
Nach einer spektakulären Flucht vor der Polizei ist es in der Nacht auf Dienstag, 3. März 2026, im Bereich des Deisterplatzes in Hannover zu einem schweren Verkehrsunfall mit anschließendem Fahrzeugbrand gekommen. Drei junge Männer wurden dabei schwer verletzt. Die Polizei hat umfangreiche Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeuginnen und Zeugen.
Kontrolle an der Fröbelstraße – Beifahrer übernimmt Steuer
Nach bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsunfalldienstes Hannover wollte eine Polizeistreife gegen 01:15 Uhr im Bereich der Fröbelstraße in Linden-Nord einen silbernen BMW 3er kontrollieren. Der Fahrer kam der Halteaufforderung zunächst nach und stieg aus dem Fahrzeug aus, um sich überprüfen zu lassen. Währenddessen setzte sich jedoch der Beifahrer auf den Fahrersitz und beschleunigte plötzlich stark. Er entzog sich damit der Kontrolle und flüchtete mit dem Fahrzeug. Mehrere Streifenwagen nahmen umgehend die Verfolgung auf. Die Fahrt führte durch verschiedene Straßen in Linden-Nord, bevor der BMW in Höhe der Fössestraße auf den Westschnellweg in Fahrtrichtung Süden auffuhr.
Kontrolle verloren – BMW prallt gegen Ampelmast
Im Bereich des Deisterplatz-Kreisels verlor der jugendliche Fahrzeugführer schließlich die Kontrolle über den Wagen. Das Fahrzeug schleuderte von der Fahrbahn und prallte gegen einen Ampelmasten. Durch die Wucht des Aufpralls entzündete sich der BMW und geriet in Vollbrand. Gegen 1:20 Uhr wurde darüber die Feuerwehr mit mehreren Notrufen alarmiert. Gemeldet wurde ein verunfallter Pkw am Deisterplatz, der bereits in Flammen stand. Nach ersten Angaben sollten sich noch drei Personen im Fahrzeug befinden. Angesichts dieser Lage alarmierte die Leitstelle ein umfangreiches Kräfteaufgebot an die Einsatzstelle. Neben dem Löschzug der Feuer- und Rettungswache 4 rückte auch die Ortsfeuerwehr Linden sowie Spezialkräfte der Fachgruppe Technische Hilfe aus. Der Rettungsdienst war zeitweise mit insgesamt 21 Fahrzeugen und 47 Einsatzkräften vor Ort.
Insassen konnten sich selbst befreien
Beim Eintreffen der ersten Feuerwehr-Einsatzkräfte stellte sich die Situation anders dar als zunächst befürchtet: Polizeikräfte und Ersthelfer konnten die drei Insassen noch vor dem vollständigen Übergreifen der Flammen aus dem Fahrzeug befreien. Sie erlitten zum Teil schwere Verletzungen und wurden umgehend rettungsdienstlich versorgt. Anschließend erfolgte der Transport in hannoversche Kliniken. Neben dem mutmaßlichen Fahrer wurden ein 18-jähriger Mitfahrer sowie ein weiterer Mann, dessen Identität bislang nicht abschließend geklärt ist, verletzt.
Die Feuerwehr konzentrierte sich auf die Brandbekämpfung. Unter Atemschutz gingen Einsatzkräfte mit zwei Löschrohren gegen die Flammen vor und konnten das Feuer zügig unter Kontrolle bringen. Im Anschluss wurden ausgelaufene Betriebsstoffe großflächig mit Ölbindemittel abgestreut, um weitere Gefahren für den Verkehr und die Umwelt zu verhindern.
Umfangreiche Ermittlungen – mehrere Strafverfahren drohen
Der Verkehrsunfalldienst Hannover hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Gegen den jugendlichen Unfallfahrer wird nun wegen mehrerer mutmaßlicher Verkehrsstraftaten ermittelt. Im Raum stehen unter anderem der Verdacht des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, der Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung, unerlaubten Entfernen vom Unfallort sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis.
Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zur Fahrweise des BMW, zum Verlauf der Verfolgungsfahrt oder zum Unfallgeschehen machen können, sich beim Verkehrsunfalldienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-1888 zu melden.
Wer bezahlt den Schaden ?