
1270 Personen wollen, dass auf der gesamten Wunstorfer Straße eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 gilt. Mitglieder der BI Wasserstadt Limmer haben die Petition mit den Unterschriften und einen Antrag zur Umsetzung an die Verwaltung von Oberbürgermeister Belit Onay übergeben. Der sichtlich erfreute Verwaltungschef sicherte eine rasche Prüfung des Antrages zu. Auch der Stadtbezirksrat Linden-Limmer hat sich für Tempo 30 in der Bundesstraße ausgesprochen.
Mehr Sicherheit und Lebensqualität
Tempo 30 macht den Schulweg für Kinder sicherer, reduziert Lärm und Feinstaubbelastung für die Anliegenden und senkt Unfallgefahren mit zu Fuß Gehenden: Die Befürwortenden einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung für die Bundesstraße erhoffen sich langfristig zudem, dass sie für den Durchgangsverkehr unattraktiv wird und Limmer wieder ein lebendiger und zusammenhängender Stadtteil wird. Denn aktuell „zerteilt die Wunstorfer Straße einen lebendigen Stadtteil und es gibt kaum Möglichkeiten, diese sicher zu überqueren: Der Zebrastreifen am Ende des Ortes wird von den meisten Autofahrenden ignoriert, die Ampel an der Tegtmeyerstraße ist regelmäßig defekt, die Ampel vor der Tanzschule wird von zu schnell fahrenden Autofahrern teilweise übersehen“, heißt es in einem der 395 Online-Kommentare zur Petition.
Kooperation und Antrag an Verwaltung

Die BI versteht die Petition als Angebot der Anwohnenden, mit der Stadt bei der Umsetzung zusammenarbeiten zu wollen. Anlieger Marcus Peters hat ergänzend einen Antrag an die Verwaltung auf „die Anordnung einer durchgehenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30“, beginnend an der Kreuzung Wunstorfer Straße Ecke Zimmermannstraße und Friedhofstraße bis zur Kanalbrücke über den Stichkanal Hannover-Linden, übergeben. Die Verwaltung soll zudem ergänzende Maßnahmen zur Erhöhung der Querungssicherheit wie etwa zusätzliche Zebrastreifen, Geschwindigkeits-Anzeigetafeln oder verstärkte Verkehrsüberwachung prüfen. Und schließlich sollte eine begleitende Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung vor der Umsetzung sowie 12 Monate nach der Umsetzung erfolgen, um die Wirkung des Vorhabens zu dokumentieren. Er und die BI beziehen sich in ihrer Argumentation auf die neue Straßenverkehrsordnung, die Kommunen wie Hannover ermöglicht, Tempo 30 auch auf Bundesstraßen anzuordnen. „Die Voraussetzungen dafür sind auf der Wunstorfer Straße eindeutig erfüllt“, sagt Peters. Denn die Straße führe zur Grundschule Kastanienhof, zum Gymnasium Limmer, zu den Kitas Nikolai-Gemeinde und Wasserstadt, zum Pflegeheim an der Wasserstadt und zur Tagespflege Tegtmeyerstraße, sowie zu den Spielplätzen und Geschäften.
Ich frage mich, wo eigentlich die der Zimmermannstraße Anwohnenden vorkommen. Sind die weniger schützenswert?
In der Wunstorfer Str gibt es eine rekordverdächtige Dichte an Ampeln, die alle Einrichtungen mit ihren Fußwegen abdecken.
Es ist merkwürdig, dass das Verständnis für Hauptstraßen mit ihren diversen sicheren Ausbaustandards und der Tempo-30-Nebenstraßen immer mehr abnimmt. Und wenn man die Argumentation ernst nimmt, müsste man ja den Durchgangsverkehr sperren, also zB vor oder hinter Wasserstadt dicht machen. Gibts da auch ne Kampagne für?
Ich teile deine Einschätzung. Eigentlich müssten wir eine Kampagne für Tempo 30 in allen Innenstädten starten. Andere europäischen Städte sind da viel weiter. Dort sinken die Zahlen der Verkehrstoten und Unfälle. In Deutschland ist die autolobby leider sehr stark.
Aber: Die Petition ist ein Anfang!
In diesem Zusammenhang ist eine Studie der Björn-Steiger-Stiftung bemerkenswert, die am 5. Januar 2026 vom Deutschlandfunk verbreitet wurde:
https://www.deutschlandfunk.de/studie-zu-tempo-30-weniger-unfaelle-kaum-laengere-fahrzeit-102.html
Ich befürchte allerdings, dass weder diese Studie noch die Fürsprache unseres Oberbürgermeisters die Stadtverwaltung der LHH dazu ermuntert, Vernunft walten zu lassen. Die Deisterstraße lässt grüßen. Die Antwort wird lauten: „Die Stadtverwaltung habe die Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung ausgeschöpft, um Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen anzuordnen. Weitere Ausweitungen sind derzeit nicht möglich.“
Der Zebrastreifen am Ende des Ortes wird von den meisten Autofahrenden ignoriert, die Ampel an der Tegtmeyerstraße ist regelmäßig defekt, die Ampel vor der Tanzschule wird von zu schnell fahrenden Autofahrern teilweise übersehen“, heißt es, also weder ich noch andere Autofahrer/innen übersehen den Zebrastreifen nicht, die halbe Strecke ist 30 zone . Man kann die Straßen sicher überqueren wenn man sich an die Regeln hält dafür gibt es ja den Zebrastreifen und die Fußgänger Ampeln.
die Ampel an der Tegtmeyerstraße ist regelmäßig defekt, das stimmt nicht. Es handelt sich hierbei um eine „schlafende Ampel“ Wenn gedrückt wird schaltet sich die Ampel ein!
