
Die Brücken über den Stichkanal Linden sind in die Jahre gekommen – nun steht ihr Ersatz bevor. Insgesamt sechs Bauwerke sollen in den kommenden Jahren neu entstehen, drei davon im Bereich Seelze und Letter, darunter auch die Brücke an der Klöcknerstraße. Für die drei Brücken im Bereich Linden-Limmer und Ahlem wurden jetzt erstmals konkrete Planungen öffentlich vorgestellt.
Zu einer Informationsveranstaltung im Gymnasium Limmer kamen gestern rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger. Vertreter der Stadt Hannover oder der Region waren allerdings nicht anwesend.
Für den Stadtbezirk Linden-Limmer nahmen Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube und seine Stellvertreterin Katharina-Sophia Gerking teil.
Brücken stammen aus der Kaiserzeit
Die bestehenden Brücken über den Stichkanal Linden wurden in den Jahren 1912 und 1913 errichtet. Stahlbrücken sind in der Regel für eine planmäßige Lebensdauer von rund 100 Jahren ausgelegt – diese ist inzwischen deutlich überschritten. Zudem haben sich im Laufe der Jahrzehnte technische Normen geändert, insbesondere bei sogenannten Lastmodellen. Diese legen fest, welche Gewichte Brücken tragen können müssen. Die neuen Vorgaben führten bereits zu Einschränkungen bei der Nutzung der Bauwerke. Ein Gutachten aus dem Jahr 2016 untersuchte die Restnutzungsdauer der Brücken. Diese lief je nach Bauwerk zwischen 2020 und 2023 aus. Seitdem werden die Brücken jährlich einer Sonderprüfung unterzogen.
Bauherr der Neubauten ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), konkret die Fachstelle Brücken Mitte beim Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt.
Drei Brücken werden ersetzt
Im Bereich Linden-Limmer und Ahlem sind drei Neubauten geplant:
- Eichenbrink – Verbindung zwischen Limmer und Davenstedt
- Wunstorfer Landstraße – Verbindung zwischen Limmer und Ahlem
- Ziegelstraße – Gemeindeweg zwischen Ahlem und der Leine
Zwei der neuen Brücken sollen deutlich breiter werden. Sowohl an der Wunstorfer Landstraße als auch am Eichenbrink bleibt die Fahrbahnbreite zwar bei sieben Metern, doch die Rad- und Gehwege werden massiv ausgebaut: Statt bisher 2,43 Meter sollen künftig auf beiden Seiten jeweils fünf Meter zur Verfügung stehen.
Die Brücke an der Ziegelstraße bleibt hingegen weitgehend im heutigen Maßstab. Dort sind weiterhin 4,5 Meter Fahrbahn sowie jeweils 0,8 Meter für Fuß- und Radverkehr vorgesehen.
Alle neuen Brücken werden für eine Traglast von 40 Tonnen ausgelegt.
Überraschung bei der Wunstorfer Landstraße
Für Verwunderung sorgte ein Detail bei der Planung der Brücke Wunstorfer Landstraße: Eine mögliche Trassenführung für die Stadtbahn ist dort nicht berücksichtigt. Nach Angaben der Planer liegt das daran, dass weder die Region Hannover noch die Stadt Hannover entsprechende Anforderungen in das Verfahren eingebracht haben.
Lange Sperrungen während der Bauzeit
Die Bauarbeiten werden erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr haben. Jede Brücke soll während des Neubaus etwa anderthalb Jahre vollständig gesperrt werden.
Geplant ist eine Umsetzung nacheinander:
- Ziegelstraße: Anfang 2029 bis Mitte 2030
- Eichenbrink: Mitte 2030 bis Ende 2031
- Wunstorfer Landstraße: Anfang 2032 bis Mitte 2033
Besucher der Veranstaltung regten an, die Maßnahmen unbedingt mit anderen Großprojekten im Stadtteil abzustimmen – insbesondere mit dem geplanten Umbau des Westschnellwegs sowie den Hochbahnsteigen in der Limmerstraße.
Probleme bei Reparatur des Radwegs
Aktuell ist der stadtauswärtsführende Fuß- und Radweg der Brücke Wunstorfer Landstraße gesperrt. Zwei Ausschreibungen zur Reparatur blieben jedoch erfolglos – kein Unternehmen gab ein Angebot ab. Nun soll die Instandsetzung mit der Ausschreibung für den Neubau der Brücke Eichenbrink kombiniert werden. Ziel ist es, während der Sperrung der Eichenbrink-Brücke wenigstens an der Wunstorfer Landstraße wieder einen nutzbaren Fuß- und Radweg auf beiden Seiten zu haben.
