Wie geht es weiter mit dem Heizkraftwerk Linden?

Beleuchtetes Heizkraftwerk Linden
Beleuchtetes Heizkraftwerk Linden

Die Zukunft des Heizkraftwerks Linden nimmt zunehmend konkrete Konturen an, auch wenn zentrale Fragen – etwa zur Wasserstofflogistik – weiterhin offen sind. Klar ist: Der Energieversorger enercity plant, das Kraftwerk perspektivisch auf den Einsatz von Wasserstoff vorzubereiten. Nach aktuellen Angaben soll das Heizkraftwerk in Linden-Nord ab dem Jahr 2035 grundsätzlich „H2-ready“ sein, also technisch in der Lage, Wasserstoff zu nutzen.

Wie der Energieträger künftig nach Linden gelangen soll, ist jedoch noch nicht entschieden. Weder Transporte per Lastwagen noch per Schiff oder über eine mögliche Rohrleitung – etwa durch bestehende unterirdische Strukturen wie den alten Kohletunnel – sind bislang fest eingeplant. Die weiteren Schritte hängen maßgeblich von übergeordneten Infrastrukturprojekten ab, insbesondere vom Aufbau des norddeutschen Wasserstoffkernnetzes. Erst wenn dort konkrete Trassen und Anschlusspunkte definiert sind, dürfte auch die Frage des Transports nach Linden geklärt werden. Verlässliche Zeitpläne oder detaillierte Konzepte liegen derzeit noch nicht vor.

Anlegestelle an der Ihme
Anlegestelle an der Ihme neben den Drei Warmen Brüdern
Auch der alte Schiffsanleger an der Ihme, die laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal eine Bundeswasserstraße ist, spielt in den aktuellen Planungen keine Rolle. Die Anlage wird schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt, und aus Sicht von enercity besteht aktuell kein Bedarf, diesen wieder in Betrieb zu nehmen. Ob der Anleger künftig eine andere Funktion übernehmen könnte, wird derzeit nicht vom Energieversorger selbst entschieden. Stattdessen liegt die Zuständigkeit bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die mögliche Nachnutzungen prüft.

Der große Tank neben den „drei warmen Brüdern“ hat seine Bedeutung

enercity-Öltank neben den Drei warmen Brüdern
enercity-Öltank neben den Drei warmen Brüdern

Ein sichtbares Relikt der fossilen Vergangenheit bleibt der große Öltank auf der Ihme-Seite des Kraftwerksgeländes. Anders als vielfach vermutet, handelt es sich dabei nicht um eine stillgelegte Anlage. Der Tank ist weiterhin in Betrieb und erfüllt eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Er dient als Reserve für Heizöl, das im Notfall – etwa bei technischen Störungen oder kurzfristigen Engpässen in der regulären Energieversorgung – zur alternativen Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann. Gerade in einem System der Fernwärmeversorgung gilt diese Absicherung als unverzichtbar, um auch in kritischen Situationen eine stabile Wärmeversorgung gewährleisten zu können.

Damit zeigt sich: Während die strategische Ausrichtung in Richtung Wasserstoff klar formuliert ist, befindet sich die konkrete Umsetzung noch in einer frühen Phase. Viele infrastrukturelle und logistische Fragen sind eng mit regionalen und überregionalen Entwicklungen verknüpft. Für das Heizkraftwerk Linden bedeutet das vorerst einen Übergangszustand zwischen bestehender fossiler Absicherung und einer klimafreundlicheren Zukunft, deren Details erst in den kommenden Jahren Gestalt annehmen werden.

Bildnachweis: Ralf Borchardt, Achim Brandau

16 Kommentare zu „Wie geht es weiter mit dem Heizkraftwerk Linden?“

  1. Ich verstehe nicht, warum nicht eine Industriewärmepumpe die Energie aus der Leine zieht.
    Wasserstoff ist in der Produktion aus regenerativer Energie so unglaublich teuer, dass die meiste Energie dabei verloren geht.
    Mit einer Wärmepumpe könnte man ein Mehrfahces aus der Energie ziehen und die Leine hat genug warmes Wasser.

    Antworten
    • Hallo Bernd,
      Enercity baut Flußwärmepumpen.

      Hier eine Zusammenfassung von einer KI:

      Aktuelle Projekte in Hannover-Herrenhausen
      Flusswärmepumpe am Kraftwerk Herrenhausen:
      Technologie: Entnimmt der Leine Wärmeenergie über bestehende Kühlwasserleitungen des Kraftwerks
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      .
      Leistung: Ca. 60 MW thermisch
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      .
      Output: Erzeugt jährlich etwa 235 GWh grüne Fernwärme mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 95 °C

      Status: Montage im ehemaligen Kesselhaus; Einsatz vorwiegend als Mittellastanlage im Winter geplant

      Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen:
      Technologie: Nutzt die Restwärme des gereinigten Abwassers (ca. 12–16 °C), bevor es in die Leine geleitet wird

      Leistung: 30 MW thermisch

      Zeitplan: Der Bau startete im Februar 2025

      Die erste Inbetriebnahme ist für Ende 2026 vorgesehen, der Regelbetrieb soll 2027 folgen

      Antworten
      • Ja, das ist mir bekannt und auch schon mal ein guter Ansatz, auch wenn es noch nicht reicht.
        Ich stelle mir hier auch mehr die Frage, warum in Linden denn Wasserstoff verbrannt werden soll, wenn der Wirkungsgrad da unterirdisch ist.
        Ich nehme Strom (vorzugsweise aus Erneuerbaren) und erzeuge daraus Wasserstoff -> Umwandlungsverlust.
        Dann verbrenne ich den Wasserstoff wieder und erzeuge daraus Strom und Wärme -> noch mehr Verluste.
        Sinnvoll wäre es, den Primärstrom mit Wärmepumpen direkt in Wärme umzuwandeln (aus 1 kW mache 3-4 kW Wärme) und den im Vergleich zur Wasserstoffverbrennung gesparten Strom im Netz zu lassen.

        Antworten
        • Das mit dem ineffizienten und teuren Wasserstoff sehe ich genauso. Ebenso habe ich die gleiche Meinung bei Wärmepumpen.

          Da das Gaskraftwerk noch einige Jahre mit Gas betrieben wird, werden die Erkenntnisse in der Energiewirtschaft ebenso wie in der Industrie, bei der viele Wasserstoffprojekte bereits eingestellt wurden, reifen.

          Besser sind Flusswärmepumpen für die Fernwärme oder Stromwärmepumpen für relativ kleine Gebäude (z.B. Ein-/Zeifamilienhäuser).

          Ob Wasserstoff für die Chemie-/ und Stahlindustrie eher geeignet ist, vermag ich nicht zu beurteilen. In den Branchen kenne ich mich nicht aus.

          Antworten
      • Dafür gibt es ein europäisches Verbundnetz. Das sorgt auch dafür das wir in Deutschland und ganz Europa das sicherste und stabilste Netz der Welt haben. Nationalismus ist dabei, wie eigentlich immer, grundlegend falsch. Und erzähl mir nix vom Pferd, ich arbeite bei einem der vier Netzbetreiber in Deutschland.

        Antworten
        • Ok, dann frage ich mal nach den Elefanten im Raum anstatt nach dem Pferd:

          Wie viele HGÜ-Leitungen müsste man dafür quer durch Europa legen? (Das wären *mindestens* 200GW (Stand jetzt) die man kreuz und quer durch den Kontinent transportieren müsste)

          Kann man z.b. in Irland und GB hinreichend Überschüsse erzeugen und Leitungen verlegen um mit einem atlantischen Sturmtief halb Europa damit zu versorgen?

          Für eine Dekarbonisierung Deutschlands wird sich der Strombedarf verdreifachen (~500TWh/a -> ~1500TWh/a), funktioniert dein Vorschlag dann immer noch?

          Sind die Küstenmeere Europas flach genug um hinreichende Offshore Überkapazitäten überhaupt bauen zu können?

          Antworten
          • 1. An den HGÜ-Leitungen arbeiten wir. Batteriespeicher sind in riesigen Kapazitäten in Planung, Bau und zum Teil bereits am Netz.
            2. Die Offshore Windparks in der Nordsee werden weiter ausgebaut und an GB, Skandinavien und Festland Europa angebunden. Potenzial: Windenergie theoretisch für die gesamte EU ausreichend.
            3. Klar mir der Strombedarf steigen, aber die Prognosen wurden schon massiv nach unten korrigiert.
            Gegenfragen: Was wäre die Alternative zum Ausbau des Stromnetzes bzw. der Energiewende? Wir beziehen nahezu alle fossilen Energieträger aus dem Ausland. Erstens sind die endlich und zweitens sieht man gerade gut das wir dadurch abhängig und erpressbar sind.

            Solar, Wind und Batterien sind unfassbar günstig geworden (Preisverfall zum Teil um den Faktor 90% in den letzten 10 Jahren). Jetzt braucht es noch Energieeffizienz und intelligente Lastverteilung. Die Energiewende läuft einfach weil der Markt dafür da ist und es sich lohnt da zu investieren. Das hat auch enercity erkannt. Da könnt ihr noch so viele Bedenken anmelden und auf die Bremse treten. Das werdet ihr nicht mehr aufhalten.

          • 1.) Die geplanten HGÜ-Leitungen reichen bei weiten nicht aus um einen transeuropäischen Ausgleich bei Dunkelflauten zu schaffen.
            2.) Mit Offshore-Parks in der Nordsee wird man keinen transeuropäischen Ausgleich bei Dunkelflauten zu schaffen. (90GW Peak (Nordsee Offshore) vs. > 400GW Peak (Verbrauch EU) )
            3.) Der von mir benannte Bedarf enthält bereits die Effizienzgewinne durch Elektrifizierung.

            X.) Es gibt keine Alternative zu EE, allerdings ohne Betrachtung entsprechender Extremszenarien (Dunkelflaute) wird das nicht funktionieren. