Ihme-Zentrum: Kann ein B-Plan die „Revitalisierung“ befördern?

Oberbürgermeister Belit Onay und dessen planende Verwaltung geben sich euphorisch: Mit einem neuen Bebauungsplan wollen sie die Probleme beim Ihme-Zentrum angehen. Nachfragen dazu ergeben ein differenziertes Bild.

Samstagnachmittag Ende Mai 2026, Hausfest im Wohnhaus Ihmepassage 8/8a. Im höher gelegenen Betonhof vor dem Aufgang zu den rund 50 Wohnungen wird gefeiert. Mehr als zwei Dutzend Bewohner*innen sind gekommen. Jung und Alt treffen sich zum nachbarschaftlichen Austausch. Zu kalten Getränken gibt es ein umfangreiches Buffet, es wird auch gegrillt.

„Wegen Windhorst müssen jetzt alle bluten“

Die Feier findet auf der Ihme-Seite des Zentrums statt. Hier präsentiert sich der „Klotz“ mit seinen über 800 Wohneinheiten von seiner „Schokoladenseite“. Vom Ufer des Flusses aus betrachtet wirkt die Großimmobilie geradezu idyllisch. Gegenüber, von der Spinnereistraße und der Blumenauer Straße aus betrachtet, offenbart sich deren „Schrottseite“. Hier erschreckt in den Basisgeschossen der fortschreitende Verfall, zudem stehen zwei ehemals von enercity und der Stadtverwaltung gemietete Bürotürme seit Jahren komplett leer. Der Filmtitel „Traum-Ruine-Zukunft“ suggeriert etwas anderes.

„Wegen Windhorst müssen jetzt alle bluten“, sagt einer der Feiernden auf dem Hausfest in der Ihmepassage. Das Hausgeld für seine Eigentumswohnung sei nach der Insolvenz der Projektgesellschaft Ihme-Zentrum (PIZ) des Finanzspekulanten um 260 Euro im Monat erhöht worden, berichtet er. Trotzdem werde er bleiben, wegziehen sei nach so langer Zeit keine Alternative. Das ist offenbar auch die Grundhaltung der übrigen Bewohner*innen des Hauses, von denen viele schon seit den 70er-Jahren hier leben. Von den aktuellen Rettungsplänen der Stadt über einen Bebauungsplan haben die meisten in der Zeitung gelesen. Große Betroffenheit scheint es aber dazu nicht zu geben. „Mal abwarten, was kommt“, so die vorherrschende Meinung. Trotz aller Unkenrufe über ihr Zuhause ist die Feierlaune in der Ihmepassage 8/8a ungebrochen.

Bebauungsplan soll „Urbanes Gebiet“ festsetzen

„Mit dem Bebauungsplanverfahren gehen wir einen ersten Schritt zur Revitalisierung des Ihme-Zentrums, das kann nicht von heute auf morgen geschehen. Das Baurecht gibt der Stadt Instrumente diesen Rahmen auch umzusetzen und wir werden diese Instrumente konsequent ausnutzen“, so Stadtsprecherin Janine Herrmann. „Über weitere Handlungsmöglichkeiten werden wir zu gegebener Zeit informieren, soweit mit einer Veröffentlichung keine Nachteile für die rechtlichen Interessen der Landeshauptstadt Hannover oder anderer Beteiligter verbunden sein können“, so Herrmann auf die Frage nach weiteren Ergebnissen des Anfang letzten Jahres beauftragten Fachgutachtens. Dieses sollte städtische Handlungsoptionen aufzeigen. Das Gutachten wird leider noch unter Verschluss gehalten.

