Mit einem Aufruf zur Beteiligung an einer Arbeitsgruppe „Tempo 30 auf der Deisterstraße“ endete am 17. März 2026 ein Meeting in Linden-Süd. Dazu hatten Quartiersmanager Carsten Tech und Stefan Rose vom Deisterkiez e.V. in die Räumlichkeiten des neuen Projekts Werkbank in der ehemaligen Sparkasse eingeladen. „Mal schauen, wie wir das Anliegen bei der Stadt voranbringen“, so Rose zum Abschluss des kreativen Austausches unter den rund 15 Interessierten.
„Ein drängendes Thema, aber offenbar in Deutschland nicht einfach durchzusetzen,“ meinte Carsten Tech: „Aber dazu können wir jetzt einen Impuls geben!“ Bei einer Geschwindigkeitsmessung sei hier „ein Autofahrer mit Tempo 120 durchgerauscht“. Derzeit gäbe es im zentralen Abschnitt der Deisterstraße zwar eine Begrenzung auf 30 km/h, ebenso angrenzend etwa in der Charlotten- und der Posthornstraße. Es gehe aber darum, daraus eine vom Schwarzer Bär bis zum Deisterkreisel durchgehende Tempo 30 Zone zu machen.“Wie machen wir auf das Thema aufmerksam und bringen es möglicherweise auch politisch auf den Weg?“ war eine der offenen Fragen bei dem Treffen beim Deisterkiez.
Hannover hat bereits Erfahrungen mit Tempo 30 auf Hauptstraßen
Die rechtliche Grundlage für Geschwindigkeitsbegrenzungen auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen schuf der Bund im Oktober 2024 mit einer Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO). Bereits Anfang 2025 begrenzte daraufhin die Landeshauptstadt Hannover als erste Großstadt im Bundesgebiet die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf längeren Abschnitten des Altenbekener Dammes und der Walderseestraße auf 30 km/h. „Dies ist möglich“, so die Stadt seinerzeit „da durch die StVO-Novelle unter anderem an allen Überwegen für Fußgänger*innen Tempo 30 ausgewiesen und Abschnitte zwischen zwei Tempo 30-Strecken in bis zu 500 Meter Entfernung miteinander verbunden werden können.
Schon im November 2025 kamen in einem von der Stadt gestarteten Modellversuch „Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ weitere Straßen hinzu. Zunächst befristet für ein Jahr gilt Tempo 30 nun auch auf Streckenabschnitten von Marienstraße, Wedekindstraße, Podbielskistraße, Hermann-Bahlsen-Allee und Großer Hillen. Straßen im Stadtbezirk Linden-Limmer, wie etwa die Badenstedter- oder die Wunstorfer Straße, für die es schon damals bürgerseits entsprechende Forderungen gab, sind von der Stadtverwaltung bisher nicht berücksichtigt worden. Nun laufen Bestrebungen, diese ablehnende Haltung der städtischen Verkehrsplaner*innen aufzubrechen.
Petition für Tempo 30 auch auf der Wunstorfer Straße

Im Stadtteil Limmer gibt es im Verlauf der Wunstorfer Straße bisher nur einen kurzen Abschnitt mit Tempo 30. Dieses Tempolimit auf den gesamten Straßenzug auszuweiten, fordern schon seit längerem Aktivist*innen in einer Petition.
„Besonderer Schutzbedarf ist in Limmer durch Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen klar gegeben. Hannover muss diese Möglichkeit jetzt nutzen, um die Wunstorfer Straße sicherer zu machen,“ heißt es darin. Die bisher von über 1.200 Bürger*innen unterschriebene Petition richtet sich an die Stadt und wird auch vom Stadtbezirksrat Linden-Limmer unterstützt.
Unterschriften werden noch bis zum 9. April 2026 gesammelt, am Folgetag ist um 10 Uhr die Übergabe im Rathaus an OB Belit Onay geplant. „Nur ein einheitliches Tempolimit von 30 km/h kann für echte Sicherheit sorgen und gefährliche Beschleunigungen zwischen einzelnen Abschnitten verhindern“, so Uwe Staade von der BI-Wasserstadt als einer der Initiatoren der Petition.
Man muss schauen ob es sinnvoll ist. So an der Wunstorfer Straße, warum nicht. Tagsüber ist da oft sehr viel Verkehr und schon jetzt sind dann höchstens Tempo 30 drin. Wenn man es dafür hinbekommt, dass der Verkehr fließt, dann macht es eh keinen Unterschied ob 30 oder 50 und sorry, nachts, da gibt es genug due da mit 80 oder unterwegs sind. Habe da wirklich kein Mitleid wenn es dann auch mal blitzt.
Aber Deisterstraße? Ich finde die Straße bräuchte eine vernünftige Sanierung und man sollte auch zusehen, dass das Abbiegen in die Ricklinger für Fahrradfahrer sicherer wird. Aber auch da, massig Schäden im Belag. Vielleicht sollte man da das Konzept lieber komplett überdenken und auch Rad-und Fußwege sicherer gestalten.
Dass Einer mit 120 gemessen wurde, ist kein Argument für Tempo 30, da 120 bei Tempo 50 auch schon sehr, sehr verboten ist.
Bitte sachlich bleiben, sonst wird´s unglaubwürdig!
Hallo, das Beispiel des Fahrers mit Tempo 120 fiel nur in einem Nebensatz und sollte die Absurdität unterstreichen, wie Geschwindigkeiten hier mitunter (nicht von allen) ignoriert werden. Bewohnende der Wohnstätten der Lebenshilfe berichteten von akuten Gefahrensituationen rund um den Zebrastreifen (wo Tempo 30 ebenfalls oft ignoriert wird) und eine Anwesende von einem konkreten Unfall mit Personenschaden (Kind) aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Da die Deisterstraße und Anrainer durchaus einen hohen Anteil an sensibler sozialer Infrastruktur aufweisen, halten wir den Vorschlag im Sinne der Gefahrenabwehr für richtig und werden ihn zunächst als Konzept erarbeiten und dann prüfen.
Der ganze Verkehrsknotenpunkt Schwarzer Bär, Falkenstr und Deisterstr sind für das erhöhte Verkehrssaufkommen nicht geeignet. Es gibt einen Rückstau an allen Ecken und Enden. Was wenn irgendwann der HB in der Falkenstr/L.Markt entsteht. Auf dem Brett kann man viel planen doch die Realität sieht anders aus.