
Der barrierefreie Ausbau der Stadtbahnhaltestelle der Stadtbahnlinie 9 „Am Lindener Hafen“ in Linden-Mitte ist einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) hat das Planfeststellungsverfahren für den Bau eines Mittelhochbahnsteigs an der Davenstedter Straße eröffnet. Die Planunterlagen liegen seit dem 20. Juli öffentlich aus. Mögliche Einwendungen dagegen können bis zum 3. September 2026 eingereicht werden. Doch noch bevor über den eigentlichen Ausbau diskutiert wird, sorgt das Verfahren selbst für Kritik. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube wirft der Stadtverwaltung und den beteiligten Behörden erhebliche Versäumnisse bei der Beteiligung des Stadtbezirksrates vor.
So läuft ein Planfeststellungsverfahren ab
Ein Planfeststellungsverfahren ist das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren für größere Infrastrukturprojekte wie Stadtbahnstrecken, Straßen oder Eisenbahnlinien. Dabei werden alle öffentlichen und privaten Belange gegeneinander abgewogen. Die Vorhabenträger – in diesem Fall die infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover – reichen ihre Planunterlagen bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde ein. Anschließend werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt, damit Bürger, Unternehmen, Behörden und anerkannte Umweltverbände diese einsehen können. Wer durch das Vorhaben betroffen ist, kann innerhalb der festgelegten Frist Einwendungen oder Stellungnahmen abgeben. Nach Ablauf der Frist prüft die Planfeststellungsbehörde sämtliche eingegangenen Hinweise. Falls erforderlich, findet ein Erörterungstermin statt, bei dem offene Fragen gemeinsam besprochen werden. Abschließend entscheidet die Behörde mit dem Planfeststellungsbeschluss darüber, ob das Vorhaben genehmigt wird und unter welchen Auflagen es umgesetzt werden darf. Mit diesem Beschluss erhält das Projekt grundsätzlich das Baurecht.
Mittelhochbahnsteig für Linie 9 geplant

Geplant ist der Bau eines 70 Meter langen und vier Meter breiten Mittelhochbahnsteigs für die Stadtbahnlinie 9 in der Davenstedter Straße vor der Kreuzung Bauweg/Am Lindener Hafen. Gleichzeitig werden die Gleise aufgeweitet, Leitungen verlegt, die Fahrbahn angepasst und neue Rampen zum Bahnsteig errichtet. Die gesamte Baumaßnahme erstreckt sich über rund 164 Meter. Ziel ist es, die Stadtbahnstrecke A-West vollständig barrierefrei auszubauen und künftig auch den Drei-Wagen-Betrieb mit den Stadtbahnfahrzeugen der Baureihen TW 2000 bis TW 4000 zu ermöglichen.
Keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich
Vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens wurde geprüft, ob für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist. Die Planfeststellungsbehörde kommt zu dem Ergebnis, dass keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind. Zwar werden rund 449 Quadratmeter Boden neu versiegelt, Gleise verlegt und es entstehen während der Bauzeit Lärm-, Staub- und Erschütterungsbelastungen. Nach Einschätzung der Behörde bleiben diese Auswirkungen jedoch begrenzt. Bäume sollen nicht gefällt werden, für gefährdete Gehölze sind Schutzmaßnahmen vorgesehen. Lediglich bei dem Gebäude Davenstedter Straße 109g – derzeit als Wettbüro genutzt – wird mit einer Erhöhung der Erschütterungsbelastung gerechnet.
Grube kritisiert fehlende Information des Stadtbezirksrates
Für deutlich mehr Diskussionen als die eigentliche Planung sorgt derzeit jedoch der Ablauf des Verfahrens. Nach Angaben von Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube sei der Stadtbezirksrat Linden-Limmer über den Beginn des Planfeststellungsverfahrens überhaupt nicht informiert worden. Weder er selbst noch die Bezirksratsbetreuung oder das Gremium hätten eine entsprechende Mitteilung erhalten.
„Ich habe das eher zufällig entdeckt“, berichtet Grube.