Das ist keine echte „Schlafampel“.
Echte Schlafampeln haben normal überhaupt keine Anzeige. Erst bei Anforderung schaltet eine Schlafampel auf Rot für den Kfz-Verkehr (siehe Nienburger Straße / Hauptuni).
Alle Ampeln in der Wunstorfer Straße sind keine echten Schlafampeln, aber teilweise mit langen Umschaltzeiten.
Durch die Strecke Fridhofstr. bis einschließlich der Brücke über den Stichkanal ( hier ist ab Dieselstr schon 30 ausgeschildert) wird gebrettert was das Zeug hält. An die 30er Zone hält sich hier niemand.
Auch die LKW die zu VW in die Südfeldstr fahren, denken sie wären auf einer Rennstrecke.
Hier sollte auch vermehrt kontrolliert werden.
Dann sollte die angebliche Mehrheit eine Petition für den Erhalt von Tempo 50 in der Wunstorfer Straße möglichst bald auf den Weg bringen, um sich so Gehör zu verschaffen.
Bevor es dafür zu spät ist.
1270 Stimmen und nicht alle kommen aus Limmer.
Eine Mehrheit hat die Petition nicht unterschrieben und sieht keine Notwendigkeit für ein Tempolimit.
Das stimmt – und das ist bei Petitionen immer so. Auch die 1.270 Unterschriften erheben keinen Anspruch, für alle zu sprechen. Was sie zeigen: dass es ein ernsthaftes, breit geteiltes Anliegen gibt, das eine formale Prüfung verdient.
Zur Einordnung: Petitionen sind kein Volksentscheid, sondern ein Instrument der Bürgerbeteiligung. Sie bringen ein Anliegen auf den Tisch – die Entscheidung liegt bei der Verwaltung, die alle Interessen abwägt.
Und die Argumente für Tempo 30 stehen unabhängig von der Zahl der Unterschriften: Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen an dieser Straße, bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Stunde, dokumentierte Gefahrensituationen – und eine neue Straßenverkehrsordnung, die genau für solche Fälle gemacht wurde.
Aber vielleicht ist das die eigentliche Frage dahinter: Woran orientiert sich die Gestaltung unseres Verkehrsraums? An denen, die durchfahren – oder an denen, die hier leben, ihre Kinder zur Schule schicken, die Straße täglich überqueren müssen und seit Jahren unter der Teilung ihres Stadtteils leiden? Wir finden: Die Argumente der Menschen, die hier wohnen, sollten berücksichtigt werden – genau darfür ist die Novelle der StVO 2024 verabschiedet worden.
Wer Sicherheit möchte, sollte sich dafür einsetzen, dass auch Fußgänger und Radfahrer gute Vorbilder für andere sind und nicht bei „Rot“ über die Ampel gehen oder fahren. Das nehme ich als Fußgängerin JEDEN Tag wahr. Die Überwege selbst könnten auch sicherer gestaltet werden. Ein Tempolimit ändert nichts an der Tatsache, dass es immer ein paar Idioten gibt die schneller fahren oder einzelne Autofahrer beim Abbiegen (was selten mit mehr als 30 kmh möglich ist) Radfahrer/Fußgänger übersehen.
Man muss sich auch als Fußgänger oder Radfahrer absichern ob der Autofahrer stehen bleibt oder nicht. Es sind Menschen im Auto und keine unfehlbaren Maschinen. Jeder kann Fehler machen, aber mit gegenseitiger Rücksicht kommt man besser ans Ziel, als immer nur auf sein Recht zu pochen.
Warum gibt es immer schnellere Fahrräder? Diese fahren direkt neben Kindern und alten Leuten auf dem Gehweg, ohne dass jemand aufschreit und Kinder als Grund für ein „Tempolimit“ für Radfahrer zu fordern. Dabei ignorieren schon viele, dass sie als Geduldete nur mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren dürfen. Aber wer hält sich daran? Jedes Kind, jeder Erwachsene muss den Radweg betreten um zur Ampel zu kommen, wird da eine Verbesserung gefordert?
Ich möchte mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Radfahrenden – deshalb habe ich diese Petition gestartet. Lies die Kommentare auf OpenPetition – dort schildern Eltern, Nachbarn und Menschen, die diese Straße täglich nutzen, ganz konkret ihre Erfahrungen und Einschränkungen durch den Autoverkehr.
Dass auch Fußgänger bei Rot gehen und manche Radfahrende rücksichtslos oder unaufmerksam sind, stimmt. Aber das ist kein Argument gegen Tempo 30 – sondern eines dafür. Denn geringere Geschwindigkeiten schützen auch dann, wenn Menschen Fehler machen – egal ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Auto. Genau das zeigen Erfahrungen aus vielen europäischen Städten, in denen die Zahl der Verkehrstoten deutlich gesunken ist – teilweise sogar auf null.
In Deutschland hingegen sind die Zahlen so dramatisch wie eindeutig:
2023 wurden innerorts 592 Fußgängerinnen und Radfahrende getötet. An diesen tödlichen Unfällen sind fast immer Autos beteiligt, und in über 70 Prozent der Fälle tragen die Autofahrenden die Hauptschuld.
Die eigentliche Frage bleibt also: Wem gehört der Straßenraum – und wer wird geschützt?
Unsere Antwort ist klar: den Menschen, die hier leben. Nicht denen, die nur durchfahren.
Maßnahmen für mehr Sicherheit mit Verweis auf andere Probleme zu relativieren, hilft nicht weiter – es lenkt vom eigentlichen Problem ab.
Wenn Du eine Initiative für bessere Radinfrastruktur, Fußgängerschutz und mehr gegenseitige Rücksicht startest, bin ich dabei!