Fannystraße is coming home nach Linden-Nord

Gemeinsamer Einsatz für das Fannystrassen-Geschichtsfenster
Gemeinsamer Einsatz für das Fannystrassen-Geschichtsfenster in der Andrea Apotheke

Das neue Geschichtsfenster in der Andrea-Apotheke an der Limmerstraße bringt die Fannystraße wieder zurück in den Alltag von Linden-Nord. Die Häuser in der Straße waren Ende der 60er Jahre gegen den Protest der Anwohnenden abgerissen worden. Initiator ist Hans-Jürgen Riefkogel, der in einem der Toblerone-Häuser wohnt und eine Erinnerung an die legendäre Straße vermisst. Vor drei Jahren hatte er sich an Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube gewandt, der sein Anliegen seitdem mit unterstützt.

Auch die Egon-Kuhn-Geschichtswerkstatt im Freizeitheim Linden war sofort mit dabei. Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer stellte 2024 einen Zuschuss von 400 Euro für eine Stadttafel bereit. Eine Realisierung auf städtischem Grund kam aber nicht zustande. Erst die Bereitschaft des Apothekers Dr. Matthias Nassimi brachte die Wende: Er stellt eine leere Fensterfront für die Informationsplakate für das neue Fannystraßen-Geschichtsfenster zur Verfügung. „Vielleicht wird das Projekt Vorbild für andere Ladenbesitzende, die ihre Fensterfronten für die Stadtteilgeschichte bereitstellen“, hofft Grube.

Linden die allerschönste Stadt

Feministischer Butjerchor sang das "Lied vom Lindenblatt"
Feministischer Butjerchor sang das „Lied vom Lindenblatt“

„Wir tragen auf der Brust ein Lindenblatt – Linden ist die allerschönste Stadt!“ : Das Lied vom Lindenblatt von Fritz Röttger gehörte zur Einweihung dazu. Der Feministische Butjerchor sang das Lied zur Freude der Anwesenden – unter ihnen viele ehemalige Bewohner der Fannystraße. Sie tauschten Kindheitserfahrungen aus und warben für das Butjerfest am 2. August auf der Kinderwiese an der Fährmannsbrücke. In einer Strophe haben sie das Original allerdings korrigiert: Aus den „hübschen Lindener Mädel“ sind „tapfere Lindener Frauen“ geworden, die „kämpfen“ können!

Fannystraße – ein Arbeiterwohnprojekt

Die Fannystraße zählte einst zu den prägendsten historischen Straßen in Linden-Nord – heute ist sie vollständig aus dem Stadtbild verschwunden. Bereits vor der großflächigen Stadtsanierung der 1960er und 1970er Jahre wurde sie abgerissen. Zeitgenossen hielten diesen Schritt vielfach für gerechtfertigt, da die über hundert Jahre alten Gebäude stark verfallen waren.
Entstanden war die Straße Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil früher Arbeiterwohnprojekte: 1854 ließ der Industrielle Adolph Meyer hier die erste Wohnstraße Lindens für Beschäftigte seiner Mechanischen Weberei (heute Ihme-Zentrum) anlegen und benannte sie nach seiner Frau Fanny. Ergänzt wurde die Bebauung 1872 durch eine Arbeiterkolonie der Hannoverschen Baumwollspinnerei. Diese lag zur Mathildenstraße hin und war durch die Pavillonstraße in Ober- und Unterhof gegliedert.

Ehemalige Bewohner*innen und politisch Engagierte ließen Erinnerungen aufleben.
Ehemalige Bewohner*innen und politisch Engagierte ließen Erinnerungen aufleben.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

1 Kommentar zu „Fannystraße is coming home nach Linden-Nord“

  1. Das mit dem Abriss der Fannystr. stimmt nicht so ganz. Der Block zwischen Fannystr. und Mathildenstr. wurde ende der 60er Jahre abgerissen. Ich habe dann noch bis 1971 mit meinen Eltern auf der anderen Seit der Fannystr. gewohnt.

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1 Kommentar zu „Fannystraße is coming home nach Linden-Nord“

  1. Das mit dem Abriss der Fannystr. stimmt nicht so ganz. Der Block zwischen Fannystr. und Mathildenstr. wurde ende der 60er Jahre abgerissen. Ich habe dann noch bis 1971 mit meinen Eltern auf der anderen Seit der Fannystr. gewohnt.

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