
Der Bezirksrat hatte Ende Januar gefordert, den Markt „nachhaltig und zukunftsfähig“ zu beleben. Hintergrund waren Sorgen um die Zukunft des Marktes. Bereits in der Dezembersitzung waren 300 Unterschriften an den Bezirksbürgermeister übergeben worden. Bürgerinnen und Bürger befürchteten, dass sich der Markt in einer „Abwärtsspirale“ befinde. Kritisiert wurde insbesondere die sinkende Zahl an Ständen und damit eine abnehmende Attraktivität des Angebots.
Verwaltung sieht derzeit keinen akuten Handlungsbedarf
Die Stadtverwaltung erkennt zwar an, dass die Zahl der Händlerinnen und Händler in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei. Dies sei jedoch nicht allein ein Problem des Standortes am Pfarrlandplatz, sondern auch Folge schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und eines veränderten Kaufverhaltens. Hinweise auf eine unmittelbare Gefährdung des Fortbestandes des Wochenmarktes gebe es derzeit nicht.
Zudem verweist die Verwaltung darauf, dass Teile des bereits 2018 beschlossenen Maßnahmenkatalogs zur Attraktivitätssteigerung der Wochenmärkte umgesetzt worden seien. Eine vollständige Umsetzung sei jedoch wegen fehlender personeller Ressourcen bislang nicht möglich gewesen. Der Austausch mit den Marktbeschickern und dem Landesverband Niedersächsischer Marktkaufleute werde fortgeführt.
Ein vorübergehender Erlass der Standgebühren komme aktuell ebenfalls nicht infrage. Dafür wäre laut Stadt ein gesonderter Ratsbeschluss notwendig, da die bestehende Gebührensatzung keine entsprechende Regelung vorsieht.
Händler sehen vor allem Nachwuchsprobleme
Nach Recherchen von Punkt-Linden sehen auch mehrere Marktbeschicker die Probleme weniger bei den Gebühren oder fehlender Kundschaft. Schwieriger sei vielmehr die Personalsuche für den Verkauf an den Ständen. Zudem hätten mehrere Händler aus Altersgründen aufgegeben, ohne Nachfolger zu finden. Dadurch sei die Zahl der Anbieter zurückgegangen, was wiederum die Auswahl für die Kundschaft einschränke.