
Seit 2013 hat der gemeinnützige Kunstverein Galerie BOHAI seinen Ausstellungsort am Schwarzen Bär. Eine wichtige Aufgabe in diesem Jahr ist, die Aufenthaltsqualität für Gäste, Künstler*innen und Teilnehmende an Workshops zu verbessern. „Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer hat uns mit der 1400-Euro-Förderung geholfen, den Vorraum zur Toilette so umzugestalten, dass wir dort auch eine Küchennische haben“, freut sich Geschäftsführer und künstlerischer Leiter Henner Rosenkranz. Künftig könnten Mahlzeiten vor Ort zubereitet, aber auch die Workshop-Materialien nach Kursen abgewaschen werden. „Das ist auch eine Unterstützung für die ehrenamtlich Engagierten unserer BOHAI-Community.“
Jugendliche befähigen
Mit den Mitteln der Kunst gehe es dem Verein darum, Jugendliche zu inspirieren, sich von Konsumierenden zu Produzierenden zu entwickeln und so bewusst die eigene Selbstwirksamkeit zu stärken. „Kunst hilft, sich trotz vieler Sorgen nicht lähmen zu lassen. Sie zeigt uns neue Perspektiven auf die Wirklichkeit, eröffnet dadurch Denkansätze, führt Menschen zusammen und kann zum Handeln bewegen“, sagt der 39-Jährige.
Freie Szene

„Wir verstehen uns als Teil der Freien Szene in Hannover und engagieren uns für kulturpolitische Netzwerkarbeit“, sagt Rosenkranz. Zusammen mit den Bildungsangeboten sei dies ein Beitrag zur Stärkung „unserer Zivilgesellschaft“.
I Want This House to Be Haunted
In ihrer autobiografischen Arbeit „I Want This House to Be Haunted“ (Ich will, dass es in diesem Haus spukt) setzt sich die Fotokünstlerin Annika Weertz mit ihrem Elternhaus auseinander, das sie und ihre Schwester nach dem Tod des Vaters geerbt haben. In dem Haus ist sie aufgewachsen, ihr Vater hat nach der Scheidung der Eltern bis zu seinem Tod dort gelebt. Welchen Einfluss hat das Fotografieren auf den Trauer-, Erinnerungs- und Reflexionsprozess? Annika Weertz gelingt mit ihren Fotografien, etwa des Vaters, seiner Kleidung, aber auch dem umgedrehten Baum, eine Verbindung zu den Betrachtenden aufzubauen. Welche Rolle spielt Fotografie, um einen Ort zu einem Zuhause zu machen? Und kann auch eine Fotografie ein Zuhause sein?
Die Ausstellung am Schwarzen Bär 6 ist noch bis zum 20. September immer von Samstag, 13 bis Sonntag 18 Uhr zu sehen.