Westschnellweg: Bürger*innen-Initiative gibt „keine Entwarnung“

WESTprotest auf dem Westschnellweg am 13.06.2026
WESTprotest auf dem für die Fahrrad-Demo kurzfristig von der Polizei gesperrten Westschnellweg am 13. Juni 2026

Mit einer Fahrrad-Demo hat WESTprotest zum wiederholten Mal vor einem autobahnähnlichen Ausbau der B6 durch Linden-Limmer gewarnt. Die Planung für den Westschnellweg bleibt umstritten.

„Wir haben den Elementen getrotzt“, sagt einer der Radler von WESTprotest bei der Ankunft beim Kiezfest Limmer am frühen Samstagnachmittag. Damit spielt er auf den heftigen Regenguss an, der die rund 200 Teilnehmenden schon beim Start an der Ratswiese in Limmer nasskalt erwischte, aber offenkundig nicht entmutigte. Die ausgedehnte Route der Fahrraddemonstration führte am 13. Juni 2026 von Limmer durch Linden-Nord in die Innenstadt bis zum Waterlooplatz und dann über den Allerweg zum Hanomag-Kreisel und von dort auf dem Schnellweg zurück nach Limmer.

Kontroverse Diskussion und viele offene Fragen

WESTprotest-Team beim Kiezfest Limmer am 13.06.2026 - rechts Thomas Berus
WESTprotest-Team beim Kiezfest Limmer am 13.06.2026 – rechts Thomas Berus
Trotz wetterbedingter Widrigkeiten sei die Aktion an diesem 13. Juni 2026 „ein toller Erfolg“ gewesen, meint Thomas Berus als Sprecher von WESTprotest. Die Bürger*innen-Initiative arbeitet im sogenannten „Dialogforum“ mit. Dort erläuterten am vergangenen Donnerstag, 11. Juni 2026, Vertreter*innen der Niedersächsischen Straßenbaubehörde (NLStBV) den letzten Stand der Planung. Die Vorstellung der Behörde habe eine „kontroverse Diskussion und viele offene Fragen“ ausgelöst, so Berus.

Bekanntermaßen soll der Westschnellweg der Bundesstraße 6 in den kommenden Jahren zwischen Linden-Limmer und Herrenhausen auf vier Kilometern Länge erneuert werden. Allein 14 Brücken sind auf diesem Abschnitt „abgängig“. Beteiligung der Öffentlichkeit am Planungsprozess soll dabei eine Maxime sein, so Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) auf einer Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2023 in der Aula des Gymnasiums Limmer.

Intensiver Bürgerdialog im Planungsprozess

„Wer heute mitmacht, hat die Möglichkeit, sich frühzeitig in die Planung einzubringen!“, so der damalige Verkehrsminister. Ein Desaster wie in der Leinemasch beim Südschnellweg sollte auf jeden Fall vermieden werden. Im Ergebnis wurde ein intensiver, moderierter Bürgerdialog geführt. Die Positionen der daran Beteiligten bleiben dabei oft kontrovers.

Ist-Zustand Westschnellweg in Höhe Lindener Berg
Ist-Zustand Westschnellweg in Höhe Lindener Berg

„Die jetzt von der Straßenbaubehörde (NLStBV) für die Sanierung des Westschnellwegs verkündete Breite von ungefähr 21 Metern bedeutet für Linden, Limmer und Herrenhausen keine Entwarnung!“, so das Team von WESTprotest in einer Pressemitteilung. „Es drohen weiterhin die Rodung fast aller Bäume, der Verlust zahlreicher Grünflächen und ca. 10 Jahre Bauzeit.“ Beim Südschnellweg beträgt die Ausbaubreite 25 Meter – einschließlich beidseitiger Sicherheitsstreifen.

WESTprotest fordert Sanierung im Bestand

Wer diese Entwicklung stoppen wolle, müsse weiter politisch aktiv bleiben, meint WESTprotest. Eine wirkliche Alternative sei nur die echte Sanierung der Strecke außerhalb der Brücken im Bestand. Diese ließe sich nach Meinung von Experten in einem Bruchteil der Zeit und zu viel geringeren Kosten durchführen.

Kritische Stimmen zu dieser Position gibt es aus der Lokalpolitik. In ihrer Samstagsausgabe zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) Kerstin Klebe-Politze, SPD-Ratsfraktionsvorsitzende, mit dem Satz: „Mit Dogmen schafft man keine Sicherheit.“ Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Daniel Gardemin gibt sich gegenüber Punkt-Linden skeptisch: Er habe Zweifel, ob es gut für Hannover sei, wenn nur Teile des Westschnellwegs erneuert würden, dann würden auch keine Lärmschutzwände kommen. Lärmschutz sei eine wesentliche Forderung von den Anwohnenden, so Ratsherr Gardemin.

Bildnachweis: Thomas Berus, Wolfgang Becker, Stefan Ebers

11 Kommentare zu „Westschnellweg: Bürger*innen-Initiative gibt „keine Entwarnung““

  1. Natürlich lassen sich die Brücken im Bestand sanieren. Natürlich lässt dich die Bestandsbreite des Westschnellwegs beibehalten. Natürlich lassen sich dadurch Bauzeit und Baukosten sparen. Natürlich werden dadurch Mensch & Natur geschont. Natürlich kann das Verkehrsaufkommen durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Natürlich sind das vernünftige Argumente, die angesichts der politischen Gemengelage leider keine Aussicht auf Erfolg haben. Warum? Weil die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen befürchtet, dass ihre Bequemlichkeit eingeschränkt wird. Selbst die Grünen leisten nur halbherzigen Widerstand gegen den geplanten Ausbauwahnsinn. Sie wollen nicht als Autohasser vor den anstehenden Wahlen stigmatisiert werden. – Ein besserer Schallschutz lässt sich kurzfristig erreichen. Dafür benötigt man keine Schallschutzwände, die vielleicht in 10 Jahren errichtet werden. Der von öffentlicher Hand finanzierte Einbau von Schallschutzfenstern in den angrenzenden Wohnhäusern ist mindestens genauso effektiv und wirkt sofort.

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  2. Beispiel: Abfahrt Linden Mitte und Nord
    Wenn alles neu gemacht wird,werden auch die neusten Vorgaben,Vorschriften etc umgesetzt.
    So eine Auf/Abfahrt ohne Beschleunigung Streifen,mit so einen kleinen Radius wird es nicht mehr geben.Also wird ALLES RICHTIG BREIT.
    Die 21 Meter reichen dann niemals.
    Also wird es dann eine Dicke Betonröhe mit Schallschluckwänden vom Deister Kreisel bis Herrenhausen geben.

    PS: Döhren ,Südschnellweg. Bin mal gespannt wann dort der sinnvolle ,geplante S-Bahn Umsteigepunkt
    Döhrener Turm kommt 🤔

    Antworten
  3. 200 Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, haben am Samstag, 13.06.26, trotz Platzregen und zahlreicher anderer Veranstaltungen auf der Fahrraddemo von WESTprotest ein Zeichen für Menschen, Bäume und Klimaschutz gesetzt – und für eine Sanierung des Westschnellwegs im Bestand!
    Das bedeutet, dass nur die Brücken, die nicht mehr saniert werden können, durch neue Brücken ersetzt werden sollen. Der Rest bleibt.
    Die in der öffentlichen Diskussion geforderten Zahlen zur Versachlichung, die die niedersächsische Straßenbaubehörde (NLStBV) bis jetzt nicht geliefert hat, sind einfach zu ermitteln. Alle Brücken auf dem 4 km langen Westschnellweg nehmen laut Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) 606 m ein. Das sind lediglich rund 15% der Gesamtlänge.
    Wenn die NLStBV jetzt erklärt, nur diese 606 m Brücken oder besser noch, nur die Brücken „mit Restnutzungsdauer kleiner 25 oder 30 Jahre“ zu erneuern, spare weder Geld noch Bauzeit gegenüber einer Optimierung der gesamten 4 km für den Autoverkehr, ist das schwer nachvollziehbar. Es ist auch dieselbe Behörde, die uns am Südschnellweg erzählte, eine Begrenzung des Ausbaus auf 21 m Breite, die sie jetzt für den Westschnellweg anstreben, sei aufgrund der Richtlinien unmöglich.
    Hier zeigt sich: Was möglich ist, ist eine Frage der Prioritäten und der politischen Vorgaben.
    Vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, dass die Behörde eine reine Sanierung der Fahrbahn außerhalb der Brücken in der heutigen Bestandsbreite nicht einmal ernsthaft prüft!
    Durchschnittlich 21 m neue Breite des Straßenquerschnitts hieße, dass der Damm, auf dem die Straße verläuft, zu beiden Seiten verbreitert werden müsste. Die vorhandenen Bäume auf den Böschungen würden abgeholzt, da die Böschungen weiter außen neu angelegt werden müssten. Oder es müssten, statt der Böschungen, meterhohe Stützwände beidseitig der Straße betoniert werden.
    Bei 21 m neuer Querschnittsbreite sind Lärmschutzwände noch nicht einmal eingerechnet. Für die Errichtung von Lärmschutzwänden sind zusätzliche Aufstellbreiten rechts und links nötig.
    Für mehr Schutz der Anwohner:innen vor Verkehrslärm braucht es aber weder eine breitere Straße mit Lärmschutzwänden noch die Beseitigung der straßenbegleitenden Vegetation: Eine sorgfältige Sanierung der Fahrbahnen im Bestand mit geräuschminderndem Asphalt und mit angemessenem Tempolimit bewirken dasselbe.

