Am kommenden Mittwoch kommt der Stadtbezirksrat Linden-Limmer zum letzten Mal in seiner bisherigen Besetzung zusammen. Nach der Kommunalwahl am vergangenen Wochenende dauert es noch einige Zeit, bis sich das neu gewählte Gremium konstituiert. Zunächst müssen die gewählten Mitglieder die Wahl formell annehmen. Zudem erhalten die neuen Bezirksratsmitglieder eine Unterweisung zu ihren Aufgaben, Rechten und Pflichten.
Auch die kommende Sitzung ist wie gewohnt öffentlich. Interessierte können die Beratungen vor Ort verfolgen. In der Bürgerfragestunde besteht zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Anliegen aus dem Stadtbezirk einzubringen. Auf der Tagesordnung stehen außerdem Berichte der Stadtverwaltung, des Bezirksbürgermeisters und des Stadtbezirksmanagements.
- Termin: 23. September 2026
- Uhrzeit: 18:00 Uhr
- Tagungsort: Freizeitheim Linden
Auszug aus der Tagesordnung
Die Tagesordnung setzt sich zusammen aus Anhörungen, Verwaltungsvorlagen, Anträgen und Anfragen der Bezirksratsmitglieder zu folgenden Themen:
- Bericht und Austausch mit der Fachverwaltung zum Thema „Kinderladen Stärkestraße / Verlauf eines Zaunes (Schutz- und Abgrenzungsmaßnahmen)“
- Verlängerung des Betriebes einer Hortgruppe am Standort Grundschule Salzmannstraße
- Erweiterung von Kindergartenplätzen, sowie Reduzierung von einem Krippenplatz in der Einrichtung Familienzentrum St. Nikolai Limmer
- Stadtbahnstrecke A-West, barrierefreier Ausbau der Haltestelle Am Lindener Hafen – Einleitung Planfeststellungsverfahren
- Haushaltsrechtliche Planungen für ein Demokratiezentrum im Lindener Rathaus
- Zukünftiger Neubau des Godehardistift im Nahbereich der Drägerwiese
- Verwendung der Mittel des Sonderprogramms zur ökologischen Aufwertung von Schulhöfen, Spielplätzen, Stadtteilparks und Grünflächen (Doppelhaushalt 2025/2026)
- Sicherstellung der Nutzungsmöglichkeit des Behindertenparkplatzes in der Stephanusstraße 29
- Sicherstellung der Altglasentsorgung in Linden-Nord
- Legendenschild für den Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm
- Anpassungsmaßnahmen aufgrund des fortschreitenden Klimawandels
- „Rote Bänke“ für den Stadtbezirk Linden-Limmer
- Statt Bebauung des „Grünen Hügels“ einen Tiny Forest schaffen
- Eine Info-Säule für Linden-Süd
- Verzicht auf Hochbahnsteig Harenberger Straße
Die vollständige Tagesordnung kann im öffentlichen Sitzungsmanagement der Stadt Hannover gelesen werden.
Auf der Tagesordnung steht auch ein Antrag der Stadt Hannover, wonach der Stadtbezirksrat aufgefordert wird, zuzustimmen, dass die infra die Stadtbahnhaltestelle Am Lindener Hafen barrierefrei auf Grundlage der als Anlagen beigefügten Planunterlagen ausbaut.
„Für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Am Lindener Hafen betragen die Gesamtkosten gemäß Kostenschätzung der infra von Mai 2025 insgesamt rund 12,8 Mio. €. Davon sind voraussichtlich bis zu 8,2 Mio. € von der Region zu tragen. […] Aus der reinen Realisierung des Hochbahnsteigs entstehen der Stadt keine Kosten.“
Was passiert eigentlich, wenn der Stadtbezirksrat nicht zustimmt? Und was passiert, wenn der alte Bezirksrat zustimmt, und der neue damit nicht einverstanden ist? Oder umgekehrt. Die Antwort gebe ich mir selbst: „Nichts!“ Gegen infra, Üstra & Co. ist kein Kraut gewachsen.
