Wohnen im Stichkanal Lindener Hafen nicht erlaubt

Stichkanal ist nur offen für Binnengüterschiffe und Schubverbände
Stichkanal ist nur offen für Binnengüterschiffe und Schubverbände

474 Schiffe haben den Stichkanal Lindener Hafen zwischen dem Jahr 2020 und Ende 2025 passiert. Der Gewerbe- und Logistikstandort erfüllt damit aus Sicht der Verwaltung weiter die Funktion eines Speditionshafens. Wohnen in Hausbooten ist deshalb im Lindener Hafen verboten, hat sie dem Stadtbezirksrat Linden-Limmer jetzt mitgeteilt. Thomas Ganskow hatte für die Gruppe DIE LINKE. & PIRATEN gefragt, ob „angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum“ dauerhaftes Wohnen im Lindener Hafen möglich ist, und auf Regelungen in anderen Städten verwiesen.

Hafenordnung

Der Hafenbereich ist laut Verwaltung ausschließlich für „gewerbliche Tätigkeiten“ vorgesehen. „Zutritt für Privatpersonen ist nicht gestattet.“ Aktuell ist der Lindener Hafen weder an die Strom- und Wasserversorgung noch an die Entsorgung angeschlossen.  Im Jahr 2025 haben  99 Schiffe – oder durchschnittlich acht Schiffe pro Monat – den Stichkanal angefahren, um ihre Waren – Baustoffe, Schrott, Recyclingmaterialien oder Stahlprodukte –   zu ent- oder beladen.  Da der Hafen über die denkmalgeschützte Lindener Hafenschleuse (Länge: 85 m, Breite: 10 m) angesteuert wird, ist die Größe der Binnengüterschiffe oder Schubverbände beschränkt. Zuständig für den Lindener Hafen sind die Städtischen Häfen, ein Eigenbetrieb der Stadt. Öffentlich zugängliche Statistiken zu den Umschlagszahlen dort gibt es nicht.

Attraktive Lage - nicht nur für Badegäste im Sommer!
Attraktive Lage am Wasser

Hamburg macht’s möglich

Im Bezirk Hamburg-Mitte haben 2008 die Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen in ihrer Koalitionsvereinbarung die zentrale politische Zielsetzung formuliert, Hamburg-Mitte als „den Bezirk am Wasser“ zu profilieren. Ein Kernelement dabei ist die Förderung des Wohnens auf dem Wasser. Seit 2009 koordiniert das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung die Pilotprojekte etwa am Norderkai-Ufer und am Victoriakai-Ufer. Seit 2016 gibt es einen bezirklichen Rahmenplan für Hausboote und schwimmende Häuser in dem Bezirk  sowie einen Genehmigungsleitfaden.

Kommentar

Hamburg, Berlin, Köln, Bremen, Dortmund, Frankfurt und weitere Städte haben innerstädtische Häfen, deren Nutzung sich seit den 2000er verändert hat. Eine Neuausrichtung auf Wohnen auf dem Wasser funktioniert nur auf Basis klarer politischer Entscheidungen, die von der Verwaltung dann umgesetzt werden. Eine Beschäftigung mit Hamburg wäre sicher hilfreich für die Debatten im Stadtbezirksrat Linden-Limmer und der Stadt.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

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