    Antworten
  4. Wie oft kann man eine Brücke sanieren? Wie oft kann man eine Fahrbahn erneuern? Irgendwann ist dann doch ein Austausch nötig und dann sind die Kosten höher (steigender Mindestlohn, Materialkosten) und durch eine vorherige Sanierung wäre zusätzlich Geld investiert. Außerdem ist auch der Fachkräftemangel ein Problem, wissen wir, wie es in 10 + x Jahren aussieht?
    Logischer wäre, gleich alles zu erneuern damit es noch viele Jahre ohne weitere Investitionen (außer den üblichen) hält.

    Es ist wie mit einer Tapete: Man kann sie mehrmals überstreichen, was erstmal Kosten spart, aber irgendwann muss man doch neu tapezieren und dann ist es aufwändiger und kostet zusätzlich Geld.

    Sparen an der falschen Stelle kann uns später teuer zu stehen kommen.

    Antworten
      • Das macht es dann noch unverständlicher. Wenn man ALLE Brücken tauscht, sollte der Rest doch mit ausgetauscht werden, da es sonst zu Problemen bei der Passgenauigkeit kommen kann. Schon kleinste Abweichungen können zu Folgekosten und -schäden führen.

        Antworten
    • Ich finde den Vergleich mit den Tapeten ziemlich schräg. Auf mich wirkt die Landesstrassenbaubehörde eher wie jemand, der ein ganzes Haus abreissen und neu bauen will, nur weil die Elektrik und vielleicht auch die Heizung sanierungsbedürftig ist. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, eine ganze Bahntrasse neu anzulegen, nur weil einzelne Eisenbahnbrücken abgängig sind. Ich habe den Eindruck, dass für die Landesstrassenbaubehörde – wie schon beim Südschnellweg – die Sanierungsbedürftigkeit einzelne Brücken nur ein Vorwand ist, um die ganze Strasse für noch mehr und noch schnelleren Autoverkehr auszubauen.

      Antworten
      • Die Bahntrassen WERDEN aktuell ausgetauscht, weil man in der Vergangenheit gespart und nur saniert hat, wenn überhaupt!
        Wie logisch wäre es, einen Teil (die Brücken) auszutauschen und die Fahrbahn erst in 10, 15 oder 20 Jahren, mit dem Wissen, dass es dann noch teurer wird und vielleicht sogar länger dauert, weil Fachkräfte fehlen? Und wer weiß, was in Zukunft noch alles erneuert werden muss?

        Aber ja, wenn man das Auto derart verteufelt, sieht man diese Notwendigkeit nicht und sieht sie nur als Vorwand für eine mutwillige Zerstörung der Umwelt. Ich glaube nicht, dass die Entscheidungsträger ein großes Interesse daran haben, mehr Bäume zu fällen als notwendig. Bauarbeiten finden aber nicht vom Heißluftballon aus statt. Wir sind noch nicht so weit, dass wir ohne große Eingriffe in die Natur Straßen und Brücken austauschen können. Vielleicht ist das durch Visionen wie die von Herrn Musk irgendwann möglich. Aber bis dahin brauchen die eingesetzten Gerätschaften Platz am Boden, auch für das Fundament, gerade bei Brücken. Die Hildesheimer Straße ist auch weiträumig gesperrt, für das Material usw. was für den Südschnellweg gebraucht wird.

