Warum das frühere GIG am Lindener Marktplatz weiter leersteht

Frühere Gaststätte GIG im Lindener Rathaus
Frühere Gaststätte GIG im Lindener Rathaus

Im Mai 2023 schien Bewegung in die Sache zu kommen. Auf Antrag der Grünen forderte der Stadtbezirksrat Linden-Limmer die Verwaltung auf, für die seit 2022 leer stehenden Flächen der früheren Gaststätte „GIG“ im Lindener Rathaus eine Zwischenraumnutzung zu ermöglichen. Ziel war es, den negativen Auswirkungen des Leerstands an einem der zentralsten Orte des Stadtteils Linden-Mitte entgegenzuwirken.

Vorgesehen war ein breit angelegtes Nutzungskonzept: Kunst, Kultur, Soziokultur, lokale Händler, Start-ups und Initiativen sollten einbezogen werden. Eine bereits gegründete Interessenvertretung namens „GIG Zwischenraum“ sollte die Nutzung koordinieren. Auch der Lindener Marktplatz selbst sollte mitgedacht werden – etwa im Hinblick auf Aufenthaltsqualität, Begrünung und neue Ideen für den öffentlichen Raum. Die Erfahrungen aus der Zwischennutzung sollten später in ein dauerhaftes Konzept einfließen.

Die Verwaltung signalisierte damals grundsätzlich Zustimmung. Allerdings machte sie deutlich, dass vor jeder Nutzung eine umfassende Bestandsaufnahme nötig sei. Brandschutz, Verkehrssicherung und technische Anlagen müssten geprüft werden. Erste Ergebnisse wurden für September 2023 angekündigt – danach sollte ein Konzept erarbeitet werden.

Ernüchternde Bilanz nach fast drei Jahren

Passiert ist seitdem wenig. Das zeigt eine aktuelle Anfrage des CDU-Bezirksratsherrn Michael Klenke, die in der gestrigen Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer beantwortet wurde. Demnach stehen die Gastronomieräume des früheren GIG seit 2023 leer. Lediglich der Saal im Obergeschoss wird wieder genutzt. Abgesehen von kleineren Erhaltungsmaßnahmen, wie Malerarbeiten an den Fenstern, gab es keine sichtbaren Fortschritte.

Mindestens 25 Gewerbetreibende hätten laut Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube Interesse an einer Nachnutzung als Gastronomie und anderen Geschäftszweigen bekundet. Dennoch kam es weder zu einer Neuvermietung noch zu einer Zwischenlösung.

Brandschutz, Barrierefreiheit – und hohe Kosten

Die Begründung der Stadt fällt nüchtern aus: Ohne umfassende bauliche Ertüchtigung sei eine Nutzung der Flächen nicht zulässig. Insbesondere Brandschutz, die Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen und die Barrierefreiheit entsprächen nicht den heutigen Mindeststandards. Aus bauordnungsrechtlicher Sicht könne ein Betrieb so nicht genehmigt werden.

Eine erste grobe Kostenschätzung beziffert den Investitionsbedarf für eine gastronomische Nutzung mit Küche auf rund 1,9 Millionen Euro. Dem gegenüber stünden mögliche Mieteinnahmen von etwa 5000 Euro pro Monat – rund 60.000 Euro im Jahr, gerechnet mit einer ortsüblichen Miete von etwa 25 Euro pro Quadratmeter.

Wirtschaftlich kaum darstellbar

Die Rechnung der Verwaltung ist eindeutig: Bei diesen Zahlen ließe sich die Investition durch eine Vermietung wirtschaftlich nicht darstellen. Anders gesagt: Selbst bei Vollvermietung würde es Jahrzehnte dauern, bis sich die Kosten amortisieren – wenn überhaupt.

Damit erklärt sich auch, warum das ambitionierte Konzept von 2023 bislang nicht umgesetzt wurde. Zwischen politischem Willen, bürgerschaftlichen Ideen und den harten Realitäten von Bauvorschriften und Haushaltszahlen klafft eine große Lücke.

Ein zentraler Ort bleibt ungenutzt

Für Linden ist das ein kaum hinnehmbarer Zustand. Der ehemalige Ratskeller am Lindener Marktplatz ist keine beliebige Immobilie, sondern ein historisch wie wirtschaftlich prägender Ort des Stadtteils. Umso größer war das Erstaunen bei Daniel Gardemin von den Grünen in der gestrigen Sitzung des Stadtbezirksrates. Als Mitinitiator eines geplanten Hannah-Arendt-Zentrums für lebendige Demokratie in genau diesen Räumen sprach er von einer Bankrotterklärung der Verwaltung. Nach seiner Darstellung kommen von den beteiligten Architekten deutlich niedrigere Kostenschätzungen als die nun von der Stadt genannten rund 1,9 Millionen Euro.

Bildnachweis: Wolfgang Becker

21 Gedanken zu „Warum das frühere GIG am Lindener Marktplatz weiter leersteht“

  1. Ein crowdfunding starten und das Gebäude für die Menschen im Stadtteil retten und nutzbar machen. Und nicht darauf warten, dass irgendein Investor da ein ein Extrablatt reinwirft. Die 1,9 Millionen Kosten sind auch albern hoch angesetzt. Ist aber auch die gleiche Verwaltung, die damals für ein paar Millionen mehr den kompletten Verwaltungstrakt im ihmezentrum hätte kaufen können und sich entschieden hat, lieber weiter absurde Mieten zu zahlen.

  2. Ich verstehe auch nicht, warum jetzt nach 3 Jahren auf einmal so viele Auflagen vorhanden sind ?
    Hat man die vielen Auflagen die Jahre, vor 2023, wo das GiG noch drin war, auch schon gehabt ?

    Ich weiß noch, das das GiG den Lindener Markt mit seiner Außengastronomie sehr belebt hat.
    Man betrachte das Public Viewing alle 2 / 4 Jahre bei der Bundesliga Europa- / Weltmeisterschaft 🙂 Da haben die Gastronomen rund dem Lindener Marktplatz solchre Veranstaltungen zusammen organisiert.
    Aber die Gastronomie, insbesondere Kneipen & Sportbars werden immer weniger und sterben einfach aus 🙁
    Das war bis zum Rauchverbot ab 2007 und Corona ab 2020 imer schneller. Dazu kamen die hohen Personalkosten und Pachtkosten die die „Wohnzimmer“ der Lindener aussterben ließen.
    Wo hat man heute noch eine Gastronomie, wo man Abends zum Klönen, Knobeln, Gedeck trinken, ggf. Billiard spielen, usw. hier in Linden-Mitte hingehen kann ?

    Das GiG war für die Sommermonate mit der Außengastronomie dazu recht zentral.

    Aber da könnte ich aus über 30 Jahren hier in Linden noch stundenlang weiter erzählen ….

  3. In Hannover gibt es Leerstände ohne Ende, trotzdem sollen dann wieder Kleingartenanlagen für Neubauten zerstört werden und werden auch zerstört wie für die MHH usw.Dadurch kommt es zu weiteren Versiegelungen, Materialverschwendung usw.Wann werden die Verantwortlichen mal vernünftig?

  4. Es ist nicht verständlich, warum die Stadt Hannover kein Interesse daran, dieses positiv ortbildprägende Gebäude zu erhalten bzw. instandzusetzen. Jetzt sind wir als Bürger gefragt, etwas dagegen zu unternehmen, dass dieses Gebäude nutzlos verfällt und dann zum Schandfleck am Lindener Markt wird. So kann man nicht mit den wertvollen Gebäuden dieser Stadt umgehen.!! Was können wir wirksames wir tun? ???

    • Antwort: „Nichts!“ Wenn zu mir jemand sagen würde: „Hier hast du 500.000 Euro für den Umbau des GiG“, wären die Arbeiten mit Handwerkern meiner Wahl binnen eines halben Jahres abgeschlossen. Aber so ticken Behörden nicht. Die Probleme sind systemimmanent. Einzelne Sachbearbeiter nehme ich dabei in Schutz. Systemsprenger haben keine Chance. Selbst unser Oberbürgermeister wäre machtlos. Im Zweifel werden Gutachter herangezogen, die Vorschriften aus dem Hut zaubern, die sakrosankt sind.