Besonders kritisch sieht er, dass die öffentliche Auslegung ausgerechnet während der Sommerferien und der sitzungsfreien Zeit des Bezirksrates stattfindet. Zudem sei eine frühere Zusage, das Planfeststellungsverfahren vor Beginn der Auslegung zunächst im Bezirksrat vorzustellen, erneut nicht eingehalten worden. Nach Auffassung Grubes seien damit die Beteiligungsrechte des Stadtbezirksrates „gravierend verletzt“.
Verlängerung der Beteiligungsmöglichkeiten zugesichert
Grube hatte die Mängel nach eigenen Angaben bereits telefonisch bei der NLStBV angesprochen. Dort sei ihm zugesichert worden, dass auf Wunsch des Bezirksrates zumindest eine Verlängerung der Auslegungsfrist ermöglicht werden könne. Überdies kündigt der Bezirksbürgermeister weitere Schritte an. So will er sich offiziell bei der NLStBV, Hannovers Baudezernenten sowie Oberbürgermeister Belit Onay über den Ablauf des Verfahrens beschweren. Außerdem soll ein Vertreter der infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover zur nächsten Sitzung des Stadtbezirksrates eingeladen werden, um die Planung öffentlich vorzustellen. Da Einwendungen noch bis zum 3. September 2026 möglich sind, sieht Grube ausreichend Zeit, sich anschließend fachlich mit den Unterlagen auseinanderzusetzen.
Unternehmen und Anwohner sollen informiert werden
Grube befürchtet zudem, dass zahlreiche Betroffene bislang gar nichts vom Verfahren erfahren haben. Das betreffe nicht nur Anwohner, sondern auch Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Umfeld der Haltestelle, beispielsweise ZF oder die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt (SLV). Er ruft deshalb dazu auf, möglichst viele Menschen auf das laufende Verfahren aufmerksam zu machen und die umfangreichen Planunterlagen zu prüfen. Nur so könnten mögliche Einwendungen rechtzeitig eingebracht werden.
Einwendungen bis Anfang September möglich
Die Planunterlagen liegen noch bis zum 19. August 2026 öffentlich aus. Einwendungen und Stellungnahmen können anschließend noch bis einschließlich 3. September 2026 schriftlich bei der Landeshauptstadt Hannover oder der NLStBV eingereicht werden. Ein Erörterungstermin ist möglich, kann nach den gesetzlichen Regelungen jedoch auch entfallen.
Infobox: Hochbahnsteig „Am Lindener Hafen“
| Maßnahme | Bau eines barrierefreien Mittelhochbahnsteigs |
| Strecke | Stadtbahnlinie 9 (A-West) |
| Bahnsteiglänge | 70 Meter |
| Bahnsteigbreite | 4 Meter |
| Gesamte Baulänge | 164 Meter |
| Öffentliche Auslegung | 20. Juli bis 19. August 2026 |
| Einwendungen möglich bis | 3. September 2026 |
Seit rund 30 Jahren lässt die Üstra Hochbahnsteige errichten. Die aus der Zeit davor sind zu kurz und sanierungsbedürftig. Im Jahr 2040 werden womöglich die letzten 20 der geplanten 200 Hochbahnsteige in Hannover fertig sein. Das sind knapp 50 Jahre Bauzeit für den barrierefreien Umbau des Stadtbahnnetzes. Zum Vergleich: Elbphilharmonie 9 Jahre Bauzeit, Berliner Flughafen 14 Jahre Bauzeit, Bahnhof Stuttgart 21 voraussichtlich 21 (!) Jahre Bauzeit. Wenn man diese Bauzeiten addiert, kommt man etwa auf das Üstra-Niveau. Einen Kommentar verkneife ich mir an dieser Stelle.
Übrigens war ich gestern im Mekka der Hochbahnsteige: Stuttgart. Da ich vor meiner Rückfahrt mit dem ICE etwas Zeit hatte, kaufte ich mir für 7,00 € ein Einzeltagesticket der Zone 1 und machte ein wenig Stadtbahn-Hopping. Es war ein Erlebnis. Bis die Üstra in Linden so weit ist, müssen wir uns auf Blut, Schweiß und Tränen einstellen.
