
16 heiße Orte im Stadtbezirk Linden-Limmer haben Teilnehmende an zwei online-Befragungen zum Thema „Hitzebelastung und Hitzeschutz in Hannover“ im Sommer 2025 der Stadt mitgeteilt. Die Ergebnisse unterstützen auch den Verein Deisterkiez, der sich seit langem für mehr Grün in der Deisterstraße einsetzt. Denn die Stadt soll mehr Grünflächen schaffen und Bäume pflanzen, Asphalt entsiegeln und weitere Trinkbrunnen aufstellen. Die Beiträge will die Verwaltung in ihre Planungen für Hitzeschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels einfließen lassen, heißt es auf der neuen Plattform www.mitreden-hannover.de .
Neues Angebot
Noch hat sich das neue digitale Angebot der Stadt zur aktiven Mitgestaltung des städtischen Lebens bei der Bevölkerung nicht etabliert. Sie wollte wissen, wie den Menschen „die Hitze in Hannover zu schaffen macht und was können wir tun, um Sie bei der Hitzebewältigung zu unterstützen?“
Die Chance, auf Problemlagen in den Quartieren bei Sommerhitze hinzuweisen, haben nur 245 Personen – mehrheitlich Frauen – genutzt. Die meisten Teilnehmenden (78 Prozent) waren zwischen 25 und 65 Jahren alt und kamen aus den Stadtteilen Mitte, Südstadt und der List.
Ausgewählte Ergebnisse
Mehrheitlich empfinden die Teilnehmenden die Hitzebelastung in Hannover stark, zumal sie auch bei hohen Temperaturen viel unterwegs sein müssen – sei es zur Arbeit oder erforderlichen Gängen zu Behörden, Ärzten, der Post oder Apotheken. Auch die Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr belasten viele Betroffene. Für 64 Prozent sind die frei zugänglichen kühlen Orte im Wohnumfeld ausreichend. Anders sehen dies aber Bewohner*innen aus den dicht besiedelten Stadtteilen Linden-Mitte, Linden-Süd, Mitte, Nordstadt, Ricklingen und Südstadt. So gaben mehr als 40 Prozent der Teilnehmenden aus Linden-Süd und Linden-Mitte an, dass es dort zu wenig kühle Plätze gibt.
Heiße und kühle Ort im Stadtbezirk Linden-Limmer

Die Teilnehmenden konnten zudem die aus ihrer Sicht besonders heißen und kühlen Orte in Hannover benennen. Die 328 Beiträge haben Stadt und Leibniz Universität Hannover (Abteilung Physische Geographie und Landschaftsökologie am Institut für Erdsystemwissenschaften) ausgewertet und anschließend als interaktive StoryMap dargestellt. Der Stadtteil Linden-Süd hat mit 9 heißen Orten die meisten Standorte, gefolgt von Linden-Mitte und Linden-Nord (je 3) sowie Limmer (1).
Zu den heißen Plätzen im Stadtbezirk Linden-Limmer zählen etwa die Wasserstadt, der Bereich Fössestraße Ecke Viktoriastraße, der Küchengarten, der Lindener Marktplatz, die Falkenstraße, der Schwarze Bär und die Deisterstraße. Kühle Orte sind unter anderem die Faustwiese, der von-Alten-Garten und der Grünzug hinter der Schwanenburg.
Chancen des Beteiligungsformates

Teilnehmende konnten für die heißen Orten detailliert die Probleme beschreiben und ihre Verbesserungsvorschläge benennen. Das zeigen diese Beispiel für die Wasserstadt in Limmer sowie den Allerweg und die Deisterstraße in Linden-Süd.
Adresse: Julienne-Trouet-Platz 19
Beschreibung: Trotz Lage inmitten von Wasser heizt sich das neue Wohngebiet stark auf und speichert durch seine vielen versiegelten Flächen die Hitze. Das betrifft nicht nur den angegebenen Ort, sondern das gesamte Wohngebiet.
Gewünschte Maßnahmen: Im Voraus andere Planung mit wesentlich weniger besiegeten Flächen. Diese werden hier außerdem als Parkfläche genutzt, obwohl sie eigentlich Spielstraße wären. Kübellösungen und kleine Bereiche mit „unversiegelten“ Bereichen reichen hier nicht aus. Gartenflächen liegen außerdem auf Tiefgaragen und trocknen daher auch sehr stark aus.
Adresse: Allerweg 13
Beschreibung: sonnig, Asphalt, Beton, Verkehr
Gewünschte Maßnahmen: Verkehr reduzieren, Entsiegelungsgrad erhöhen
Adresse: Deisterstraße 47
Beschreibung: draußen, zu viel Asphalt / Beton, zu wenig Grün, Bäume wurden gefallen und nicht nachgepflanzt bzw. Es dauert zu lange und die Bäume sind dann winzig, Trinkwasser fehlt, Toilette fehlt
Gewünschte Maßnahmen: mehr Grün / Bäume, weniger Versiegelung, sehr gut wären begrünte Fassaden, Wiederholung des „Mobilen Grünen Zimmers“ und nach diesem Muster grüne Wände installieren.