
Der geplante Ersatzneubau des Godehardistifts auf dem Parkplatz im Einmündungsbereich Deisterstraße/Ricklinger Straße lässt weiter auf sich warten. Als Gründe nennen Verwaltung und die Johannesstift Diakonie Pflege & Wohnen Niedersachsen gGmbH einen Leitungswechsel beim Träger im Frühjahr sowie die notwendige Aufstellung eines Bebauungsplans. Die Stadt wird ihr zunächst auf ein Jahr angelegtes mobiles Beratungsangebot an der Drägerwiese deshalb weiter erproben, teilte die Verwaltung in der Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer in dieser Woche mit. Anlass war eine Anfrage des CDU-Einzelvertreters Michael Klenke.
Ungewissheit seit 2019
Seit 2019 ist die Zukunft des Seniorenheims in Linden-Süd ungewiss. Damals hatte der Träger die Schließung wegen schwerer baulicher Mängel angekündigt und erstmals von einem notwendigen Neubau für das Altenpflegeheim in der Posthornstraße gesprochen. Proteste der Bewohner*innen und der Lokalpolitik verhinderten das Aus.
Seit 2022 ist klar, dass die Stadt den Parkplatz aufgeben und für den Neubau einer Altenpflegeeinrichtung zur Verfügung stellen will. Anfang 2026 kündigten Stadt und Johannesstift Diakonie an, nur noch letzte Details für einen Bauantrag abzustimmen. Seitdem gab es keine weiteren Mitteilungen zum Bauvorhaben. Im Juli hatte die Stadt ihr neues Hilfsangebot für Drogenabhängige vorgestellt, die sich auf der Drägerwiese aufhalten. Inzwischen ist das mobile Beratungsangebot auch angelaufen.
Drei konkrete Fragen
Für Klenke war dieses Nebeneinander Anlass für drei konkrete Fragen: aktuelle Fortschritt in der Planung des Neubaues?, Was passiert mit dem bisherigen Standort in der Posthornstraße?, Wie stellt sich die Stadt das künftige Mit- und Nebeneinander von Drogenabhängigen und Bewohnenden des Seniorenheims vor?
Drei Antworten der Verwaltung

Zum aktuellen Stand konnte die Verwaltung lediglich mitteilen, dass der Betreiber Planungen erarbeitet habe, aktuell eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Projektes durch ihn erfolge. Ein Wechsel in der Geschäftsführung habe zu Verzögerungen geführt. Für das Grundstück in der Posthornstraße lege der Bebauungsplan Nr. 912 die Nutzung „Altenzentrum“ fest. „Pläne der Eigentümerin sind hier nicht bekannt.“ Das Beratungsangebot an der Drägerwiese befinde sich in der Erprobungsphase. „Vor diesem Hintergrund können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine belastbaren Aussagen zu einem möglichen zukünftigen Miteinander oder Nebeneinander getroffen werden.“ Nach Abschluss des Projektes werde die Stadt den Stadtbezirksrat Linden-Limmer über die Ergebnisse und Konsequenzen informieren.
Neue Geschäftsführerin
Die Pressesprecherin der Johannesstift Diakonie, Lilian Rimkus, bestätigte Punkt-Linden, den Wechsel in der Geschäftsleitung und damit verbundene Verzögerungen: „Der bisherige Geschäftsführer in Niedersachsen, Wolfram Rohleder, ist Anfang des Jahres in den Ruhestand gegangen. Seit dem Frühjahr ist Kati Karney neue Geschäftsführerin der Johannesstift Diakonie Pflege&Wohnen Niedersachsen. In dieser Funktion wird sie auch für das Bauvorhaben zuständig sein.“