Schwere Verletzung der Jubiläums-Linde an der Martinskirche

Die anlässlich der 900-Jahr-Feier Lindens gepflanzte Linde im Von-Alten-Garten an der Martinskirche ist Ziel eines mutmaßlichen Vandalismusakts geworden. Unbekannte entfernten ringförmig die Rinde am Stamm – eine Methode, die unter Fachleuten als „Ringeln“ bekannt ist und für Bäume oft tödliche Folgen hat.

Nach Einschätzung von Experten ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich der Baum von dieser massiven Schädigung erholt. Ein etwa zehn Zentimeter hoher Rindenstreifen wurde entfernt. Selbst wenn – wie derzeit festgestellt – nur rund drei Viertel des Stammumfangs betroffen sind, rechnen Fachleute mit einem langsamen Absterben der Linde.

Wann genau die Tat verübt wurde, ist bislang unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem Anzeige erstattet wurde.

Symbolbaum mit besonderer Geschichte

Die Linde wurde am 10. Oktober 2015 feierlich gepflanzt – als lebendiges Symbol für das 900-jährige Bestehen Lindens. Initiiert wurde das Projekt von BUND-Mitglied Gerd Wach, der sich bis heute als Naturschutzbeauftragter für Hannover-West engagiert. Mehr als 1.000 Euro wurden damals von Bürgerinnen und Bürgern sowie lokalen Geschäften gesammelt, um die Pflanzung zu ermöglichen. Die Stadt stellte den Baum aus ihrer eigenen Baumschule bereit und übernahm die Pflege. Ergänzt wurde die Anlage durch eine Sitzbank, gestiftet von der Arbeitsgemeinschaft Lindener Vereine (AGLV). Aufgrund der historischen Bedeutung wurde die Aktion zudem im Stadtarchiv dokumentiert.

Entsetzen und offene Fragen

„Ich bin geschockt“, sagt Gerd Wach angesichts der mutwilligen Zerstörung. Für ihn und viele Bewohner des Stadtteils steht der Baum nicht nur für Natur, sondern auch für Gemeinschaft und Geschichte.
Die Motive der Täter sind bislang völlig unklar. Ob es sich um gezielten Vandalismus oder eine andere Form der Sachbeschädigung handelt, bleibt Gegenstand der Ermittlungen.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei ruft mögliche Zeugen auf, sich zu melden. Hinweise nimmt das Polizeikommissariat Hannover-Limmer unter der Telefonnummer 0511 109-3920 entgegen.

Bildnachweis: Gerd Wach

9 Kommentare zu „Schwere Verletzung der Jubiläums-Linde an der Martinskirche“

  1. Bäume wachsen langsam und altern je nach Art mehrere Menschenleben und spenden Luft, Schatten und bieten Lebensraum für die vielfältige Fauna und Flora. Letzteres auch wenn sie sterben und in der Natur bleiben.

    Dann kommt der Mensch und sägt den Ast ab auf dem er sitzt und will nichts sehen, wissen oder handeln.

    Wir leben mittlerweile in barbarischen Zeiten wo Empathielosigkeit und das Recht des Stärkeren vermeintlich gelten.

    Die Menscheit entwickelt sich bedenklich nicht weiter und verfällt in Muster die eigentlich durchbrochen werden müssten.

    Hoffnung für Leben auf diesem kleinen Dreckklumpen, im schwarzen Nichts, hab ich aber nicht für uns Menschen.

    Antworten
  2. „Die Motive der Täter sind bislang völlig unklar.“
    Immerhin hat man offensichtlich Täterinnen ausschließen können. Wenigstens etwas.

    Antworten
  3. Es ist mir ein Rätsel wie man so drauf sein kann. 

    Der Täter sollte seine Frustration be- und nicht abarbeiten, und sich am besten Hilfe suchen.
    Schade um den Baum. Echt traurig.

    Antworten
  4. So ein verdammter Frevel. Hoffentlich kann der Täter ermittelt werden.

    @ Nisa: Lehm bringt gar nichts. Der kann nicht Borke, Rinde und Kambium ersetzen, die der Baum zur Nährstoff Versorgung braucht.

    Antworten
    • Lehm wird schon seit Jahrhunderten für die Wundheilung bei Bäumen genutzt. Mittlerweile kann man sogar fertigen Baumlehm kaufen.

      Wenn der Baum sowieso nicht zu retten ist, ist es ein Versuch wert, aber die Zeit rennt!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

9 Kommentare zu „Schwere Verletzung der Jubiläums-Linde an der Martinskirche“

  1. Bäume wachsen langsam und altern je nach Art mehrere Menschenleben und spenden Luft, Schatten und bieten Lebensraum für die vielfältige Fauna und Flora. Letzteres auch wenn sie sterben und in der Natur bleiben.

    Dann kommt der Mensch und sägt den Ast ab auf dem er sitzt und will nichts sehen, wissen oder handeln.

    Wir leben mittlerweile in barbarischen Zeiten wo Empathielosigkeit und das Recht des Stärkeren vermeintlich gelten.

    Die Menscheit entwickelt sich bedenklich nicht weiter und verfällt in Muster die eigentlich durchbrochen werden müssten.

    Hoffnung für Leben auf diesem kleinen Dreckklumpen, im schwarzen Nichts, hab ich aber nicht für uns Menschen.

    Antworten
  2. „Die Motive der Täter sind bislang völlig unklar.“
    Immerhin hat man offensichtlich Täterinnen ausschließen können. Wenigstens etwas.

    Antworten
  3. Es ist mir ein Rätsel wie man so drauf sein kann. 

    Der Täter sollte seine Frustration be- und nicht abarbeiten, und sich am besten Hilfe suchen.
    Schade um den Baum. Echt traurig.

    Antworten
  4. So ein verdammter Frevel. Hoffentlich kann der Täter ermittelt werden.

    @ Nisa: Lehm bringt gar nichts. Der kann nicht Borke, Rinde und Kambium ersetzen, die der Baum zur Nährstoff Versorgung braucht.

    Antworten
    • Lehm wird schon seit Jahrhunderten für die Wundheilung bei Bäumen genutzt. Mittlerweile kann man sogar fertigen Baumlehm kaufen.

      Wenn der Baum sowieso nicht zu retten ist, ist es ein Versuch wert, aber die Zeit rennt!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar