
Der kleine Stadtplatz an der Ecke Charlottenstraße/Wesselstraße in Linden-Süd soll neu gedacht werden. Nach einem einstimmigen Beschluss des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 10. Dezember 2025 wird die Verwaltung von Hannover beauftragt, ein Konzept zur Aufwertung der Fläche zu erarbeiten. Der Antrag geht auf Thomas Ganskow (Gruppe LINKE und PIRATEN) zurück. Die Zielsetzung ist klar: Aus einer bislang vernachlässigten Fläche soll ein Ort mit Aufenthaltsqualität werden – und zugleich soll ein städtebauliches Problem gelöst werden. Dieses wurde bereits im Freiflächenkatalog Linden-Süd (Seite 123) so festgelegt.
Vom Ladepunkt zum Müll-Hotspot
Bereits vor einiger Zeit wurde ein Teil des Platzes abgetrennt, um mehrere Ladestationen für E-Autos einzurichten. Die verbleibende Fläche entwickelte sich jedoch zunehmend zum Ärgernis, denn der Ort ist inzwischen ein regelrechter Sperrmüll-Hotspot. Immer wieder werden dort ausrangierte Möbel, Haushaltsgeräte oder Einkaufswagen abgestellt. Die missbräuchliche Nutzung führt nicht nur zu einem negativen Erscheinungsbild, sondern auch zu verwaltungsinternen Zuständigkeitskonflikten: Regelmäßig streiten sich der städtische Abfallentsorger aha und der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün darüber, wer für die Entsorgung verantwortlich ist – je nachdem, auf wessen Fläche der Müll exakt liegt.
Eine bauliche und gestalterische Aufwertung soll hier präventiv wirken. Die Idee: Wer Aufenthaltsqualität schafft, setzt zugleich klare räumliche Signale gegen illegale Ablagerungen.
Mehr Grün, mehr Beteiligung
Die Verwaltung kündigt an, unter Berücksichtigung der örtlichen Defizite konkrete Planungsideen zu entwickeln. Im Fokus stehen:
- Verbesserung der Aufenthaltsfunktion
- Potenziale für Urban Gardening
- Entsiegelungsmaßnahmen
- Förderung der Biodiversität
Diskutiert werden unter anderem Hochbeete und Baumpatenschaften. Solche Elemente würden nicht nur das Mikroklima verbessern und ökologische Mehrwerte schaffen, sondern auch physische Barrieren gegen das „Abstellen“ von Sperrmüll bilden.
Ein zentraler Baustein des Prozesses ist die Beteiligung des Stadtteilforums Linden-Süd. Das Forum war bereits maßgeblich an der Erstellung des zugrunde liegenden Freiflächenkatalogs beteiligt. Nun soll es auch in die konkrete Ausgestaltung eingebunden werden. Die Verwaltung wird die erarbeiteten Ideen dort vorstellen; aus den Rückmeldungen soll ein finales Gestaltungskonzept entstehen.
Finanzierung noch offen
Die Umsetzung steht jedoch unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Die Verwaltung prüft derzeit die Finanzierungsmöglichkeiten. Ein konkreter Zeitplan für Baubeginn oder Fertigstellung wurde bislang nicht genannt.
Unabhängig davon weist die Stadt darauf hin, dass Baumpatenschaften bereits jetzt möglich sind. Interessierte können sich jederzeit an den Fachbereich Umwelt und Stadtgrün wenden. Diese Option soll auch im Rahmen der Beteiligung im Stadtteilforum nochmals kommuniziert werden.