„Mit dem neuen städtebaulichen Instrument des ‚Urbanen Gebiets‘ dreht sich der Wind“, freut sich der Lindener Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin. Jetzt müsse die Stadt einen Bebauungsplan vorlegen, der „statt der zigtausend Quadratmeter Büroflächen kleine Geschäfte zur Blumenauer Straße und vor allem Wohnraum auf der Südseite des Ihme-Zentrums“ ermögliche. „Wer auch immer die insolventen Anteile des Ihme-Zentrums übernimmt, ein neuer Investor, das Land oder die Stadt, wird dann die Vorgaben umsetzen müssen. Wird nicht saniert, kann die Stadt durch ein Baugebot die Sanierung erzwingen.“

„Daumenschraube“ für Investoren und Spekulanten

Diesen Hebel hatte Gardemin auf der letzten Bezirksratssitzung in Linden-Limmer als „Daumenschraube“ für Investoren und Spekulanten bezeichnet. Seiner Meinung nach könne die städtebauliche Entwicklung des Ihme-Zentrums durch den Bebauungsplan „endlich gesteuert“ werden. „Der Hebel muss aber auch konsequent angewandt werden, zur Not muss dem Baudezernat politisch nachgeholfen werden“, so Ratsherr Gardemin, der auch Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Stadtrat ist.

Skeptischer äußert sich auf Anfrage Piraten-Politiker Thomas Ganskow – ausdrücklich in seiner Funktion als Bezirksrat und nicht als Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum. „Schon bisher haben Investoren nicht Schlange gestanden, um den gewerblichen Flächen wieder Leben einzuhauchen. Jetzt einen Bebauungsplan aufzustellen, der die wirtschaftliche Nutzung einschränkt, wird das wohl kaum zum Positiven ändern. Wenn der Stadt wirklich an der Revitalisierung liegt, dann kann sie die besagten Flächen übernehmen und nach ihren Vorstellungen umgestalten“, so Ganskow.

Hans Mönninghoff, Vorstandsmitglied des Vereins „Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum“, spricht von „Nebelkerzen“, die jetzt von der Stadt geworfen werden. „Ein Bebauungsplan ist gut, doch die angedrohte Enteignungsmöglichkeit ist eine Kommunalwahlkampf-Nebelkerze, weil dies frühestens in fünf Jahren rechtskräftig möglich wäre. Wichtiger ist, dass sich die Stadt kurzfristig engagiert, dass bei der derzeit laufenden Zwangsversteigerung nicht wieder ein unseriöser Immobilienspekulant, sondern ein geeignetes Sanierungskonsortium den Zuschlag bekommt“, meint der langjährige städtische Umwelt- und Wirtschaftsdezernent Mönninghoff.

Ähnlich sieht es Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube: „Betroffene meinen ja, es sei eine letzte hilflose Reaktion der Stadtverwaltung im Wahlkampfjahr. So weit würde ich zwar nicht gehen, aber ob in dieser völlig verfahrenen Situation die erhofften Effekte tatsächlich erzielt werden können, wage ich zu bezweifeln!“

B-Plan wegen vorhandener Instrumente überflüssig?

Auch Jürgen Oppermann – im Ihme-Zentrum seit vielen Jahren Verwaltungsbeiratsvorsitzender der derzeit 510-köpfigen Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) – vermag die von der Stadt verbreitete Begeisterung über ein neues Bauleitplanverfahren nicht teilen. „Damit werden eher Hindernisse für die an Rendite interessierten Investoren aufgebaut,“ sagt er auf Anfrage. Ein neuer Bebauungsplan sei „völlig überflüssig, weil die vorhandene Teilungserklärung aus dem Jahr 1971 ausreichende Instrumente für Nutzungsänderungen und Kostenverteilungen“ biete. Entsprechende Beschlüsse der WEG seien jederzeit mit einfacher Mehrheit möglich.

Nachdem die Stadt sich in der Vergangenheit bei der „Privatimmobilie“ konsequent herausgehalten und das Feld immer wieder fragwürdigen Spekulanten überlassen hat, ringen aktuell viele Akteure um tragfähige Lösungen für das Ihme-Zentrum. Neben lokaler Politik, Stadtverwaltung und Bewohner*innen engagieren sich nach der Pleite der Windhorst-Projektgesellschaft PIZ derzeit auch drei verschiedene Verwaltungen. Zudem formieren sich Gläubiger wie der Hamburger Altenheim-Unternehmer Ulrich Marseille, dem Lars Windhorst bereits Grundschulden in Höhe von 290 Millionen auf das Ihme-Zentrum eintragen ließ.

Auch der in Hannover mit seinen Telemoritz- und Kaufhof-Plänen hochgelobte Investor Oliver Blume hatte mit Ideen einer KI-City Interesse am Ihme-Zentrum angemeldet. Spannend ist, ob und wie die verschiedenen Akteure zueinander finden. Wird das städtische Baudezernat mit dem im Baugesetzbuch vorgegebenen Instrumentarium das Ihme-Zentrum wieder flott bekommen? Wie sollen die von Kennern auf rund 300 Milllionen geschätzten Sanierungskosten aufgebracht werden?

Stillschweigen über mögliche Investoren und eine Zwangsversteigerung

Wird es eine erneute Zwangsversteigerung der Gewerbeflächen geben? „Hierzu gibt es keinen neuen Stand. Wir stehen im dauerhaften Austausch mit der Stadt Hannover und den laufenden Gesprächen wollen wir inhaltlich nicht vorgreifen“, teilt auf Anfrage von Punkt-Linden Meike Ostrowski mit, PR-Managerin beim PIZ-Insolvenzverwalter, der Kanzlei KösterBerner mit Hauptsitz in Bremen. Die vom Ausgang solcher „Gespräche“ direkt betroffenen Bewohner*innen der Ihmepassage 8/8a feiern trotz aller Unklarheiten ihr Hausfest. „Die Hoffnung stirbt immer zuletzt“, sagt eine von ihnen.

Bildnachweis: Wolfgang Becker

15 Kommentare zu „Ihme-Zentrum: Kann ein B-Plan die „Revitalisierung“ befördern?“

  1. In „sozialen“ Medien meine ich gelesen zu haben, dass es am Di, 23.06.2026 um 18:00 eine Diskussionsveranstaltung zum Ihmezentrum mit vier OB-Kandidaten im FZH Linden geben soll.

    Antworten
  2. die Hoffnung stirbt zuletzt, viel schlimmer kann es ja nicht mehr werden. als Bewohnerin wohne ich hier gerne, die Wohnungen sind top und die Lage könnte nicht besser sein. natürlich ist man als Mieter in der glücklichen Situation, die sonderumlage nicht zahlen zu müssen.

    Antworten
  3. Hat denn niemand Mitleid mit Lars Windhorst? Schließlich ist er der Leidtragende! Am 16.02.2022 veröffentlichte die HAZ ein Interview mit ihm unter dem Titel „Ihme-Zentrum in Hannover ist bald 400 Millionen Euro wert“. Auf die Frage, ob die Eröffnung des Ihme-Zentrums am 30. Juni 2023 zu halten sei, antwortete Lars Windhorst:

    „Das ist unser Ziel. Wenn es länger dauern sollte, wäre ja ich der Leidtragende. Für die Stadt Hannover entstünde dadurch kein Schaden, sondern nur für mich. Im Ihme-Zentrum steckt mein Geld.“ […]

    Sein Geld, sein Schaden, sein Leid! Als ich das Interview damals las, dachte ich: „Wie leichtgläubig muss man sein, ihm diese Geschichte abzunehmen?“ Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass Lars Windhorst nicht wusste, was er tut. Dazu war und ist die Revitalisierung des Ihme-Zentrums zu komplex. Ihm stand „Spielgeld“ zur Verfügung, mit dem er auf „dicke Hose“ machen wollte wie bei Hertha BSC und sonst wo. – Hätten die Leichtgläubigen früher die Reißleine gezogen, wären die Folgen für die verbliebenen Eigentümer weniger dramatisch geworden.

    Antworten
    • Vom „Spielgeld“ scheint wohl noch genügend übrig geblieben zu sein!?

      Laut Justizunterlagen kaufte der Finanzinvestor Lars Windhorst im Frühjahr 2023 eine Luxusvilla in Beverly Hills (L.A.) für rund 47,5 Millionen US-Dollar (ca. 43 Millionen Euro).
      Der Deal ging strategisch einen Tag vor der Einführung einer neuen Luxussteuer in Los Angeles über die Bühne, wodurch er rund 2,6 Millionen Dollar sparte.
      Er gab Vermögenswerte wie Uhren im Wert von rund 600.000 Euro an und handelte mit Aktien eines großen europäischen Waffenherstellers im Volumen von über 100 Millionen Euro.

