
Zu neuen Ufern ist Joy Lohmann, der Initiator des Kulturbootes „ZuKunst“, aufgebrochen. Noch bis Oktober sind er und sein Team mit Aktionen am Schiffsanleger in Linden oder auf der Ihme und Leine präsent. Danach geht es in die Backwaters von Kerala in Indien. Dort baut er mit einem internationalen Team eine schwimmende Universität nach dem Vorbild des modularen sechseckigen Bausystems von Open Islands. Bei der Messe MakerFaire am 15. und 16. August im HCC Hannover informiert Lohmann am ZuKunst-Stand über das Projekt.

Backwaters von Kerala
Kerala ist bekannt für seine Backwaters, einem Wasserstraßennetz mit rund 1000 Hausbooten. „Bei meinem Besuch habe ich den Hausbootbauer Ray kennengelernt, der schwimmende Architekturen für den Klimawandel anpassen möchte.“ Beide wollen nun eine modulare Innovationsplattform für Low-Tech-Lösungen zur Klimaresilienz an Binnengewässern errichten und dauerhaft betreiben. Bei dem Projekt gehe es auch um künstlerische Forschung, interkulturelles Lernen und die Verbreitung geeigneter Low-Tech-Lösungen für produktive schwimmende und klimaresiliente Inseln“, sagt Lohmann.
Open-Island-System
Das als mobiles Reallabor genutzte Hausboot „ZuKunst“ nutzt die Technik des „Open-Island“-Systems, einem modularen und open-source lizenzierten Bausystem für sechseckige, schwimmende Plattformen. Lohmann hat es mit dem Verein Makers For Humanity initiiert und basiert auf der Idee, schwimmende Inseln überwiegend aus Upcycling- und Recyclingmaterialien im Do-it-yourself-Verfahren zu bauen. Erste Vorläufer entstanden zur Expo 2000.