Am Steintor hat man bewusst einen viel zu kurzen Hochbahnsteig gebaut, damit Radfahrer von der Langen Laube kommend ohne Betonbarriere die Straße überqueren können. Damit wurde mit Absicht ein zukünftiger Halt mit 3-Wagen-Zügen blockiert, während alte Hochbahnsteige nach und nach verlängert werden. Selbst die grünen Bahnen können dort nicht mit 2 Wagen halten, weil sie zu lang sind.
Der wäre überflüssig, alle 500 m ein Hochbahnsteig,
einer an der Caspar und der nächste ist bsuweg, das reicht völlig aus. Die Strecke ist kurz und auch für Behinderte zu schaffen und spart tausende Euros!!
„… spart tausende Euros!!“
Gibt’s diese Bauklötze etwa jetzt im Abverkauf bei Rudis Reste Rampe? 🚋
Präzisierung:
Der Hochbahnsteig am Ende der Limmerstraße hat (laut eines Berichts an dieser Stelle) 11,5 Millionen € verschlungen.
Das sind 11.500 x 1000 € („… spart tausende Euros …“). Nun, ja …
Wieso legt man die Haltestellen Lindener Hafen und Benhard-Casper-Straße nicht zusammen und baut dazwischen nur 1 Hochbahnsteig? Der könnte dann auf Höhe der Parkplätze zwischen Edeka und Fressnapf entstehen.
Nachtrag: Die Buslinie 170 könnte vielleicht zukünftig durch die Kesselstraße zum Lindener Hafen fahren, dort dann weiter wie der 120er aber am Küchengarten dem Verlauf des 700er folgen.
Leute stellt euch mal diese Hochbahnsteige am Lindener Markt und am Pariser Platz vor…. 70m lang 4m breit…. ein Unding, funktioniert vorne und hinten nicht und der Flair geht flöten
https://www.pro-d-tunnel.de/a-west-tunnel.html
Das wäre die Lösung.
Leider ist der A-West Tunnel für nur eine Linie absolut unwirtschaftlich.
Lindener Markt ist kein Problem der Hochbahnsteig für beide Richtungen kommt in die Falkenstraße.
Am Pariser Platz wird es kleinen Hochbahnsteig geben, der kommt da hin wo die heutige Haltestelle Nieschlagstraße ist. Allerdings gibt es dafür bisher nur einen älteren Plan der so vermutlich nicht umgesetzt wird. Mit etwas mehr Kreativität wäre hier eine Mischung/Übergang von Seitenhochbahnsteigen im Westen zu einem Trog mit ebenerdigen Bahnsteigen im Osten zu verwirklichen.
Wir freuen uns auf die Planung…auf die Bauarbeiten..auf Staub, Lärm und Dreck..auf die wirtschaftlichen Einbußen der Geschäftsbetreiber und auf die Schäden an den Häusern und auf die verschärfte Verkehrssituations die jetzt schon am Anschlag ist am Schw.Bären /Falkenstr.
Praktisch wie in der Brunnenstraße 😁
Die Üstra bekommt ab Herbst 2026 die neue Stadtbahn-Generation TW 4000 vom Hersteller CAF. Mittlerweile sind insgesamt 59 Fahrzeuge dieses Typs bestellt. Laut Internet
Warum hat man diese ,nicht so bestellt ,das man besser einsteigen kann
Das hätte einige Probleme mit all den „Hochbahnsteigen“,entschärft
Trittstufen ermöglichen keinen barrierefreien Zugang mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen usw. Für blinde Menschen sind Stufen auch ein Hindernis. Da die Tunnelstationen schon lange existieren müssen die ebenerdigen Stationen zu Hochbahnsteigen umgebaut werden. Alternativ hätte man die Tunnelstationen absenken müssen damit neue Niederflurbahnen auch durch diese Stationen hätten fahren können. Einzig die Linien 10 und 17 fahren oberirdisch, aber da auch auf deren Strecke schon Hochbahnsteige vorhanden waren, hat man sich für weitere entschieden.
@Nisa
Vor Jahren hätte man auch nicht gedacht,daß sich die Neuen Busse komplett an jeder Haltestelle absenken lassen 😉
Man hätte bei den Neuen Bahnen ,über ganz anders konstruierte Einstiege,nach denken können.
Es hätte ja auch nur eine Teil der Fahrzeuge sein müssen.