      Einblicke in die Luxus-Villa von Lars Windhorst in Beverly Hills.

      https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/pokertisch-privatkino-zigarrenlounge-einblicke-luxus-075831299.html

      Antworten
  4. Herr Oppermann wird im Artikel wie folgt zitiert: „Ein neuer Bebauungsplan sei „völlig überflüssig, weil die vorhandene Teilungserklärung aus dem Jahr 1971 ausreichende Instrumente für Nutzungsänderungen und Kostenverteilungen“ biete. Entsprechende Beschlüsse der WEG seien jederzeit mit einfacher Mehrheit möglich.
    Das ist nur theoretisch richtig: In der Denkschrift zur Revitalisierung des Ihmezentrums (https://ihmezentrum.info/?page_id=692) wurde aufgezeigt, dass alle aktuell notwenigen Maßnahmen ohne B-Plan-Änderung und ohne Änderung der Teilungserklärung möglich wären. Der Haken aber ist, dass der Großeigentümer mit den ca. 80 % Stimmrechten, die er in der WEG.Versammlung hat, alle ihm nicht passenden Beschlüsse verhindern kann, sodass das Druckmittel eines neuen B-Plans sinnvoll ist.

    Antworten
      • Statt unsachlich „Sie haben keine Ahnung“ zu schreiben, sollten Sie meinen Text lesen. Ich habe nichts über die Haltung der mehr als 500 Eigentümer*innen geschrieben (die zusammen nur 18,8 % der Eigentumsanteile und noch weniger Stimmrechte haben. Der Großeigentümer hat 85,7 % der Stimmrechte und die jeweilige Großigentümer haben mit ihrer Stimm-Mehrheit immer alle Sanierungsarbeiten boykottiert und da kann jetzt eine B-Plan-Änderung mit Baugebot und am Ende Eneignungsmöglichkeit langfristig gesehen helfen, wenn der Großeigentümer nicht koperativ ist.

        Antworten
    • Herr Mönninghoff, machen Sie doch erstmal Ihre Hausaufgaben. Aus Ihrer Denkschrift: 172 PIZ-Wohnungen mit 11.500 m² Wohnfläche übernehmen. 135 davon befinden sich im Gebäude Ihmeplatz 1 (das Hochhaus-Eckgebäude am Küchengarten),
      Es handelt sich in der EG 16 Ihmeplatz 1 um insgesamt 177 Wohnungen, davon 83 PIZ und somit um 94 Wohnungen, die den Eigentümern gehören.

      Antworten
      • Liebe Petra,
        danke für den Hinweis! Ja, da ist uns ein Fehler unterlaufen und deine Zahlen stimmen natürlich. Wir werden das zukünftig richtig kommunizieren. Andererseits freut mich, dass du die Denkschrift so sorgfältig gelesen hast. Sie wurde 2023 erstellt, von ca. 800 Menschen unterschrieben und ist auch heute noch aktuell. Für Interessent*innen: https://ihmezentrum.info/?page_id=692

        Antworten
  5. Wurde eigentlich zwischenzeitlich der Geldfluss von Herrn M. an Herrn W. zweifelsfrei nachgewiesen?

    Immerhin handelt es sich ja um 290 Millionen Euro, die sicher nicht in einem Aktenkoffer übergeben wurden. Und woher stammt dieses Geld? Vielleicht sollen damit auch unseriöse Geldgeschäfte verschleiert werden.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einem nochmals Geld „leiht“, wenn es zuvor beim „Entleiher“ Rückzahlungsschwierigkeiten gab?

    Die Wahrheit kommt wohl nie ans Licht..

    Antworten
    • Dazu bräuchte es der Mitwirkung des Herrn M. Davon ist aktuell nichts zu erkennen.

      Das 290-Millionen-Problem, dass einen Erwerb aus der Insolvenzmasse nahezu unmöglich macht, ließe sich am ehesten durch eine Zwangsversteigerung aus der Welt schaffen. Denn dann verschwinden sie aus dem Grundbuch. Anderenfalls müsste der Insolvenzverwalter der Löschung zustimmen. Und da der nach Ablösung des vorherigen Insolvenzverwalters durch Herrn M. präsentiert wurde, ist das bestimmt kein Selbstläufer.

