
Ein unscheinbarer Hinterhof am Schwarzen Bär war über Jahrzehnte hinweg ein kultureller Mikrokosmos: das Medienhaus Hannover in der Minister-Stüve-Straße in Linden-Mitte. Was von außen kaum auffiel, war im Inneren ein lebendiger Ort für Kunst, Diskussionen und Musik – geprägt nicht zuletzt von Ekkehard Kähne, der hier bis zu seinem Ruhestand ein typisches Stück Linden mitgestaltete.
Nun ist Schluss. Zu Ende März wurde vom Vermieter gekündigt. Während Kartons bereits gestapelt und Räume geleert sind, fand vor der endgültigen Räumung noch einmal ein letztes großes Zusammenkommen statt: eine Abrissparty – laut, offen, emotional. Tobias Kunze von den Nachtbarden führte durch den gestrigen Abend und setzte gleich zu Beginn den Ton: „Ihr dürft Euch heute daneben benehmen.“ Auf der offenen Bühne traten unter anderem Christian Fahrenheit, Frank macht Funk, Laura, Bertold Bricht und Kunze selbst auf. Musik, Wortbeiträge und spontane Performances verschmolzen zu einem Abend, der weniger Abschied als vielmehr ein letztes Aufbäumen war.
Doch zwischen den Klängen lag auch spürbare Melancholie. Simone Beer brachte es in ihren einleitenden Worten auf den Punkt: „Nach fast 40 Jahren müssen wir uns von diesem Raum verabschieden. Wir haben das Medienhaus hier als Veranstaltungsraum verloren.“ Ein Satz, der die Bedeutung dieses Ortes für viele Besucherinnen und Besucher greifbar machte.
Wie es weitergeht, ist noch offen. Fest steht: Für das Medienhaus wird es zunächst eine Zwischenlösung im Leerhardt an der Limmerstraße 48 geben (Punkt-Linden berichtete). Gleichzeitig verfolgt der Eigentümer des Gebäudes größere Pläne: Die seit Jahren leer stehende ehemalige Commerzbank-Filiale soll gemeinsam mit den bisherigen Räumen des Medienhaus neu entwickelt und belebt werden.
Heute Abend ab 20 Uhr wird noch ein letztes Mal im Medienhaus gefeiert.







War eine schöne Party. Wünsche allen, die dem Medienhaus dazugehören eine gute Zukunft.