Neue Wege am Kanal geplant
Unter den neuen Brücken sind zudem Uferwege vorgesehen. Unter der Brücke Wunstorfer Landstraße sollen beidseitig jeweils 3,5 Meter breite Wege entstehen.
Noch auffälliger ist die Planung am Eichenbrink: Dort sind beidseitig sogar 4,5 Meter breite Uferwege vorgesehen – obwohl es bislang an dieser Stelle keinen offiziellen Weg unterhalb der Kanalbrücke gibt. Direkt hinter der Brücke beginnt derzeit das Betriebsgelände des Lindener Hafens. Die Planung deutet darauf hin, dass die Stadt hier langfristig einen neuen Fuß- und Radweg entlang der Wasserkante entwickeln könnte.
Denkmalschutz steht Neubau nicht im Weg
Die bestehenden Brücken stehen zwar unter Denkmalschutz. Da sie jedoch technisch am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind, dürfen sie durch Neubauten ersetzt werden. Diese müssen nicht exakt im historischen Erscheinungsbild rekonstruiert werden.
Ein weiteres Thema betrifft vier bebaute Grundstücke an der Straße „Lunapark“, die direkt an die Brücke Wunstorfer Landstraße angrenzen. Sie waren bislang nicht in der Planung berücksichtigt. Laut Projektverantwortlichen soll dies nun nachgeholt werden.

Gibt es auch Zuschüsse vom Bund oder wer auch immer dafür zuständig ist im Zusammenhang mit „kriegstüchtiger Infrastruktur‘??
Hallo,
es gab keinen Schiffsanprall, dies Gerücht könnte nun endlich mal beerdigt werden…
Und irgendeine Wulst spielt auch keine Rolle, sondern der marode Unterbau, der auch separat zu dem der Fahrbahn ist, der ist i.O.!
Und wenn eine Brückenprüfung das so feststellt (dass zu speren ist, da geht es dann nicht um 1 oder 2 Fußgänger!), dann hat man das hinzunehmen in Limmer, Ahlem und sonstwo!
Von den beiden wichtigen Brücken wird erst die des Eichenbrink erneuert, damit dort die 16t-Grenze entfällt.
Sonst müsste die 16t-Brücke ja die Umleitung von der Wunstorfer tragen, was natürlich nicht geht!
Die gute Nachricht des Ganzen ist die Reparatur des Nord-Weges schon mit dem Projekt Ziegelstraße.
D.h. die dort bietenden Firmen müssen das mit machen (hoffentlich gibt es da dann Angebote).
Und dann möge sich insb. der Stadtteil Limmer darauf vorbereiten, dass sich erst auf der einen dann auf der anderen Trasse der Verkehr über geschätzt 2 Jahre verdoppelt. Bitte keine Nörgeleien dann!
Respekt! Die Rad- und Gehwege werden massiv ausgebaut: Statt bisher 2,43 Meter (wo sind diese Wege bei der Brücke im Laufe des Eichenbrinks?) sollen künftig auf beiden Seiten jeweils fünf Meter zur Verfügung stehen. Wie soll das am Eichenbrink hinter der Brücke in Richtung Limmer dann weitergehen? Würde mich wirklich interessieren.
Wie es abseits der Brücke weiter geht ist egal, das was gebaut wird muss den aktuellen Mindestvorgaben entsprechen. Wenn man aber die Rampen zu den Brücken anpassen muss, dann muss man auch da die Wege entsprechen anpassen. Und dabei ist es egal wie viele die Südseite der Eichenbrinkbrücke wirklich nutzen.
Wow, 2032 passiert endlich was bei der Wasserstadt. Gerade diese Brücke sollte eigentlich Priorität haben, schließlich gibt es gerade dort tagsüber extrem viel Verkehr.
Was ich aber auch nicht verstehe, bin zwar nicht vom Fach und ich beachte auch nicht. dass kein Angebot abgegeben wurde. Aber ich bin ein Mensch der versucht logisch zu denken.
Auf der gesperrten Seite gibt es eine relativ kleine Wulst wo der Belag hochgekommen ist. Ist es wirklich nicht möglich das einfach auszubessern, damit da wieder Menschen unkompliziert und sicher rüber kommen? Das kann doch nicht wirklich so schwer sein? Auch wird es auf Dauer, also bis 2032, garantiert günstiger als diese Ampel.
