Eröffnet Hannah-Arendt-Demokratiezentrum schon 2027?

Austausch zum Hannah-Arendt-Demokratiezentrum im Lindener Rathaus
Austausch zum Hannah-Arendt-Demokratiezentrum im Lindener Rathaus

Ein Hannah-Arendt-Demokratiezentrum im Lindener Rathaus am Lindener Marktplatz wünschen sich viele Akteure der hannoverschen Zivilgesellschaft. Beim ersten öffentlichen Austausch mit den Initiatoren gab es viele Zusagen, sich am organisatorischen Aufbau zu beteiligen. Auch die Verwaltung unterstützt das Vorhaben und will im Doppelhaushalt 2027/2028 Investitionsmittel bereitstellen, kündigte Ratsmitglied Dr. Daniel Gardemin an. Arno Brandt möchte bereits 2027 mit ersten Veranstaltungen starten. Das Zentrum in Linden-Mitte soll auf drei Etagen im historischen Gebäude aus dem Jahr 1899 gegenüber dem Geburtshaus von Arendt unterkommen.

Die Initiatoren Dr. Daniel Gardemin (l.) und Arno Brandt
Die Initiatoren Dr. Daniel Gardemin (l.) und Arno Brandt

Ein zivilgesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt

Unterstützer Adis Ahmetović (SPD) wünscht sich, dass auch Jugendliche aus Vahrenwald, Sahlkamp und anderen Stadtteilen das Zentrum als "ihren Bildungsort" nutzen
Unterstützer Adis Ahmetović (SPD) wünscht sich, dass auch Jugendliche aus Vahrenwald, Sahlkamp und anderen Stadtteilen das Zentrum als „ihren Bildungsort“ nutzen

Das Hannah-Arendt-Demokratiezentrum soll ein öffentlicher und international vernetzter Ort werden, an dem über die Zukunft der Demokratie diskutiert, ihre Weiterentwicklung erprobt und ihre gesellschaftliche Vertiefung unter dem Leitmotiv „Mehr Demokratie wagen“ erarbeitet wird. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Gaststätte GIG im Erdgeschoss sind als offener Zugang in das Zentrum geplant, die Räume im ersten Obergeschoss sowie der Veranstaltungssaal darüber können für Tagungen, Sitzungen und Events genutzt werden.

Swantje Michaelsen (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die Initiative
Swantje Michaelsen (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die Initiative

Unser Konzept ist nicht fertig. Wir wollen daran mit Interessierten in den kommenden Monaten weiterarbeiten.“ Die Einladung zum Mitmachen von Brandt kam bei den Gästen an. Nicht zuletzt weil sie wissen, wie wichtig öffentliche Räume sind, in denen sich Bürger*innen analog austauschen und informieren können. Bislang haben er und Dr. Gardemin sich ehrenamtlich engagiert, doch Mithilfe ist erforderlich – angefangen von der Raumgestaltung bis zur Festlegung des konkreten Programmangebotes und der Entscheidung über die Form der Trägerschaft. Angesichts positiver Signale aus der Verwaltung zeigten sich beide zuversichtlich, das Hannah-Arendt-Demokratiezentrum schon bald eröffnen zu können. Denkbar sei zudem, dass das Geburtshaus von Hannah Arendt in das Konzept eingebunden werde, kündigte Brandt an.

Herausforderungen

Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek (Unter einem Dach) wies auf die noch fehlende Diversität hin
Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek (Unter einem Dach) wies auf die noch fehlende Diversität hin

Der Abend im Lindener Rathaus zeigte allen Beteiligten, wo noch Herausforderungen liegen, damit das Zentrum nicht „Teil der linken Lindener Bubble“ bleibt, wie einige Gäste formulierten. So sollen verstärkt Kinder- und Jugendinitiativen und migrantische Organisationen angesprochen werden.

25 Initiativen dabei

Die Initiatoren konnten beim ersten Treffen Vertreter*innen aus 25 Initiativen und Organisationen begrüßen. Anwesend waren unter anderem auch der Impulsgeber und Betreiber der Hannah-Arendt-Bibliothek, Walter Koch, der Geschichtenerzähler Reinhard Krüger, der das Märchen „Die weisen Tiere“ von Hannah Arendt bei öffentlichen Veranstaltungen vorträgt, die ehemaligen Landesminister Rolf Wernstedt und Wolfgang Jüttner sowie die aktuellen Bundestagsabgeordneten Swantje Michaelsen (Bündnis 90/Die Grünen), Adis Ahmetovic (SPD) und Gabor Lengyel (Gründungsmitglied und Rabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde). Die Initiatoren werden die nächsten Schritte mit den Teilnehmenden am Austausch planen. Folgende Initiativen und Organisationen waren dabei:

  • Amnesty International
  • Annabee Buchladen
  • Bildungswerk ver.di
  • Cameo Collectiv
  • Didaktik der Demokratie Leibniz Universität Hannover
  • Freundeskreis Hannover
  • Global Partnership Hannover
  • Haus der Religionen
  • Humboldtschule
  • IG Metall
  • IGS Linden
  • Janun
  • Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften Region Hannover-Hildesheim
  • Kulturverein Quartier
  • Landeszentrale für Politische Bildung
  • Ministerin a.D./Verein Lebendiges Linden
  • net Zeitschrift für politisches Denken
  • Netzwerk Erinnerung und Zukunft
  • Omas gegen Rechts
  • Politik Forum Linden-Limmer
  • Polizei Niedersachsen
  • Proterra Bürgerbeteiligung
  • Sozialwissenschaftler Landesamt für Statistik
  • Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen
  • Villa Seligmann
  • Wissenschaft/Didaktik der Demokratie
  • Zeitzentrum Zivilcourage
Rund 70 Personen kamen zum Austausch
Rund 70 Personen kamen zum Austausch

Bildnachweis: Katharina Kümpel

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar