
Ferienwohnungen und Monteursunterkünfte im Visier
In seiner Anfrage in der letzten Bezirksratssitzung am 24. Juni verweist Grube darauf, dass die Zweckentfremdung von Wohnraum in Linden-Süd bereits seit Jahren dokumentiert werde und spätestens seit einer Berichterstattung des NDR im Herbst 2025 verstärkt in den Fokus der Stadtverwaltung gerückt sei. Nach seiner Einschätzung gebe es jedoch auch in den anderen Stadtteilen des Bezirks zahlreiche weitere Verstöße.
Beispielhaft nannte er mehrere Objekte in Linden-Nord, darunter Wohnungen in der Pestalozzistraße, Limmerstraße, Offensteinstraße und Nedderfeldstraße, die nach seinen Angaben als Ferien- oder Monteurswohnungen angeboten werden.
Die Stadt bestätigt, dass ihr bislang lediglich Hinweise auf Kurzzeitvermietungen von mutmaßlich fünf Wohnungen in der Pestalozzistraße 7 vorlagen. Zudem sei für drei Wohnungen in der Pestalozzistraße 2 ein Antrag auf Erteilung eines sogenannten Negativattests eingegangen. Dieses Verfahren sei allerdings noch nicht abgeschlossen.
Die übrigen von Grube genannten Objekte seien dem Team Zweckentfremdung bislang nicht bekannt gewesen. Die Verwaltung kündigt nun an, alle genannten Grundstücke zu überprüfen, um festzustellen, ob Verstöße gegen die hannoversche Zweckentfremdungssatzung vorliegen.
Auch längerer Leerstand soll überprüft werden
In einer zweiten Anfrage machte Grube auf mehrere Wohnungen aufmerksam, die nach seinen Angaben seit Monaten oder sogar mehr als einem Jahr leerstehen. Genannt werden Wohnungen in der Erichstraße, Falkenstraße sowie ein Mehrfamilienhaus in der Marienwerderstraße, in dem sieben von zehn Wohnungen leerstehen sollen. Das Gebäude befinde sich nach Angaben der Anfrage im Verkaufsprozess und werde unter anderem mit der Eignung für Handwerkerwohnungen beworben.
Nach Auskunft der Stadt war bislang lediglich ein Hinweis auf sechs leer stehende Wohnungen in der Marienwerderstraße 3 bekannt. Auch dieses Objekt sei bislang noch nicht überprüft worden. Die weiteren gemeldeten Leerstände seien der Verwaltung bisher nicht bekannt gewesen.
Auch hier kündigt die Stadt an, sämtliche Hinweise zum Anlass für Überprüfungen zu nehmen.
Stadt verweist auf hohe Zahl an Hinweisen
Die Verwaltung erklärt, dass eingehende Anträge und Verdachtsmeldungen kontinuierlich bearbeitet würden. Wegen der großen Zahl eingegangener Hinweise sei jedoch eine Priorisierung erforderlich. Geplant seien unter anderem Vor-Ort-Kontrollen, der Abgleich mit Einwohnermeldedaten sowie Recherchen auf Internetplattformen, auf denen Ferien- und Kurzzeitunterkünfte angeboten werden.
Keine Auskünfte über Bußgelder oder Verfahren
Ob gegen Eigentümer bereits Verfahren laufen oder Bußgelder verhängt wurden, beabsichtigt die Stadt weiterhin nicht offenzulegen. Die Verwaltung begründet dies mit dem Datenschutz und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Betroffenen. Selbst eine vertrauliche Unterrichtung des Bezirksrats komme deshalb nicht infrage.
Pestalozzistr. 2 stand zwischen 2019-2022 komplett leer, wurde danach widerrechtlich in Ferienwohnungen unter stets wechselnden Firmennamen umgewandelt. Schon damals bzgl. Wohnraumzweckentfremdungsgesetzes darauf hingewiesen. Das ist also bisher alles, was daraus geworden ist. Lächerlich. Ich wohne schon lange nicht mehr in H. Die Stadt zerlegte sich mir zu schnell selbst.
Dann gibt es doch noch genug Wohnraum für die neuen nachkommen den Fachkräfte…dann müssen die NGO von der Stadt Mal ein bisschen mehr arbeiten
Was für ein Aufwand!
Richtig so!
Hier der Link zu dem im Bericht erwähnten NDR-Beitrag: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/hannover-wie-airbnb-co-mieter-in-linden-sued-verdrangen,hallonds-3950.html
der Film heißt:
Hannover: Wie Airbnb & Co. Mieter in Linden-Süd verdrängen
Sendung: NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 01.12.2025 | 19:30 Uhr
4 Min | Verfügbar bis 01.12.2027
Und hier ein besorgniserregendes Zitat aus dem Film:
„Eine Studie des Deutschen Wirtschaftsinstituts Berlin zeigt, dass in beliebten Vierteln schon ein einzelnes kommerzielles Airbnb die Miete in den umliegenden Wohnungen im Schnitt um 13 Cent pro Quadratmeter steigen lässt.“
Ein zusätzliches Problem ist ja auch, dass immer neue Studierende kommen, die in ihrer Not ( fast) jede Miete zahlen. Durch den permanenten Wechsel zum Semesterbeginn, wird auch gern die Miete angehoben. Ein Airbnb gilt auch nicht selten als Alternative bis man etwas gefunden hat oder um sich vor Ort erstmal ein Bild zu machen.
Und leider profitieren auch Vermieter, die überhaupt nichts an ihren Immobilien machen davon, dass andere ihre Häuser sanieren und/oder modernisieren und somit den Mietspiegel anheben.