
Punkt-Linden sprach mit Wirtin Martina Tantow über die dramatische Nacht und die Folgen des Feuers. Seit 33 Jahren steht sie im Gaston hinter dem Tresen. Die typische Lindener Eckkneipe mit separatem Raucherraum ist für sie weit mehr als nur ein Arbeitsplatz – Martina ist Wirtin aus Leidenschaft.
Lauter Knall mitten in der Nacht

Bei den anschließenden Löscharbeiten gab es offenbar auch eine technische Panne: Nach Angaben Tantows platzte der erste von der Feuerwehr eingesetzte Schlauch.
Keine Verletzten – zwei Katzen zunächst gerettet
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Die Flammen schlugen beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits aus den Fenstern der Wohnung. Sechs Trupps waren unter Atemschutz im Einsatz. Das Feuer wurde sowohl von außen als auch über das Treppenhaus bekämpft. Zwei Katzen konnten während des Einsatzes aus der Brandwohnung gerettet und zur Versorgung in die Tierärztliche Hochschule gebracht werden. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Nach Angaben von Tantow war etwa die Hälfte der Hausbewohner zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause.
Eine weitere Überraschung gab es einen Tag später: Am Montag bemerkte ein Passant in der ausgebrannten Wohnung eine lebende Katze. Das Tier hatte das Feuer und die Löscharbeiten offenbar überstanden. Der Hausmeister holte die Katze aus der Wohnung und übergab sie ihrem überglücklichen Besitzer.
Gaston kommt vergleichsweise glimpflich davon
Während die Wohnung über dem Gaston durch das Feuer schwer zerstört wurde, sind die Schäden in der Gaststätte erstaunlich gering geblieben. Trotz der umfangreichen Löscharbeiten gelangte nach Angaben von Tantow praktisch kein Löschwasser durch die Decke in das Lokal. Als Grund wird die alte Stroh-Lehmdecke des Hauses vermutet. Lediglich eine Wand sei etwas feucht geworden. Auch sämtliche Fenster der Gaststätte blieben unbeschädigt. Allerdings hatte sich Ruß im Lokal abgesetzt. In den vergangenen Tagen wurde deshalb gründlich gereinigt. Inzwischen sind die Spuren so weit beseitigt, dass Martina Tantow ihre Gäste wieder empfangen kann. Am heutigen Donnerstag öffnet das Gaston ab 17 Uhr wieder.
Rund 500.000 Euro Sachschaden am Gebäude
Für die Bewohner des Hauses sind die Folgen deutlich gravierender. Bereits nach Abschluss der Löscharbeiten war klar, dass die Wohnungen zunächst nicht wieder bezogen werden können. Wegen der erheblichen Brandschäden musste das gesamte Gebäude vorübergehend vom Stromnetz getrennt werden. Polizeisprecher Michael Bertram beziffert den entstandenen Sachschaden gegenüber Punkt-Linden inzwischen auf rund 500.000 Euro. Das Haus gilt derzeit als nicht bewohnbar.