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11 Kommentare zu „Westschnellweg: Bürger*innen-Initiative gibt „keine Entwarnung““

  1. Natürlich lassen sich die Brücken im Bestand sanieren. Natürlich lässt dich die Bestandsbreite des Westschnellwegs beibehalten. Natürlich lassen sich dadurch Bauzeit und Baukosten sparen. Natürlich werden dadurch Mensch & Natur geschont. Natürlich kann das Verkehrsaufkommen durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Natürlich sind das vernünftige Argumente, die angesichts der politischen Gemengelage leider keine Aussicht auf Erfolg haben. Warum? Weil die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen befürchtet, dass ihre Bequemlichkeit eingeschränkt wird. Selbst die Grünen leisten nur halbherzigen Widerstand gegen den geplanten Ausbauwahnsinn. Sie wollen nicht als Autohasser vor den anstehenden Wahlen stigmatisiert werden. – Ein besserer Schallschutz lässt sich kurzfristig erreichen. Dafür benötigt man keine Schallschutzwände, die vielleicht in 10 Jahren errichtet werden. Der von öffentlicher Hand finanzierte Einbau von Schallschutzfenstern in den angrenzenden Wohnhäusern ist mindestens genauso effektiv und wirkt sofort.

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  2. Beispiel: Abfahrt Linden Mitte und Nord
    Wenn alles neu gemacht wird,werden auch die neusten Vorgaben,Vorschriften etc umgesetzt.
    So eine Auf/Abfahrt ohne Beschleunigung Streifen,mit so einen kleinen Radius wird es nicht mehr geben.Also wird ALLES RICHTIG BREIT.
    Die 21 Meter reichen dann niemals.
    Also wird es dann eine Dicke Betonröhe mit Schallschluckwänden vom Deister Kreisel bis Herrenhausen geben.

    PS: Döhren ,Südschnellweg. Bin mal gespannt wann dort der sinnvolle ,geplante S-Bahn Umsteigepunkt
    Döhrener Turm kommt 🤔

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  3. 200 Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, haben am Samstag, 13.06.26, trotz Platzregen und zahlreicher anderer Veranstaltungen auf der Fahrraddemo von WESTprotest ein Zeichen für Menschen, Bäume und Klimaschutz gesetzt – und für eine Sanierung des Westschnellwegs im Bestand!
    Das bedeutet, dass nur die Brücken, die nicht mehr saniert werden können, durch neue Brücken ersetzt werden sollen. Der Rest bleibt.
    Die in der öffentlichen Diskussion geforderten Zahlen zur Versachlichung, die die niedersächsische Straßenbaubehörde (NLStBV) bis jetzt nicht geliefert hat, sind einfach zu ermitteln. Alle Brücken auf dem 4 km langen Westschnellweg nehmen laut Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) 606 m ein. Das sind lediglich rund 15% der Gesamtlänge.
    Wenn die NLStBV jetzt erklärt, nur diese 606 m Brücken oder besser noch, nur die Brücken „mit Restnutzungsdauer kleiner 25 oder 30 Jahre“ zu erneuern, spare weder Geld noch Bauzeit gegenüber einer Optimierung der gesamten 4 km für den Autoverkehr, ist das schwer nachvollziehbar. Es ist auch dieselbe Behörde, die uns am Südschnellweg erzählte, eine Begrenzung des Ausbaus auf 21 m Breite, die sie jetzt für den Westschnellweg anstreben, sei aufgrund der Richtlinien unmöglich.
    Hier zeigt sich: Was möglich ist, ist eine Frage der Prioritäten und der politischen Vorgaben.
    Vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, dass die Behörde eine reine Sanierung der Fahrbahn außerhalb der Brücken in der heutigen Bestandsbreite nicht einmal ernsthaft prüft!
    Durchschnittlich 21 m neue Breite des Straßenquerschnitts hieße, dass der Damm, auf dem die Straße verläuft, zu beiden Seiten verbreitert werden müsste. Die vorhandenen Bäume auf den Böschungen würden abgeholzt, da die Böschungen weiter außen neu angelegt werden müssten. Oder es müssten, statt der Böschungen, meterhohe Stützwände beidseitig der Straße betoniert werden.
    Bei 21 m neuer Querschnittsbreite sind Lärmschutzwände noch nicht einmal eingerechnet. Für die Errichtung von Lärmschutzwänden sind zusätzliche Aufstellbreiten rechts und links nötig.
    Für mehr Schutz der Anwohner:innen vor Verkehrslärm braucht es aber weder eine breitere Straße mit Lärmschutzwänden noch die Beseitigung der straßenbegleitenden Vegetation: Eine sorgfältige Sanierung der Fahrbahnen im Bestand mit geräuschminderndem Asphalt und mit angemessenem Tempolimit bewirken dasselbe.

