
Mehr Platz auf den Gehwegen
Ausgangspunkt der Maßnahmen ist ein mehrheitlich beschlossener Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtbezirksrat vom 28. Januar 2026. Hintergrund ist die Situation im Bereich der Häuser Stephanusstraße 10, 12 und 14. Dort sind die Gehwege vergleichsweise schmal und werden zusätzlich durch Fahrradbügel eingeengt. Künftig sollen die vorhandenen Fahrradbügel vom Gehweg auf die angrenzenden Parkflächen verlegt werden. Dadurch entsteht mehr Platz für Fußgänger. Betroffen ist auch die westliche Straßenseite zwischen den Hausnummern 7 und 13, wo ebenfalls Fahrradbügel auf bisherige Parkstände umgesetzt werden sollen. Überdies sind zusätzliche Stellplätze für Lastenräder vorgesehen, die ebenfalls auf ehemaligen Kfz-Stellplätzen entstehen.
Querungen sollen sicherer werden
Nach Vorstellung des Bezirksrats sollten zusätzlich drei abgepollerte Querungsstellen entstehen, damit Fußgänger die Straße einfacher und sicherer überqueren können. Hintergrund ist die hohe Zahl an Menschen, die zwischen den Geschäften und gastronomischen Betrieben auf beiden Straßenseiten wechseln. Die Verwaltung erteilt diesem Teil des Antrags allerdings eine Absage. Nach ihrer Begründung erlaubt die Straßenverkehrs-Ordnung die Markierung solcher Querungsfurten ohne Lichtsignalanlage nicht. Eine Umsetzung sei deshalb rechtlich ausgeschlossen.
Einbahnstraße wird Realität
Deutlich gravierender fällt eine weitere Änderung aus. Die Stadt kündigt an, den bereits im April 2024 beschlossenen Bezirksratsantrag zur Umwandlung der Stephanusstraße in eine Einbahnstraße umzusetzen. Nach Angaben der Verwaltung soll die neue Verkehrsführung in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 eingeführt werden. Künftig dürfen Kraftfahrzeuge den Abschnitt zwischen Blumenauer Straße und Gartenallee nur noch in einer Richtung befahren – vom Küchengarten in Richtung Lindener Marktplatz. Dadurch sollen der Verkehr beruhigt sowie die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden.
Enercity plant Ladesäulen
Bei der Verlegung der Fahrradbügel berücksichtigt die Stadt außerdem laufende Planungen von Enercity. Das Unternehmen möchte entlang der Stephanusstraße neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge errichten. Erst nach Abschluss der Standortabstimmung sollen die Fahrradbügel endgültig versetzt werden.
Anwohner verlieren weitere Parkplätze
Während Fußgänger und Radfahrer von den Maßnahmen profitieren sollen, bringt die Umgestaltung für Autofahrer einen spürbaren Nachteil mit sich. Durch die Verlagerung der Fahrradbügel und die Einrichtung von Lastenradstellplätzen entfallen öffentliche Parkplätze. Bereits heute gilt die Parkplatzsituation rund um den Küchengarten und den Lichtenbergplatz insbesondere in den Abendstunden als angespannt.
Eine mögliche Alternative bietet die Tiefgarage vom Ihme-Zentrum. Dort können Anwohner nach aktuellem Stand feste Stellplätze für 70 Euro pro Monat anmieten.