    • Seltsamer Weise dachte ich beim lesen genau das gleiche. Der Zustand wird ja auch nicht besser, je länger das Gebäude leer steht. Es ist immer das selbe

  5. das ewige Lied zwischen dem, was Unternehmer umsetzen wollen und finanziell können…und auf der anderen Seite dem realitatsfernen Verwaltungsapparat, der überlegt ob nicht noch irgendeine zusätzliche Vorschrift dazu kommen kann. Den Menschen in den Ämtern möchte ich weder guten Willen, noch beste Absicht absprechen, allerdings fehlt es immer wieder an normalem realisierbaren Einschätzungen. Wenn Väter Staat dein Gehalt bezahlt, musst du ja auch nicht überlegen , wie man das investierte Geld wieder rein bekommt. Etwas mehr Sinn für Realität und etwas weniger Übereifer bei den Vorgaben würde helfen.
    ich war auch selbständig und habe meine Erfahrungen mit den Behörden machen müssen. Das sind zwei unterschiedliche Welten leider. kein Wunder, denn viele gesetzte basieren tatsächlich auf Rechtsvorgaben aus der Weimarer Republik, natürlich angepasst.
    Ich würde jederzeit wieder einen Betrieb gründen, aber sicher nicht mehr in Deutschland.

    • „Den Menschen in den Ämtern möchte ich weder guten Willen, noch beste Absicht absprechen…“

      schrieb Herr Zeyen.

      Ich schon. Der Hannoversche Verwaltungsapparat ist eine Katastrophe.
      Jahrzehntelanger Parteienfilz.
      Habe so meine Erfahrungen gemacht….

  6. Warum ging das GIG eigentlich raus? Und vorher war alles in Ordnung mit den Flächen und nun muss man „plötzlich“ knapp 2 Mio investieren?

  7. Danke für den Kommentar. Genau auf die überzogene Kostenschätzung bezog sich meine Äußerung „Bankrotterklärung“. Wenn ich 1,9 Mio in das ehem. GIG stecken muss und diesen Betrag nie wirtschaftlich betreiben kann, bleibt das GIG nach dieser Logik für immer zu. Das kann nicht Wille der Verwaltung sein.
    1,9 Mio für rund 250 Quadratmeter (EG Gastraum/Küche und 1.OG) bedeutet übrigens über 7.000 Euro Sanierungskosten pro Quadratmeter. Das ist selbst bei teuren Baupreisen über Oberkante.

    • Es gibt namhafte und vertrauenswürdige Personen die auch öffentlich die Meinung vertreten, der Gastrobereich sei auf Grund seiner gesetzlichen Auflagen (mit ca. 1,2 Millionen Euro???) der Hauptkostentreiber.

      Herr Dr. Gardemin (und Herr Ebers), wie ist Ihr Kenntnisstand dazu?

      Und bezogen auf diesen Artikel:
      Kommt ein Hannah-Arendt-Zentrum in das ehemalige GiG?
      https://punkt-linden.de/news/hannah-arendt-zentrum-ins-gig/

      Herr Dr. Gardemin:
      – Welche fundierten / belastbaren Schätzungen haben Sie statt der von der Verwaltung genannten Kosten ?
      – Wer soll dann diese Räume für das geplante Hannah-Arendt-Zentrum herrichten?
      – Wer soll das dann bezahlen?
      – Wie hoch sollen die laufenden Kosten sein?
      – Wer soll diese laufenden Kosten zahlen?

  8. Das wichtigste ist erstmal „Bloß keine Fehler machen“ . Gibt es denn überhaupt schon genug kostenaufwendige Studien ?

  9. Die harten Realitäten der Bauvorschriften sind zum Teil völlig überzogen. Was jahrzehntelang wunderbar funktionierte, ist plötzlich ein Ausschlusskriterium. Dahinter kann man sich als Verwaltungsbeamter verstecken oder nach Lösungen suchen. Die gibt es immer; z.B. durch einen Dispens. Die Summe von 1,9 Mio. Euro halte ich auch für übertrieben. Eine Kostenschätzung der LHH auf Basis der DIN 276 wäre aufschlussreich. Die gibt es anscheinend nicht.

      • Natürlich müssen solche Zustände wie in Crans-Montana oder am Grenfell-Tower unterbunden werden. Da gibt es keine Kompromisse. Die Brandschutzvorschriften, die ich meine, haben eine andere Qualität, z.B. ob eine Stahlbetondecke feuerbeständig ist oder nicht. Das hängt u.a. von der Betonüberdeckung der Bewehrung ab. Ist die zu gering, wird die Feuerwiderstandsklasse F90 nicht erreicht. Dann hält die Decke im Brandfall vielleicht nicht theoretisch 90 Minuten, sondern praktisch 60 Minuten. Wenn ein Brandfall äußerst gering ist, und Fluchtwege ausreichend vorhanden sind, macht es keinen Sinn, solche Decken mit hohem Aufwand brandschutztechnisch zu bearbeiten.