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  4. Wie oft kann man eine Brücke sanieren? Wie oft kann man eine Fahrbahn erneuern? Irgendwann ist dann doch ein Austausch nötig und dann sind die Kosten höher (steigender Mindestlohn, Materialkosten) und durch eine vorherige Sanierung wäre zusätzlich Geld investiert. Außerdem ist auch der Fachkräftemangel ein Problem, wissen wir, wie es in 10 + x Jahren aussieht?
    Logischer wäre, gleich alles zu erneuern damit es noch viele Jahre ohne weitere Investitionen (außer den üblichen) hält.

    Es ist wie mit einer Tapete: Man kann sie mehrmals überstreichen, was erstmal Kosten spart, aber irgendwann muss man doch neu tapezieren und dann ist es aufwändiger und kostet zusätzlich Geld.

    Sparen an der falschen Stelle kann uns später teuer zu stehen kommen.

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      • Das macht es dann noch unverständlicher. Wenn man ALLE Brücken tauscht, sollte der Rest doch mit ausgetauscht werden, da es sonst zu Problemen bei der Passgenauigkeit kommen kann. Schon kleinste Abweichungen können zu Folgekosten und -schäden führen.

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    • Ich finde den Vergleich mit den Tapeten ziemlich schräg. Auf mich wirkt die Landesstrassenbaubehörde eher wie jemand, der ein ganzes Haus abreissen und neu bauen will, nur weil die Elektrik und vielleicht auch die Heizung sanierungsbedürftig ist. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, eine ganze Bahntrasse neu anzulegen, nur weil einzelne Eisenbahnbrücken abgängig sind. Ich habe den Eindruck, dass für die Landesstrassenbaubehörde – wie schon beim Südschnellweg – die Sanierungsbedürftigkeit einzelne Brücken nur ein Vorwand ist, um die ganze Strasse für noch mehr und noch schnelleren Autoverkehr auszubauen.

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      • Die Bahntrassen WERDEN aktuell ausgetauscht, weil man in der Vergangenheit gespart und nur saniert hat, wenn überhaupt!
        Wie logisch wäre es, einen Teil (die Brücken) auszutauschen und die Fahrbahn erst in 10, 15 oder 20 Jahren, mit dem Wissen, dass es dann noch teurer wird und vielleicht sogar länger dauert, weil Fachkräfte fehlen? Und wer weiß, was in Zukunft noch alles erneuert werden muss?

        Aber ja, wenn man das Auto derart verteufelt, sieht man diese Notwendigkeit nicht und sieht sie nur als Vorwand für eine mutwillige Zerstörung der Umwelt. Ich glaube nicht, dass die Entscheidungsträger ein großes Interesse daran haben, mehr Bäume zu fällen als notwendig. Bauarbeiten finden aber nicht vom Heißluftballon aus statt. Wir sind noch nicht so weit, dass wir ohne große Eingriffe in die Natur Straßen und Brücken austauschen können. Vielleicht ist das durch Visionen wie die von Herrn Musk irgendwann möglich. Aber bis dahin brauchen die eingesetzten Gerätschaften Platz am Boden, auch für das Fundament, gerade bei Brücken. Die Hildesheimer Straße ist auch weiträumig gesperrt, für das Material usw. was für den Südschnellweg gebraucht wird.

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