Mit einem Ratsbeschluss hat die Landeshauptstadt Hannover die städtebauliche Sanierung im Stadtteil Limmer formell beendet. Sowohl die Sanierungssatzung für das Sanierungsgebiet Limmer als auch die Festlegung der Wasserstadt Limmer als Stadtumbaugebiet wurden aufgehoben. Damit endet ein über 16 Jahre andauernder Stadterneuerungsprozess.
Konkret beschloss der Rat, die Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Limmer aus dem Jahr 2002 einschließlich aller drei Änderungssatzungen aufzuheben. Gleichzeitig wurde die im Jahr 2009 beschlossene Ausweisung der Wasserstadt Limmer als Stadtumbaugebiet nach § 171 b Baugesetzbuch rückgängig gemacht. Beide Schritte erfolgen, weil die Sanierungsziele erreicht wurden.
Seit Beginn der Sanierung wurden in Limmer-Nord und auf dem Gelände der Wasserstadt umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. Insgesamt flossen rund 14,67 Millionen Euro an Städtebaufördermitteln in das Gebiet, davon etwa 9,65 Millionen Euro aus dem regulären Förderprogramm und rund 5,02 Millionen Euro aus dem Programm „Stadtumbau West“. Diese öffentlichen Investitionen lösten nach Angaben der Stadt ein Vielfaches an privaten Folgeinvestitionen aus, insbesondere zur Verbesserung der Wohnqualität, der Nahversorgung und zur Sanierung ehemaliger Industrieflächen.
In Limmer-Nord konnte die Wohn- und Aufenthaltsqualität nachhaltig gesteigert werden. Auf dem Areal der Wasserstadt Limmer wurde das frühere Industriegebiet umfassend für eine künftige Nutzung als Wohnstandort vorbereitet. Zu den zentralen Projekten zählten unter anderem die Modernisierung der sogenannten Schwanenburg, die Neubebauung des Stichweh-Geländes mit Wohnungen und Gewerbeflächen, die Bodensanierung für das neue Wohngebiet „Auengarten“ sowie die Aufwertung zahlreicher Straßen, Plätze und Grünverbindungen. Hinzu kamen die Erneuerung mehrerer Spiel- und Grünflächen, etwa des Spielplatzes Schleusengrund, sowie rund 50 neue Baumpflanzungen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag zudem auf der Sanierung der Industriebrache. Rund 90 überwiegend kontaminierte Gebäude oder Gebäudeteile wurden abgebrochen, belastete Böden saniert und ein einheitliches Höhenniveau auf dem Gelände hergestellt. Auch das denkmalgeschützte Bauwerk „Schornstein mit Wasserbehälter“ wurde instandgesetzt. Ergänzend förderte die Stadt auf Antrag privater Eigentümerinnen und Eigentümer die Modernisierung von rund 55 Wohnungen und kleineren Gewerbeeinheiten.
Wichtige Projekte innerhalb der Sanierung
– Modernisierung der „Schwanenburg“- Neubebauung des Stichweh-Geländes mit Wohnungen und Gewerbeflächen- Bodensanierung zur Vorbereitung des neuen Wohngebietes „Auengarten“- Platzgestaltung Tegtmeyershof- Erneuerung des Spielplatzes Schleusengrund- Neuanlage einer Grünwegeverbindung Brunnenstraße/Stichkanal- Erneuerung der Brunnenstraße, Große Straße, Twedenweg und Kirchhöfner Straße- Teilentkernung dichter Hofanlagen und Gestaltung der Innenhöfe – ca. 50 neue Baumpflanzungen- Abbruch von ca. 90 überwiegend kontaminierten Gebäuden bzw. Gebäudeteilen der Industriebrache- Sanierung von Bodenkontaminationen auf der Industriebrache- Herstellung eines einheitlichen Höhenniveaus auf der Industriebrache mit Bodenaufbau nach festgelegtem Bodensanierungsplan- Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks „Schornstein mit Wasserbehälter“.
Die verbliebenen Flächen der Wasserstadt Limmer, die nun aus der Sanierung entlassen werden, sind bodensanierungstechnisch abgeschlossen. Die Maßnahmen wurden auf Grundlage verbindlicher Bodensanierungsverträge sowie eines genehmigten Bodensanierungsplans durchgeführt, fachlich begleitet und von den zuständigen Behörden geprüft. Einzelne Arbeiten, die ursprünglich vorgesehen waren, sollen aus Gründen der Bodensicherheit zu einem späteren Zeitpunkt im Zuge der weiteren Entwicklung des Gebietes umgesetzt werden. Die Verpflichtung hierzu ergibt sich aus bestehenden Verträgen mit den Grundstückseigentümerinnen.
Mit der Aufhebung der Sanierungssatzung nach § 162 Baugesetzbuch stellt die Stadt fest, dass die städtebaulichen und funktionalen Missstände, die zur Einleitung der Sanierung geführt hatten, weitgehend beseitigt sind. Bereits im Jahr 2016 war ein erster Teilbereich aus der Sanierung entlassen worden; jetzt folgt der abschließende Schritt für das gesamte Gebiet.
Mit dem formellen Abschluss der Sanierung endet ein bedeutendes Kapitel der Stadterneuerung in Limmer. Die geschaffenen Grundlagen sollen eine weiterhin positive Entwicklung des Stadtteils sichern und werden künftig im Rahmen der regulären Bauleitplanung weitergeführt.