Wenn der Toaster nur noch Kohle produziert, die Kaffeemaschine streikt oder der Staubsauger seinen Dienst verweigert, landen viele Geräte schnell im Müll. Dass es auch anders geht, zeigen gleich zwei Repair-Cafés in Linden-Mitte und Linden-Nord. Dort stehen Nachhaltigkeit, praktische Hilfe und das Miteinander im Stadtteil im Mittelpunkt.
Jeden letzten Montag im Monat verwandelt sich das Sozial-Center Linden am Kötnerholzweg 3 in Linden-Nord seit 25. November 2024 in eine Werkstatt der besonderen Art. Von 14 bis 17 Uhr öffnen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in dieser Einrichtung der Diakonie die Türen zum Repair Café und laden Interessierte dazu ein, defekte Alltagsgegenstände gemeinsam wieder instand zu setzen.

Ob Haushaltsgeräte, Textilien oder kleinere Möbelstücke – Besucherinnen und Besucher können ihre kaputten Gegenstände mitbringen und unter fachkundiger Anleitung reparieren. Dabei geht es nicht allein um das funktionierende Endergebnis. Vielmehr steht der gemeinsame Reparaturprozess im Vordergrund: tüfteln, ausprobieren, voneinander lernen und neue Fähigkeiten entdecken.
Auch für eine angenehme Atmosphäre ist gesorgt. Kaffee, Tee, Wasser sowie Kuchen und Kekse laden zum Verweilen ein. Während an Schrauben gedreht, Nähte geflickt oder elektrische Geräte überprüft werden, entstehen Gespräche über Reparaturerfahrungen, Nachhaltigkeit und das Leben im Stadtteil. So fördert das Repair-Café nicht nur den bewussten Umgang mit Ressourcen, sondern stärkt zugleich das Gemeinschaftsgefühl in Linden-Nord.
Zweites Repair-Café in Linden
Ein ähnliches Konzept verfolgt das von der AWO betriebene Repair-Café im Ernst-Korte-Haus in Linden-Mitte. Es findet an jedem dritten Samstag im Monat in der Posthornstraße 27 von 14 bis 17 Uhr statt, also zuerst am 20. Juni 2026. Das Café richtet sich insbesondere an Menschen, die zwar etwas reparieren möchten, dafür aber weder das passende Werkzeug noch das notwendige Fachwissen besitzen.

„Kein Werkzeug, keine Ahnung, zwei linke Hände oder einfach nie dazu gekommen“ – genau für solche Fälle wurde das Angebot ins Leben gerufen. Vor Ort stehen Werkzeuge, Materialien sowie erfahrene Fachfrauen und Fachmänner bereit, die mit Rat und Tat unterstützen.
Wichtig ist den Organisatoren dabei ein Grundsatz: Das Repair-Café versteht sich nicht als kostenloser Reparaturservice. Ziel ist es vielmehr, dass die Besucherinnen und Besucher ihre Gegenstände möglichst selbst oder gemeinsam mit den Expertinnen, Experten und anderen Teilnehmenden reparieren. Das gemeinsame Lernen und die Hilfe zur Selbsthilfe stehen im Vordergrund.
Die Reparaturen sind kostenfrei. Allerdings sind die Repair-Cafés auf freiwillige Spenden angewiesen, um Werkzeuge, Materialien und die Organisation der Veranstaltungen langfristig finanzieren zu können.
Beide Angebote setzen damit ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Statt Defektes vorschnell zu entsorgen, erhalten Gegenstände eine zweite Chance. Gleichzeitig entstehen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen und Erfahrungen – ein Gewinn für die Umwelt und für das soziale Miteinander im Stadtteil.
Noch kürzer wäre „Profis“ 😁
Ich finde das Angebot auch gut. Einen CD-Player konnte ich dadurch schon allein zu Hause reparieren. Beim Repair-Café war der Andrang leider so groß und die Zeit knapp, aber sie reichte um dem Problem auf die Schliche zu kommen 😊
Das zusätzliche Nähangebot steht jetzt auf meinem Plan. Ohne Nähmaschine ist es doch zu aufwändig..
Schön das es immer mehr solcher Orte gibt.
Aber warum nicht einfach „Fachpersonen“? Ist kürzer und schließt alle ein, auch die nicht Frauen oder Männer 🌻
Schon mal das Wort „Fachleute“ gehört? Das ist zwar weitverbreitet und gehört zum B1-Wortschatz …
… und vielleicht gerade deshalb manchem Wortakrobaten suspekt.
=> https://www.dwds.de/wb/Fachleute