Leinertbrücke in Hannover, die über die Ihme führt

Leinertbrücke

Die Leinertbrücke gilt als wichtige Verkehrsader zwischen Hannover und dem Stadtteil Linden. Sie verbindet über die Spinnereistraße die Glocksee vom Stadtteil Calenberger Neustadt und den Küchengarten vorbei am angrenzenden Ihme-Zentrum.

Namensgeber Robert Leinert – Oberbürgermeister der Stadt Hannover

Benannt ist die Brücke, die allgemein als Spinnereibrücke bezeichnet wird, nach dem ersten sozialdemokratischen Oberbürgermeister der Stadt Hannover Robert Leinert, der von 1918 bis 1924 im Amt war, zur Zeit der Eingemeindung Lindens.

1873 in Striesen/Dresden geboren, verbrachte Leinert seine Kindheit im Armenhaus und kam als Malergeselle nach Hannover. Hier war er als Arbeitersekretär für die SPD sowie als Redakteur der Volkszeitung „Volkswille“ tätig. Er stieg zum Parteisekretär der Preußischen Provinz Hannover und Vorsitzenden des hannoverschen Arbeiter- und Soldatenrates auf. Am 13. November 1918 wurde Robert Leinert zum ersten sozialdemokratischen Oberbürgermeister einer preußischen Großstadt ernannt. Bis 1924 hatte er auch das Präsidentenamt in preußischen Landtag inne.

Hannover entwickelte sich unter Leinerts Federführung gegen alle Widerstände von der Monarchie zur Demokratie. Weitere Meilensteine seiner Amtszeit waren die Teilnahme von Arbeitern an Kommunalwahlen und der Eintritt von Frauen in das hannoversche Stadtparlament. Auch die Eingemeindung von Linden, die Kommunalisierung des Theaters im Opernhaus und der soziale Wohnungsbau sind Erfolge der Ära Leinert, die 1954 mit dem Sturz des Oberbürgermeisters durch das konservative Bürgervorsteherkollegium endete.

In seiner persönlichen Art und Lebensweise war der Oberbürgermeister, der 1940 verstarb, bescheiden, wollte nur als Herr Leinert angesprochen werden und zog die Mietwohnung der Stadtdirektorenvilla vor. Eine gelungene Würdigung der Verdienste Leinerts um die Demokratie hat nun die 33-jährige Historikern Anne Berlit-Schwigon aus Hannover mit der Biografie „Robert Leinert. Ein Leben für die Demokratie. Sozialdemokratische Politik in der Weimarer Republik.“ vorgelegt, die ihm Zeit seines Lebens leider versagt blieb.

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