      Antworten
      • Ich habe das so in Erinnerung, dass die Gläubiger trotzdem – zumindest einen Teil- aus dem Erlös bekommen. Das sollte nicht so einfach hingenommen werden, wenn der Zahlungsfluss angezweifelt werden kann. Wer kann nachweisen, das es nicht ein „Geschäftsmodell“ ist, Immobilien zu kaufen, wo die Stadt Miteigentümer oder nur Mieter ist und dann „fiktive“ Schulden ins Grundbuch einzutragen mit der Hoffnung durch eine Zwangsversteigerung mehr zu erhalten als investiert wurde?

        Antworten

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15 Kommentare zu „Ihme-Zentrum: Kann ein B-Plan die „Revitalisierung“ befördern?“

  1. In „sozialen“ Medien meine ich gelesen zu haben, dass es am Di, 23.06.2026 um 18:00 eine Diskussionsveranstaltung zum Ihmezentrum mit vier OB-Kandidaten im FZH Linden geben soll.

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  2. die Hoffnung stirbt zuletzt, viel schlimmer kann es ja nicht mehr werden. als Bewohnerin wohne ich hier gerne, die Wohnungen sind top und die Lage könnte nicht besser sein. natürlich ist man als Mieter in der glücklichen Situation, die sonderumlage nicht zahlen zu müssen.

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  3. Hat denn niemand Mitleid mit Lars Windhorst? Schließlich ist er der Leidtragende! Am 16.02.2022 veröffentlichte die HAZ ein Interview mit ihm unter dem Titel „Ihme-Zentrum in Hannover ist bald 400 Millionen Euro wert“. Auf die Frage, ob die Eröffnung des Ihme-Zentrums am 30. Juni 2023 zu halten sei, antwortete Lars Windhorst:

    „Das ist unser Ziel. Wenn es länger dauern sollte, wäre ja ich der Leidtragende. Für die Stadt Hannover entstünde dadurch kein Schaden, sondern nur für mich. Im Ihme-Zentrum steckt mein Geld.“ […]

    Sein Geld, sein Schaden, sein Leid! Als ich das Interview damals las, dachte ich: „Wie leichtgläubig muss man sein, ihm diese Geschichte abzunehmen?“ Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass Lars Windhorst nicht wusste, was er tut. Dazu war und ist die Revitalisierung des Ihme-Zentrums zu komplex. Ihm stand „Spielgeld“ zur Verfügung, mit dem er auf „dicke Hose“ machen wollte wie bei Hertha BSC und sonst wo. – Hätten die Leichtgläubigen früher die Reißleine gezogen, wären die Folgen für die verbliebenen Eigentümer weniger dramatisch geworden.

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    • Vom „Spielgeld“ scheint wohl noch genügend übrig geblieben zu sein!?

      Laut Justizunterlagen kaufte der Finanzinvestor Lars Windhorst im Frühjahr 2023 eine Luxusvilla in Beverly Hills (L.A.) für rund 47,5 Millionen US-Dollar (ca. 43 Millionen Euro).
      Der Deal ging strategisch einen Tag vor der Einführung einer neuen Luxussteuer in Los Angeles über die Bühne, wodurch er rund 2,6 Millionen Dollar sparte.
      Er gab Vermögenswerte wie Uhren im Wert von rund 600.000 Euro an und handelte mit Aktien eines großen europäischen Waffenherstellers im Volumen von über 100 Millionen Euro.

      Einblicke in die Luxus-Villa von Lars Windhorst in Beverly Hills.

      https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/pokertisch-privatkino-zigarrenlounge-einblicke-luxus-075831299.html

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  4. Herr Oppermann wird im Artikel wie folgt zitiert: „Ein neuer Bebauungsplan sei „völlig überflüssig, weil die vorhandene Teilungserklärung aus dem Jahr 1971 ausreichende Instrumente für Nutzungsänderungen und Kostenverteilungen“ biete. Entsprechende Beschlüsse der WEG seien jederzeit mit einfacher Mehrheit möglich.
    Das ist nur theoretisch richtig: In der Denkschrift zur Revitalisierung des Ihmezentrums (https://ihmezentrum.info/?page_id=692) wurde aufgezeigt, dass alle aktuell notwenigen Maßnahmen ohne B-Plan-Änderung und ohne Änderung der Teilungserklärung möglich wären. Der Haken aber ist, dass der Großeigentümer mit den ca. 80 % Stimmrechten, die er in der WEG.Versammlung hat, alle ihm nicht passenden Beschlüsse verhindern kann, sodass das Druckmittel eines neuen B-Plans sinnvoll ist.

