Keine neuen Bäume für die Limmerstraße – Stadt lehnt Pflanzungen weitgehend ab

Denns Biomarkt Limmerstraße
Diese Bäume müssen weichen

Der geplante Bau der Hochbahnsteige in der Limmerstraße wird auch Auswirkungen auf den Baumbestand haben. Drei Bäume müssen weichen, und auch mehrere seit Langem leere Baumscheiben werden vorerst nicht neu bepflanzt. Die Stadtverwaltung hat jetzt auf einen einstimmig beschlossenen Antrag des Stadtbezirksrates Linden-Limmer reagiert. Das Ergebnis dürfte bei Befürwortern einer grüneren Limmerstraße für Enttäuschung sorgen.

Im August hatte die Grünen-Fraktion im Stadtbezirksrat beantragt, die drei Bäume, die im Zuge des Hochbahnsteigbaus vor dem Denns-Biomarkt gefällt werden müssen, durch Neupflanzungen zwischen Küchengarten und Kötnerholzweg zu ersetzen. Außerdem sollten sämtliche bislang unbepflanzten Baumstandorte entlang der Limmerstraße möglichst zeitnah wieder begrünt werden. Der Bezirksrat unterstützte diesen Vorstoß am 26. August einstimmig.

Feuerwehr braucht Platz – keine zusätzlichen Baumstandorte möglich

Die Stadtverwaltung folgt dem Antrag jedoch nur teilweise. In ihrer jetzt vorliegenden Stellungnahme verweist sie auf die beengten Platzverhältnisse in der Limmerstraße.

Durch den barrierefreien Ausbau der Haltestellen Am Küchengarten und Leinaustraße, notwendige Leitungsverlegungen sowie die Anforderungen an den Brandschutz sei der verfügbare Straßenraum bereits stark eingeschränkt. Insbesondere müsse sichergestellt werden, dass die Feuerwehr im Brandfall ausreichend Platz für ihre Fahrzeuge und Rettungsmaßnahmen hat. Zusätzliche Bäume könnten die erforderlichen Aufstell- und Bewegungsflächen blockieren und damit den zweiten Rettungsweg beeinträchtigen. Die Verwaltung kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass entlang der Limmerstraße keine geeigneten Standorte für zusätzliche Bäume zur Verfügung stehen.

Auch die drei Bäume, die für den Hochbahnsteigbau gefällt werden müssen, sollen deshalb nicht innerhalb des betroffenen Straßenabschnitts ersetzt werden. Stattdessen muss die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (infra) die erforderlichen Ersatzpflanzungen an geeigneten anderen Standorten im Stadtgebiet nachweisen.

Fünf leere Baumscheiben – nur eine soll bepflanzt werden

Besonders ernüchternd fällt die Antwort der Verwaltung auf die Forderung aus, bereits vorhandene, aber derzeit leere Baumstandorte wieder zu bepflanzen. Insgesamt gibt es nach Angaben der Stadt fünf solcher Standorte in der Limmerstraße. Für vier davon ist eine Nachpflanzung derzeit nicht möglich.

  • Limmerstraße 12: Unterirdische Versorgungsleitungen und vorgeschriebene Mindestabstände verhindern eine Neupflanzung.
  • Limmerstraße 42, 51 und 61: Diese Standorte stehen im Konflikt mit den Planungen für den Hochbahnsteigausbau.
  • Limmerstraße 30: Hier ist als einzigem der fünf Standorte eine Nachpflanzung vorgesehen – allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten.

Die Stadt begründet die Verzögerung an der Hausnummer 30 damit, dass der intensive Baustellenverkehr mit schweren Fahrzeugen und Maschinen einen frisch gepflanzten Baum beschädigen oder dessen Entwicklung beeinträchtigen könnte.

Klimaschutz trifft auf Brandschutz

Die Grünen hatten ihren Antrag insbesondere mit den klimatischen Auswirkungen fehlender Straßenbäume begründet. Gerade in einer dicht bebauten und stark versiegelten Straße wie der Limmerstraße seien Bäume wichtig, um Schatten zu spenden und die Umgebung an heißen Sommertagen abzukühlen. Auch auf die Auswirkungen extremer Hitze auf den Stadtbahnverkehr hatte die Fraktion hingewiesen. Während einer Hitzeperiode war die Vergussmasse zwischen den Schienen geschmolzen, sodass die ÜSTRA den Stadtbahnverkehr zeitweise einstellen musste. Mehr Schatten könnte nach Auffassung der Antragsteller dazu beitragen, die Aufheizung von Straßen und Gleisanlagen zu verringern.

Die Verwaltung stellt diesen positiven Effekt von Straßenbäumen in ihrer Stellungnahme nicht ausdrücklich infrage. Sie räumt jedoch den Anforderungen des Brandschutzes sowie den technischen Einschränkungen durch Leitungen und Hochbahnsteige Vorrang ein.

Limmerstraße verliert Grün statt dazuzugewinnen

Damit zeichnet sich ab, dass die Limmerstraße durch den Hochbahnsteigbau zunächst weitere Bäume verliert, ohne dass diese unmittelbar vor Ort ersetzt werden. Für den Stadtbezirk bedeutet die Entscheidung einen deutlichen Rückschlag bei dem Vorhaben, die Limmerstraße grüner und besser an heiße Sommer anzupassen.

Zwar sollen die drei wegfallenden Bäume an anderer Stelle in Hannover ersetzt werden. Für die Menschen, die täglich auf der Limmerstraße unterwegs sind oder dort wohnen, können solche Pflanzungen jedoch keinen unmittelbaren Schatten spenden.

Bildnachweis: Ralf Borchardt

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