Der Punkt 7.5.1 ist ein Knaller: „Verzicht auf Hochbahnsteig Harenberger Straße“. „Hut ab!“, Herr Klenke. Das ist einer der besten Anträge, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Die Aussicht auf Erfolg ist leider äußerst gering. Warum? Weil es bei der Verteilung von Geldern nicht um Vernunft, sondern um Prinzipien und Parteiinteressen geht. Man kann sich u.a. auf die Fahne schreiben, die Kultur zu unterstützen, aber wenn es ernst wird, wird kaputtgespart statt investiert, weil angeblich das Geld fehlt. Dieser Hochbahnsteig ist überflüssig wie ein Kropf. Wer bereit ist, dafür 7,8 Mio. Euro und mehr auszugeben, handelt nicht für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger.
Genau richtig! Absolut überflüssig . Wir haben in Linden und Limmer genügend andere Baustellen.
Filmtipp:
https://www.filmdienst.de/film/details/506405/das-leben-ist-eine-baustelle#%C3%BCberblick 😉
Ja. Für den Gegenwert dieses Hochbahnsteigs könnten in Linden mindestens 20 vorgefertigte öffentliche Toilettenanlagen aufgestellt werden; inkl. aller Unterhaltskosten für die nächsten 10 Jahre. Worin besteht die größere Not? In der Notdurft tausender Menschen oder in einer geringen Verkürzung der Wegstrecke für eine Handvoll Menschen?
Es geht ja nicht nur um die Anwohner dieser Haltestelle. Wenn eine Haltestelle entfällt hat das auch Auswirkungen auf das Umfeld.
Die Haltestelle ist umringt von Geschäften und Ärzten, die dann auch schlechter erreichbar sind.
Vor dem Projekt 10/17-Murks kam ich ohne Probleme zur Königstraße, ich konnte am Thielenplatz aussteigen und meinen Weg zu Fuß fortsetzen. Heute muss ich vor dem Hauptbahnhof aussteigen, den Rest zu Fuß laufen oder in den Bus umsteigen. Was für mich kein Problem ist, kann andere an ihre Grenzen bringen.
Alte Haltestelle Steintor: Wer hier ausgestiegen ist, ist meist noch durch die Nordmannpassage gegangen und hat vielleicht auch dort das eine oder andere Produkt gekauft, weil es auf dem Weg lag. Ein wegfallender Kundenstrom kann sich negativ auf den Einzelhandel vor Ort auswirken. Was hält sich jetzt in der Nordmannpassage?
Alte Haltestelle Hauptbahnhof: Hier hatte ich die Wahl zwischen U-Bahn-Haltestelle Kröpcke oder Hauptbahnhof zu wählen um meinen Weg fortzusetzen. Ich bin dann meist durch die „Passerelle“ gegangen, es gab sogar mal Zeiten, da konnte man von der Haltestelle direkt in diese gelangen. Jetzt ist die Passerelle tot und wird von Menschen genutzt, um die alle einen großen Bogen machen.
Es ist leicht auf Dinge zu verzichten, die man selbst nicht nutzt. Wie sehen das aber die Menschen, die dort bisher ein- und aussteigen? Selbst Schüler fahren 1 Haltestelle , anstatt dieses Stück zu gehen. Wie wirkt sich der Wegfall überhaupt auf die Schüler aus Limmer aus, deren Schulen (jetzt und zukünftig) in anderen Stadtteilen liegen? Wenn diese zukünftig auf den Bus ausweichen, reicht der Platz nicht und führt so zu den gleichen Problemen wie auf den Linien 100/200.
Ich bin schon auf die Zeit der Vollsperrung gespannt. Das ist ein guter Probelauf um zu sehen was der Wegfall mit sich bringt.