Mal gegenrechnen was die Hochbahnsteige kosten
Die oft überfüllten Mittelhochbahnsteige sind für Rollstühle etc auch nicht so toll
Ist auch egal : Der Drops ist eh gelutscht🥲
Viel Spass beim Buddeln😉
Es gab den Vorschlag eines niedrigen Mittelteils, direkt von einem/ mehreren Üstra-Mitarbeiter/n der Werkstatt am Glocksee so wie ich das mitbekommen habe. Im Internet gibt es dazu auch Bilder.
In Mühlheim gibt es auch solche Bahnen:
https://trampicturebook.de/tram/germany/muelheim/m6nfc.php
Die Idee wurde leider nicht aufgegriffen. Problem wäre ja auch der Halt am Hochbahnsteig, wie kommen die Leute aus dem abgesenkten Teil an diesem raus? Mit dem Rollator/Rollstuhl kommt man nicht zwischen den Sitzen zur nächsten Tür.
Welcher Flair geht an der Nieschlagstraße verloren? Der kommt ja am jetzigen Standort hin und da ist genügend Platz.
Am Lindener Markt müsste man sich nur Gedanken machen, wo der Hochbahnsteig überhaupt hin soll.
Am Lindener Markt wird es wohl kaum eine andere Möglichkeit geben, als die, die an der Strangriede gemacht wurde. In diesem Fall also die Falkenstraße zu zwischen Lindener Markt und Eleonorenstraße und Umleitung des Verkehrs über Stephanusstraße, Gartenallee und Eleonorenstraße.
Wird den Grünen überhaupt nicht gefallen, die ja den kompletten Lindener Markt am liebsten zumachen würden für den Verkehr. Kommt aber dabei raus, wenn man sich so vehement gegen Tunnel ausspricht, obwohl die nur Vorteile haben, wenn sie erstmal da sind.
Der Fehler bei der Entscheidung für das jetzige System war ja ohnehin, dass man erstmal auf der Strecke zur Messe geguckt hat, wie sich das realisieren lässt. Da ist überall massig Platz. Dass die Infra sich mit den Hochbahnsteigen in Linden soviel Zeit lässt, hängt auch damit zusammen, dass es in eng bebauten Ecken viel komplizierter ist, so etwas zu bauen.
Wenn der HBS zwischen Eleonorenstraße und Lindener Markt entsteht, die Autos rechts und links bis auf ein paar für Lieferverkehr und Rolli-Fahrer, können auch weiterhin Autos dran vorbei fahren, wie am FZH Linden.
Am Lindener Markt sollen ja eigentlich auch Parkplätze verschwinden, aber für das Bürgeramt wurde in irgendeinem Dokument schriftlich festgehalten, dass auch ausreichend Parkplätze vorhanden sein müssen. Ich weiß nicht mehr genau was das für ein Dokument war, ich habe es vor ein paar Jahren gelesen. Aber öffentliche Gebäude müssen für alle Menschen zugänglich sein, also muss es auch entsprechend Parkplätze geben. Damit kann die Zufahrt zum Bürgeramt für Autos nicht verwehrt werden.
Auch das Ärztehaus muss für
mobilitätseingeschränkte Menschen mit dem Auto erreichbar sein.
Vielleicht sollte man unter dem Lindener Markt eine Tiefgarage anlegen..
1983 (+/-) wurde über einen Tunnel durch die Limmerstraße nachgedacht und aus statischen Gründen verworfen (so erzählte es mir meine Mutter damals).
Den HBS am Küchengarten könnte man auch in der Spinnereistraße bauen und somit das Ihme Zentrum besser anbinden.
Oder man legt die Haltestellen Küchengarten und Leinaustraße zu einem HBS auf Höhe der Toblerone zusammen. Da wäre auch weniger Außengastro betroffen.
Die Busse verbleiben weiterhin am bisheriger Stelle. Man könnte auch eine der Buslinien ab Limmer über den Lindener Hafen schicken zur Linie 9 und dem weiteren Verlauf der Buslinie 120, aber ab Küchengarten dann wie bisher über Glocksee zum ZOB oder man entscheidet sich für die Weiterfahrt bei Aegi, aber dafür durch die Blumenauer Straße.