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21 Gedanken zu „Warum das frühere GIG am Lindener Marktplatz weiter leersteht“

  1. Ein crowdfunding starten und das Gebäude für die Menschen im Stadtteil retten und nutzbar machen. Und nicht darauf warten, dass irgendein Investor da ein ein Extrablatt reinwirft. Die 1,9 Millionen Kosten sind auch albern hoch angesetzt. Ist aber auch die gleiche Verwaltung, die damals für ein paar Millionen mehr den kompletten Verwaltungstrakt im ihmezentrum hätte kaufen können und sich entschieden hat, lieber weiter absurde Mieten zu zahlen.

  2. Ich verstehe auch nicht, warum jetzt nach 3 Jahren auf einmal so viele Auflagen vorhanden sind ?
    Hat man die vielen Auflagen die Jahre, vor 2023, wo das GiG noch drin war, auch schon gehabt ?

    Ich weiß noch, das das GiG den Lindener Markt mit seiner Außengastronomie sehr belebt hat.
    Man betrachte das Public Viewing alle 2 / 4 Jahre bei der Bundesliga Europa- / Weltmeisterschaft 🙂 Da haben die Gastronomen rund dem Lindener Marktplatz solchre Veranstaltungen zusammen organisiert.
    Aber die Gastronomie, insbesondere Kneipen & Sportbars werden immer weniger und sterben einfach aus 🙁
    Das war bis zum Rauchverbot ab 2007 und Corona ab 2020 imer schneller. Dazu kamen die hohen Personalkosten und Pachtkosten die die „Wohnzimmer“ der Lindener aussterben ließen.
    Wo hat man heute noch eine Gastronomie, wo man Abends zum Klönen, Knobeln, Gedeck trinken, ggf. Billiard spielen, usw. hier in Linden-Mitte hingehen kann ?

    Das GiG war für die Sommermonate mit der Außengastronomie dazu recht zentral.

    Aber da könnte ich aus über 30 Jahren hier in Linden noch stundenlang weiter erzählen ….

  3. In Hannover gibt es Leerstände ohne Ende, trotzdem sollen dann wieder Kleingartenanlagen für Neubauten zerstört werden und werden auch zerstört wie für die MHH usw.Dadurch kommt es zu weiteren Versiegelungen, Materialverschwendung usw.Wann werden die Verantwortlichen mal vernünftig?

  4. Es ist nicht verständlich, warum die Stadt Hannover kein Interesse daran, dieses positiv ortbildprägende Gebäude zu erhalten bzw. instandzusetzen. Jetzt sind wir als Bürger gefragt, etwas dagegen zu unternehmen, dass dieses Gebäude nutzlos verfällt und dann zum Schandfleck am Lindener Markt wird. So kann man nicht mit den wertvollen Gebäuden dieser Stadt umgehen.!! Was können wir wirksames wir tun? ???

    • Antwort: „Nichts!“ Wenn zu mir jemand sagen würde: „Hier hast du 500.000 Euro für den Umbau des GiG“, wären die Arbeiten mit Handwerkern meiner Wahl binnen eines halben Jahres abgeschlossen. Aber so ticken Behörden nicht. Die Probleme sind systemimmanent. Einzelne Sachbearbeiter nehme ich dabei in Schutz. Systemsprenger haben keine Chance. Selbst unser Oberbürgermeister wäre machtlos. Im Zweifel werden Gutachter herangezogen, die Vorschriften aus dem Hut zaubern, die sakrosankt sind.

    • Seltsamer Weise dachte ich beim lesen genau das gleiche. Der Zustand wird ja auch nicht besser, je länger das Gebäude leer steht. Es ist immer das selbe

  5. das ewige Lied zwischen dem, was Unternehmer umsetzen wollen und finanziell können…und auf der anderen Seite dem realitatsfernen Verwaltungsapparat, der überlegt ob nicht noch irgendeine zusätzliche Vorschrift dazu kommen kann. Den Menschen in den Ämtern möchte ich weder guten Willen, noch beste Absicht absprechen, allerdings fehlt es immer wieder an normalem realisierbaren Einschätzungen. Wenn Väter Staat dein Gehalt bezahlt, musst du ja auch nicht überlegen , wie man das investierte Geld wieder rein bekommt. Etwas mehr Sinn für Realität und etwas weniger Übereifer bei den Vorgaben würde helfen.
    ich war auch selbständig und habe meine Erfahrungen mit den Behörden machen müssen. Das sind zwei unterschiedliche Welten leider. kein Wunder, denn viele gesetzte basieren tatsächlich auf Rechtsvorgaben aus der Weimarer Republik, natürlich angepasst.
    Ich würde jederzeit wieder einen Betrieb gründen, aber sicher nicht mehr in Deutschland.

    • „Den Menschen in den Ämtern möchte ich weder guten Willen, noch beste Absicht absprechen…“

      schrieb Herr Zeyen.

      Ich schon. Der Hannoversche Verwaltungsapparat ist eine Katastrophe.
      Jahrzehntelanger Parteienfilz.
      Habe so meine Erfahrungen gemacht….

  6. Warum ging das GIG eigentlich raus? Und vorher war alles in Ordnung mit den Flächen und nun muss man „plötzlich“ knapp 2 Mio investieren?

  7. Danke für den Kommentar. Genau auf die überzogene Kostenschätzung bezog sich meine Äußerung „Bankrotterklärung“. Wenn ich 1,9 Mio in das ehem. GIG stecken muss und diesen Betrag nie wirtschaftlich betreiben kann, bleibt das GIG nach dieser Logik für immer zu. Das kann nicht Wille der Verwaltung sein.
    1,9 Mio für rund 250 Quadratmeter (EG Gastraum/Küche und 1.OG) bedeutet übrigens über 7.000 Euro Sanierungskosten pro Quadratmeter. Das ist selbst bei teuren Baupreisen über Oberkante.

    • Es gibt namhafte und vertrauenswürdige Personen die auch öffentlich die Meinung vertreten, der Gastrobereich sei auf Grund seiner gesetzlichen Auflagen (mit ca. 1,2 Millionen Euro???) der Hauptkostentreiber.

      Herr Dr. Gardemin (und Herr Ebers), wie ist Ihr Kenntnisstand dazu?

      Und bezogen auf diesen Artikel:
      Kommt ein Hannah-Arendt-Zentrum in das ehemalige GiG?
      https://punkt-linden.de/news/hannah-arendt-zentrum-ins-gig/

      Herr Dr. Gardemin:
      – Welche fundierten / belastbaren Schätzungen haben Sie statt der von der Verwaltung genannten Kosten ?
      – Wer soll dann diese Räume für das geplante Hannah-Arendt-Zentrum herrichten?
      – Wer soll das dann bezahlen?
      – Wie hoch sollen die laufenden Kosten sein?
      – Wer soll diese laufenden Kosten zahlen?

  8. Das wichtigste ist erstmal „Bloß keine Fehler machen“ . Gibt es denn überhaupt schon genug kostenaufwendige Studien ?

  9. Die harten Realitäten der Bauvorschriften sind zum Teil völlig überzogen. Was jahrzehntelang wunderbar funktionierte, ist plötzlich ein Ausschlusskriterium. Dahinter kann man sich als Verwaltungsbeamter verstecken oder nach Lösungen suchen. Die gibt es immer; z.B. durch einen Dispens. Die Summe von 1,9 Mio. Euro halte ich auch für übertrieben. Eine Kostenschätzung der LHH auf Basis der DIN 276 wäre aufschlussreich. Die gibt es anscheinend nicht.

      • Natürlich müssen solche Zustände wie in Crans-Montana oder am Grenfell-Tower unterbunden werden. Da gibt es keine Kompromisse. Die Brandschutzvorschriften, die ich meine, haben eine andere Qualität, z.B. ob eine Stahlbetondecke feuerbeständig ist oder nicht. Das hängt u.a. von der Betonüberdeckung der Bewehrung ab. Ist die zu gering, wird die Feuerwiderstandsklasse F90 nicht erreicht. Dann hält die Decke im Brandfall vielleicht nicht theoretisch 90 Minuten, sondern praktisch 60 Minuten. Wenn ein Brandfall äußerst gering ist, und Fluchtwege ausreichend vorhanden sind, macht es keinen Sinn, solche Decken mit hohem Aufwand brandschutztechnisch zu bearbeiten.

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