Security bei Edeka am Lindener Marktplatz

Edeka-Filiale am Lindener Marktplatz
Eingang zur Edeka-Filiale

Die Geschäftsleitung von Edeka Wucherpfennig hat für die Filiale am Lindener Marktplatz vorübergehend einen Security-Dienst eingestellt. Grund waren erhebliche Sachbeschädigungen durch einzelne Schüler*innen aber auch Diebstähle in der vergangenen Woche. Die Entscheidung, am Montag keine Jugendlichen in den Laden zu lassen, hatten Leser*innen der Redaktion von Punkt-Linden mitgeteilt. „Uns ist leider keine andere Lösung eingefallen, um die für uns belastende Situation in den Griff zu bekommen“, bedauert Thorsten Wucherpfennig. Er schätze die Mehrheit junger Kund*innen sehr und wisse um den Imageschaden für seine Filiale. Inzwischen sei die Filiale wieder offen für alle. „Ich hoffe, dass wir auf diese Maßnahmen künftig verzichten können.“

Babyöl auf Böden versprüht

„Wir verstehen uns als generationenfreundlicher Einzelhändler. Unsere Filiale am Lindener Markt steht deshalb grundsätzlich allen Jugendlichen und Erwachsenen offen. Doch die Sachbeschädigungen haben so zugenommen, dass wir für unsere übrigen Kunden und die Beschäftigten reagieren mussten. Denn die Mitarbeitenden mussten danach putzen und aufräumen, anstatt an der Kasse zu sitzen oder leere Regale aufzufüllen. Das provoziert Unmut bei den Kunden und den Beschäftigten“, sagt Wucherpfennig. So seien Saftflaschen in Regalen ausgeleert und Babyöl auf den Fluren versprüht worden. Viele Dosen seien geöffnet und in halbleerem Zustand zurückgelassen worden. In der vergangenen Woche seien zudem vier Jugendliche auf frischer Tat ertappt worden. „Wir haben Anzeige erstattet und sie den Eltern und in einem Fall der Polizei übergeben. Dazu sind wir bei Minderjährigen verpflichtet“, begründet der Geschäftsführer. Die gesamte Situation habe auch finanzielle Auswirkungen für das Familienunternehmen.

Im Dialog mit Schulen und Polizei

„Die Botschaft unserer Reißleine am Montag scheint angekommen zu sein. Inzwischen ist es ruhiger im Laden und die Beamten können sachlich mit den jungen Menschen sprechen“, sagt Wucherpfennig. Die Alternative in dem dichtgestellten, rund 600 Quadratmeter großen Lebensmittelgeschäft wäre eine vollständige Kameraüberwachung aller Gänge und Ecken mit einer zeitnahen Auswertung des Bildmaterials. „Das will ich aber nicht. Es bleibt bei einer Kamera im Eingangsbereich, um der Polizei nachweisen zu können, dass ein gefasster Ladendieb bei uns hereingekommen ist.“ Sehr froh sei er über die konstruktive Zusammenarbeit mit den Schulleitungen der IGS Linden und der Helene-Lange-Schule sowie den Kontaktbeamten der Polizei. „Ich setze darauf, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten, Jugendlichen, Eltern, Schulleitung und Polizei das Einkaufsverhalten bei uns und unseren Mitbewerbern nachhaltig verbessern können.“ Er erinnert sich allerdings auch daran, dass schon vor einem Jahr ein Security-Dienst befristet im Einsatz war. „Wir hatten uns eine dauerhafte Abschreckung erhofft.“

Das sagen die Schulleiter

Matthias Zeidler, Schulleiter des Gymnasiums Helene-Lange-Schule : „Grundsätzlich stehen wir als Schule mit verschiedenen Einrichtungen und Gewerbetreibenden im Umfeld unserer Schule in Kontakt, wenn sich hierfür ein Anlass ergibt. Etwaige Hinweise nehmen wir auf und gehen ihnen, soweit sie überhaupt unsere Schülerinnen und Schüler betreffen, mit den dafür vorgesehenen schulischen Mitteln nach.“

Tobias Langer, Schulleiter der IGS Linden, erinnert daran, dass Schüler*innen aber der 9ten Klasse in der Mittagszeit das Schulgelände „nur verlassen dürfen, um zu Hause zu essen oder sich etwas zu kaufen.“ Wer das nicht vorhabe müsse in der Schule bleiben. „Wir bedauern die Vorfälle bei Edeka und stehen im guten Austausch mit der Geschäftsleitung.“ Er wundere sich über die Ereignisse, da „wir in unserer Schule kaum Diebstähle noch Sachbeschädigungen haben.“ Die Schulleitung plane nach der Projektwoche Ende August ein Infoschreiben an die Schulgemeinschaft zu den Vorfällen im Schulumfeld. „Wir nehmen die Ereignisse ernst, denn Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die rechtliche und persönliche Konsequenzen nach sich zieht.“ Er hoffe, dass alle gemeinsam sich für verantwortungsvolles Verhalten junger Menschen einsetzen würden.

Das sagt die Polizei:

Eine relevante Zunahme von polizeilich erfassten Straftaten am Edeka-Markt in der Niemeyerstraße habe es zwischen 2025 und 2026 nicht gegeben, sagt Pressesprecher Dominique Knost. „Im Vergleich der Zeiträume Februar bis August wurde jeweils eine einstellige Anzahl von Ladendiebstählen mit Tatverdächtigen unter 20 Jahren registriert. Auch Sachbeschädigungen sind der Polizei bekannt.“

Zu berücksichtigen sei, dass die polizeiliche Erfassung ausschließlich Straftaten abbilde, die der Polizei bekannt geworden seien. Es sei daher nicht auszuschließen, dass weitere Vorfälle nicht zur Anzeige gebracht wurden.

„Die aktuelle Problematik ist dem Polizeikommissariat Hannover-Limmer bekannt. Der Verantwortliche des Edeka-Marktes steht hierzu bereits seit mehreren Monaten im Austausch mit dem zuständigen Kontaktbeamten. Im Rahmen dessen fand auch eine polizeiliche Beratung statt. Darüber hinaus steht die Polizei zu diesem Thema mit umliegenden Schulen im Austausch. Zuletzt fand am Montag dieser Woche ein gemeinsames Gespräch zwischen Vertretern des Edeka-Marktes, der Polizei und der IGS Linden statt. Dabei wurde die Situation erörtert und es wurden mögliche gemeinsame Lösungsansätze besprochen.“

Bildnachweis: Katharina Kümpel

3 Leserkommentare zu „Security bei Edeka am Lindener Marktplatz“

  1. Das Problem ist doch wohl, daß das Jugendstrafrecht solche minderjährigen Randalierer und Ladendiebe oft mit Samthandschuhen anpackt, anstelle konsequent durchzugreifen, um ein Abrutschen in kriminelle Karrieren zu verhindern. Hat denn das Ergreifen einiger Täter am Montag bei diesen schon zu einem Umdenken geführt? ich bezweifele das. Solche Typen bringen nicht nur die ganze Altersklasse in Verruf, sondern geben auch schlechte Vorbilder ab, die Nachahmer finden werden, wenn nicht abschreckend geahndet wird. Ich finde es daher richtig, daß der Supermarkt das nicht einfach durchgehen lässt, aber nun ist auch die Justiz gefordert, wirksam gegenzusteuern.

    Antworten
  2. Der ehemalige Supermarkt in Limmer, wo jetzt Abex drin ist, hat damals wegen vermehrter Diebstähle auch ein Hausverbot für Schüler ausgesprochen. Das galt dann bis zum Schulschluss und so weit ich weiß auch dauerhaft. Ich fand es damals nicht gerecht, weil alle unter Generalverdacht standen, aber das war die beste Lösung für den Betreiber.

    Ich bin erschüttert darüber, dass die Hemmschwelle immer weiter absinkt und einige so eskalieren. Was kommt als nächste Steigerung?

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  1. Das Problem ist doch wohl, daß das Jugendstrafrecht solche minderjährigen Randalierer und Ladendiebe oft mit Samthandschuhen anpackt, anstelle konsequent durchzugreifen, um ein Abrutschen in kriminelle Karrieren zu verhindern. Hat denn das Ergreifen einiger Täter am Montag bei diesen schon zu einem Umdenken geführt? ich bezweifele das. Solche Typen bringen nicht nur die ganze Altersklasse in Verruf, sondern geben auch schlechte Vorbilder ab, die Nachahmer finden werden, wenn nicht abschreckend geahndet wird. Ich finde es daher richtig, daß der Supermarkt das nicht einfach durchgehen lässt, aber nun ist auch die Justiz gefordert, wirksam gegenzusteuern.

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  2. Der ehemalige Supermarkt in Limmer, wo jetzt Abex drin ist, hat damals wegen vermehrter Diebstähle auch ein Hausverbot für Schüler ausgesprochen. Das galt dann bis zum Schulschluss und so weit ich weiß auch dauerhaft. Ich fand es damals nicht gerecht, weil alle unter Generalverdacht standen, aber das war die beste Lösung für den Betreiber.

    Ich bin erschüttert darüber, dass die Hemmschwelle immer weiter absinkt und einige so eskalieren. Was kommt als nächste Steigerung?

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