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      • Statt unsachlich „Sie haben keine Ahnung“ zu schreiben, sollten Sie meinen Text lesen. Ich habe nichts über die Haltung der mehr als 500 Eigentümer*innen geschrieben (die zusammen nur 18,8 % der Eigentumsanteile und noch weniger Stimmrechte haben. Der Großeigentümer hat 85,7 % der Stimmrechte und die jeweilige Großigentümer haben mit ihrer Stimm-Mehrheit immer alle Sanierungsarbeiten boykottiert und da kann jetzt eine B-Plan-Änderung mit Baugebot und am Ende Eneignungsmöglichkeit langfristig gesehen helfen, wenn der Großeigentümer nicht koperativ ist.

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    • Herr Mönninghoff, machen Sie doch erstmal Ihre Hausaufgaben. Aus Ihrer Denkschrift: 172 PIZ-Wohnungen mit 11.500 m² Wohnfläche übernehmen. 135 davon befinden sich im Gebäude Ihmeplatz 1 (das Hochhaus-Eckgebäude am Küchengarten),
      Es handelt sich in der EG 16 Ihmeplatz 1 um insgesamt 177 Wohnungen, davon 83 PIZ und somit um 94 Wohnungen, die den Eigentümern gehören.

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      • Liebe Petra,
        danke für den Hinweis! Ja, da ist uns ein Fehler unterlaufen und deine Zahlen stimmen natürlich. Wir werden das zukünftig richtig kommunizieren. Andererseits freut mich, dass du die Denkschrift so sorgfältig gelesen hast. Sie wurde 2023 erstellt, von ca. 800 Menschen unterschrieben und ist auch heute noch aktuell. Für Interessent*innen: https://ihmezentrum.info/?page_id=692

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  5. Wurde eigentlich zwischenzeitlich der Geldfluss von Herrn M. an Herrn W. zweifelsfrei nachgewiesen?

    Immerhin handelt es sich ja um 290 Millionen Euro, die sicher nicht in einem Aktenkoffer übergeben wurden. Und woher stammt dieses Geld? Vielleicht sollen damit auch unseriöse Geldgeschäfte verschleiert werden.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einem nochmals Geld „leiht“, wenn es zuvor beim „Entleiher“ Rückzahlungsschwierigkeiten gab?

    Die Wahrheit kommt wohl nie ans Licht..

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    • Dazu bräuchte es der Mitwirkung des Herrn M. Davon ist aktuell nichts zu erkennen.

      Das 290-Millionen-Problem, dass einen Erwerb aus der Insolvenzmasse nahezu unmöglich macht, ließe sich am ehesten durch eine Zwangsversteigerung aus der Welt schaffen. Denn dann verschwinden sie aus dem Grundbuch. Anderenfalls müsste der Insolvenzverwalter der Löschung zustimmen. Und da der nach Ablösung des vorherigen Insolvenzverwalters durch Herrn M. präsentiert wurde, ist das bestimmt kein Selbstläufer.

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      • Ich habe das so in Erinnerung, dass die Gläubiger trotzdem – zumindest einen Teil- aus dem Erlös bekommen. Das sollte nicht so einfach hingenommen werden, wenn der Zahlungsfluss angezweifelt werden kann. Wer kann nachweisen, das es nicht ein „Geschäftsmodell“ ist, Immobilien zu kaufen, wo die Stadt Miteigentümer oder nur Mieter ist und dann „fiktive“ Schulden ins Grundbuch einzutragen mit der Hoffnung durch eine Zwangsversteigerung mehr zu erhalten als investiert wurde?

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