Wie gesagt, bin nicht vom Fach, aber ich denke logisch und mir kann kein Fachixxxxx erklären, dass abschleifen und plan machen der Brücke mehr schadet, inklusive Gewicht von Fußgängern und Radfahrern als das was da gerade passiert.
Es geht nicht nur um die Wulst, gegen die Seite ist ein Schiff gestoßen und das Tragwerk unter den Geh-&Radweg wurde beschädigt.
Da es eine genietete Fachwerkbrücke ist, müsste man also die beschädigten Teile Austauschen und das ist sehr aufwendig.
Allerdings hätte man schon mit der Absage für die Verbreiterung des Kanals Gedanken über den Ersatz der Brücken hätte machen können, so das man den Neubau dann einfach früher veranlasst hätte.
Aber auch hier vermute ich das die auf den Bau einer Stadtbahn nach Ahlem Nord gehofft haben, dann hätten sie nämlich einen Teil der Kosten an andere Abwälzen können.
Hallo Dave,
Ich würde gerne mal von Dir wissen von wem du das mit Anfahrung durch ein Schiff gehört hast.
Im Stichkanal gibt es eine Höhenbegrenzung für Schiffe.
Die Wulst auf dem Fußweg befindet sich nicht über dem mit einem Binnenschiff zu befahrbaren Bereich (dieser ist in der Mitte des Kanals) des Gewässer. Sondern über dem Weg der unter der Brücke durchführt. Das Tragwerk ist einfach nur durch schlechte Unterhaltung vergammelt. Ein Blick von unten auf die Brücke und man wundert sich das diese überhaupt noch steht. Eine Instandsetzung macht aber auch keinen Sinn, wenn die Brücke sowieso erneuert wird.
Stichwort : Steuergeldeverschwendung
Mich wundert eigentlich nur das diese Brücke nicht als erste neu gebaut wird. Die anderen Brücken sind auch nicht mehr das gelbe vom Ei, aber optisch in einem besserem Zustand.
Ja, Dave, das würde mich auch brennend interessieren. Mir ist. icht bekannt, dass da irgendwo ein Schiff etwas gerannt hat.
Soweit ich weiß und in letzter Zeit beobachten konnte, wenn ein Schiff eine Kollision mit einer Brücke hat, dann würd die gesperrt und erst kontrolliert und dann wird, wenn nötig. auch etwas repariert bevor man das Risiko eingeht, dass da solche Schwergewichte wie z.B. Busse wieder rüber dürfen.
Davon habe ich nichts bemerkt. Der Verkehr wurde nicht mehr unterbrochen seit 2018 wo die Eisenbahnbrücke erneuert wurde.
Selbst wenn es so ist, es bleibt unverständlich warum man nicht erst die Brücke erneuert die wirklich stark befahren wird und das nicht nur von Pkw, LKW und Bussen. Da ist nun ein komplett neuer Stadtteil und noch mehr Menschen und somit noch mehr Verkehr und jeder kennt die Situation im Sommer, dann wenn die Fahrräder der Badegäste überall im Weg stehen und Jugendliche vom Geländer in den Kanal springen. Das war schon zu eng wo beide Seiten noch offen waren und mit einer Seite ist es noch schlimmer. Dazu kommt, ca. 50% der Radfahrer fahren auf der falschen Seite, was teilweise sogar verständlich ist, gerade Eltern, da kann ich verstehen, dass die ihre Kinder nicht auf der Straße fahren lassen wollen. Immerhin hat die Ampel das etwas verbessert. Vorher war es noch schlimmer, da Autofahrer nicht beachten, dass sie bei einer durchgezogenen Linie nicht überholen dürfen.
Somit bleibt es unverständlich, dass diese Brücke nicht zuerst erneuert wird.
Wenn es stimmt, dass da ein Schiff Schaden angerichtet hat, wäre das nicht sogar ein. weiterer Grund schneller zu handeln? Denke gerade bei solchen Schäden gibt es sogar Geld von einer Versicherung.
Irgendwie sehr seltsam.
2022 hatte ein Binnenschiff die Brücke leicht touchiert. Daher kann jedoch kein nennenswerter Schaden stammen: https://punkt-linden.de/news/binnenschiff-touchiert-kanalbruecke/