Nach Wohnungsbrand in Linden-Süd: Gaston öffnet wieder – Katze überlebt Feuer

Gaston Wirtin Martina Tantow
Wirtin Martina Tantow
Nach dem schweren Wohnungsbrand in der Posthornstraße in Linden-Süd kehrt zumindest im Erdgeschoss des Hauses wieder ein Stück Normalität ein: Die Gaststätte Gaston öffnet am heutigen Donnerstag ab 17 Uhr wieder. Obwohl die Wohnung direkt über der traditionsreichen Eckkneipe vollständig ausbrannte, blieb das Lokal selbst weitgehend verschont. Auslöser des Feuers war nach den vorliegenden Informationen ein explodierter Fahrradakku in der Wohnung.

Punkt-Linden sprach mit Wirtin Martina Tantow über die dramatische Nacht und die Folgen des Feuers. Seit 33 Jahren steht sie im Gaston hinter dem Tresen. Die typische Lindener Eckkneipe mit separatem Raucherraum ist für sie weit mehr als nur ein Arbeitsplatz – Martina ist Wirtin aus Leidenschaft.

Lauter Knall mitten in der Nacht

Wirtin Martina Tantow vor dem Gaston
Wirtin Martina Tantow
Als das Feuer am frühen Sonntagmorgen ausbrach, befanden sich nur noch drei Gäste im Gaston. Es war die letzte Runde des Abends. Gegen 1.45 Uhr habe es plötzlich einen lauten Knall gegeben, berichtet sie. Unmittelbar danach sei Brandgeruch wahrnehmbar gewesen, der sie zunächst an verschmorte Kabel erinnerte. Die Wirtin ging nach draußen, um nach der Ursache zu sehen. Dort bemerkte sie, dass in der Wohnung direkt über der Gaststätte bereits Vorhänge brannten. In der Brandwohnung war ein Fahrradakku explodiert. In diesem Moment kam nach ihren Angaben zufällig ein Rettungswagen vorbei. Die Besatzung erkannte die Situation, veranlasste die Alarmierung der Feuerwehr und leistete vor Ort Hilfe.
Bei den anschließenden Löscharbeiten gab es offenbar auch eine technische Panne: Nach Angaben Tantows platzte der erste von der Feuerwehr eingesetzte Schlauch.

Keine Verletzten – zwei Katzen zunächst gerettet
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Die Flammen schlugen beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits aus den Fenstern der Wohnung. Sechs Trupps waren unter Atemschutz im Einsatz. Das Feuer wurde sowohl von außen als auch über das Treppenhaus bekämpft. Zwei Katzen konnten während des Einsatzes aus der Brandwohnung gerettet und zur Versorgung in die Tierärztliche Hochschule gebracht werden. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Nach Angaben von Tantow war etwa die Hälfte der Hausbewohner zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause.

Eine weitere Überraschung gab es einen Tag später: Am Montag bemerkte ein Passant in der ausgebrannten Wohnung eine lebende Katze. Das Tier hatte das Feuer und die Löscharbeiten offenbar überstanden. Der Hausmeister holte die Katze aus der Wohnung und übergab sie ihrem überglücklichen Besitzer.

Gaston kommt vergleichsweise glimpflich davon

Während die Wohnung über dem Gaston durch das Feuer schwer zerstört wurde, sind die Schäden in der Gaststätte erstaunlich gering geblieben. Trotz der umfangreichen Löscharbeiten gelangte nach Angaben von Tantow praktisch kein Löschwasser durch die Decke in das Lokal. Als Grund wird die alte Stroh-Lehmdecke des Hauses vermutet. Lediglich eine Wand sei etwas feucht geworden. Auch sämtliche Fenster der Gaststätte blieben unbeschädigt. Allerdings hatte sich Ruß im Lokal abgesetzt. In den vergangenen Tagen wurde deshalb gründlich gereinigt. Inzwischen sind die Spuren so weit beseitigt, dass Martina Tantow ihre Gäste wieder empfangen kann. Am heutigen Donnerstag öffnet das Gaston ab 17 Uhr wieder.

Rund 500.000 Euro Sachschaden am Gebäude

Für die Bewohner des Hauses sind die Folgen deutlich gravierender. Bereits nach Abschluss der Löscharbeiten war klar, dass die Wohnungen zunächst nicht wieder bezogen werden können. Wegen der erheblichen Brandschäden musste das gesamte Gebäude vorübergehend vom Stromnetz getrennt werden. Polizeisprecher Michael Bertram beziffert den entstandenen Sachschaden gegenüber Punkt-Linden inzwischen auf rund 500.000 Euro. Das Haus gilt derzeit als nicht bewohnbar.

Bildnachweis: Stefan Ebers

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