endlich gekennzeichnete Radwege und Bepflanzung mit Bäumen ermöglichen.
Die Verkehrswende ist ein zuweilen schmerzhafter Prozess. Am Ende gewinnen jedoch alle: Der Einzelhandel, Fahrgäste, das Klima und die Menschen in Linden-Limmer. Der Umbau der Limmerstraße könnte ein weiterer wichtiger Baustein für die Stadt von Morgen sein.

Bündnis 90/Die Grünen Linden-Limmer fordern

  • Umverteilung des Straßenraums in Linden-Limmer: Mehr Platz für effiziente und klimafreundliche Fortbewegungsmittel und für den Fußverkehr
  • Die Limmerstraße braucht vom Kötnerholzweg bis zu ihrem Ende Richtung Limmer durchgehende beidseitige Radfahrstreifen auch und gerade neben den zu bauenden Hochbahnsteigen. Diese sollen, wenn möglich, eine Breite von mindestens 2,00 Metern aufweisen und müssen baulich von Fußweg und Fahrbahn getrennt sein
  • Die Breite der Fußwege darf durch zukünftige Umbauten nicht reduziert werden
  • In der bestehenden Fußgängerzone muss endlich eine Nutzung durch den motorisierten Individualverkehr vollständig unterbunden werden
  • Die Limmerstraße soll ab dem Kötnerholzweg bis zur Comeniusstraße autofrei werden. Ausweichverkehre sollen durch Einbahnstraßenregelungen verhindert werden. Die dadurch entstehenden Freiräume, wie etwa am Ende des Kötnerholzweges müssen zur Steigerung der Lebensqualität aufgewertet und in bestehende Freiraumentwicklungskonzepte eingebunden werden
  • Mit Fertigstellung der Hochbahnsteige muss der Buslinie 700 eine Ausweichstrecke zugewiesen werden, die nicht durch die Fußgängerzone führt
  • Bei der Gestaltung des Abschnitts der Limmerstraße vom Kötnerholzweg zur Comeniusstraße müssen Straßenbäume gepflanzt werden
  • Um eine Ausweichroute für Fahrradfahrer*innen zu schaffen sollen die Ahlemer Straße und die Pavillonstraße zu einer parkplatzfreien Fahrradstraße ausgebaut werden. (Siehe Bezirksratsanträge: 15-1343/2018 & 15-1070/2019)
  • Um eine Verbauung der Nord-Süd Achse für Radfahrende durch den zukünftigen Hochbahnsteig Offensteinstraße zu verhindern, soll die Leinaustraße zur Fahrradstraße umgebaut werden. (Siehe Bezirksratsantrag: 15-0463/2018)
  • Die Zahl der Fahrradbügel/-Stellplätze auf der Limmerstraße (bzw. in den Seitenstraßen) muss deutlich erhöht werden
  • Beim Bau der Hochbahnsteige ist auf höchstmögliche Funktionalität zu achten. Die Überdachung der Bahnsteige darf nicht die Bewegungsfreiheit der Fahrgäste einschränken
  • Die Haltestellendächer der Stadtbahn sollen begrünt und/oder mit Solarzellen ausgestattet werden. (Siehe Bezirksratsantrag: 15-2334/2019 N1)
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