Ein Lastwagen hat am Mittwochmittag einen Brückenpfeiler der Eichenbrink-Brücke über den Stichkanal Linden beschädigt. Nach dem Unfall mussten Teile der Fahrbahn sowie der stadteinwärts führende Geh- und Radweg gesperrt werden. Ein Sachverständiger soll nun prüfen, ob die mehr als 100 Jahre alte Brücke Schäden an der Tragkonstruktion erlitten hat.
Der Unfall ereignete sich gegen 12.30 Uhr auf der Brücke Eichenbrink in Hannover-Limmer. Nach ersten Erkenntnissen befuhr ein in den Niederlanden zugelassener DAF-XG-Sattelzug mit einem dreiachsigen Sattelauflieger die Brücke. Vermutlich schwenkte das Fahrzeug beim Befahren aus und prallte mit dem rechten Heck gegen einen Brückenpfeiler. Durch den Aufprall brachen größere Betonstücke aus dem Pfeiler heraus und fielen auf die Fahrbahn. Der Sachschaden am Lastwagen selbst fiel vergleichsweise gering aus.
Polizei sperrt Fahrbahn und Radweg
Die Polizei sperrte nach dem Unfall den stadteinwärts führenden Geh- und Radweg sowie eine Fahrspur. Ein Sachverständiger wird jetzt hinzugezogen, um die Standsicherheit der Brücke zu beurteilen. Nach ersten Einschätzungen soll die Tragfähigkeit der Brücke derzeit nicht beeinträchtigt sein. Das endgültige Ergebnis der Begutachtung steht jedoch noch aus.
Brücke ist nur bis 16 Tonnen freigegeben
Besonders brisant: Die Brücke ist für Fahrzeuge bis maximal 16 Tonnen Gesamtgewicht freigegeben. Der beteiligte Lastwagen war ein moderner DAF XG mit dreiachsigem Sattelauflieger. Bereits das Leergewicht eines solchen Gespanns liegt je nach Ausstattung bei etwa 14 bis 16 Tonnen. Beladen kann das Fahrzeug bis zu 40 Tonnen Gesamtgewicht erreichen. Ob der Lastwagen zum Unfallzeitpunkt beladen war und ob ein Verstoß gegen die zulässige Gewichtsbeschränkung vorliegt, ist derzeit noch nicht bekannt.
Ersatzneubau bereits geplant
Die Brücke über den Stichkanal Linden wurde zwischen 1912 und 1913 errichtet und hat ihre ursprünglich vorgesehene Lebensdauer von rund 100 Jahren bereits deutlich überschritten.
Ein Ersatzneubau ist bereits vorgesehen. Nach aktuellem Planungsstand soll dieser Mitte 2030 beginnen und Ende 2031 abgeschlossen werden. Bauherr ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), zuständig ist die Fachstelle Brücken Mitte beim Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt. Der Neubau wird – wie alle neuen Brücken der WSV – für eine Traglast von 40 Tonnen ausgelegt.




Es handelt sich hier um Sandstein und nicht um Beton. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Statik der Brücke beeinträchtigt ist. Die Tore haben keine statische Funktion. Das Ganze kann ohne weiteres wieder aufgebaut werden. Ich habe mal beim Wasser- und Schifffahrtsamt angefragt, wie die Entwürfe für die neue Brücke aussehen. Ich habe aber keine Antwort erhalten. Ich finde, der Neubau sollte sich an der unter Denkmalschutz stehenden Brücke anlehnen, um diese historische städtebauliche Situation nachvollziehbar zu machen.