Kein Ersatz für 240 gefällte Bäume im Stadtbezirk

Ehemaliger Baumstandort Franz-Nause-Straße Ecke Weidestraße
Ehemaliger Baumstandort Franz-Nause-Straße Ecke Weidestraße

Für 240 Straßenbäume, die die Stadt im Stadtbezirk Linden-Limmer gefällt hat, wird es am bisherigen Standort keinen Ersatz geben. Betroffen ist auch ein Baum an der Franz-Nause-Straße Ecke Weidestraße in Limmer. Dort wie auch an weiteren möglichen Ausweichstandorten verhindern unterirdische Ver- und Entsorgungsleitungen, Belange der Feuerwehr, Busse und Bahnen sowie der Müllentsorgung Ersatzpflanzungen. Das hat die Verwaltung dem Stadtbezirksrat auf Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mitgeteilt.

Konkurrenz um knappe Flächen

Ausweichstandorte an Straßen sind immer schwerer zu finden – auch, weil in den vergangenen Jahren neue Standorte bereits im Rahmen des 1000-Bäume-Programms, das der Rat 1998 beschlossen hat, bepflanzt wurden. Beachtet werden müssen zudem die Breite von Fuß- und Radwegen, die Belange des fließenden und ruhenden Verkehrs, die Straßenbeleuchtung oder der Abstand zu Fassaden. Die Stadt weiche daher häufig auf vorhandenen größere Grünflächen aus.  Die alten Standorte mit den Baumscheiben wandelt die Stadt in insektenfreundliche Blühwiesen um, teilte sie nun mit.

 

Verwaiste Baumscheibe nur schwer erkennbar
Die verwaiste Baumscheibe ist nur bei genauem Hinschauen unter dem Rasen zu erkennen

Über 50.700 Straßenbäume im Stadtgebiet

867 neue Bäume hat die Stadt In der Pflanzsaison zwischen Herbst 2025 und Frühjahr 2026 im Stadtgebiet neu gepflanzt. Die meisten – 505 Bäume – im Stadtteilpark Kronsberg-Süd. Im gesamten Stadtgebiet gibt es aktuell rund 51.000 Straßenbäume sowie rund 170.000 Bäume in Parks und Grünanlagen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ablauf für Nachpflanzungen

Bevor ein Baum nachgepflanzt wird, muss die Verwaltung umfangreiche Klärungen vornehmen.  Sobald ein Baum gefällt werden müsse, beginne die Leitungsabfrage, um Leitungsfreiheit im Boden zu gewährleisten. Parallel werden die Kampfmittel abgefragt. „Da die Verwaltung ca. 800 Bäume im Jahr nachpflanzt und für jeden dieser Standorte eine solche Abfrage durchführen muss (es werden ca. 30 Leitungsträger abgefragt pro Standort), wird immer erst in der darauffolgenden Pflanzperiode nachgepflanzt (nicht in der laufenden)“, heißt es in der aktuellen Antwort der Verwaltung.  Sobald der Standort freigegeben sei, werde der Baumstumpf gefräst, und erst dann könne eine Nachpflanzung erfolgen. Die Pflanzperioden enden im März eines Jahres.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

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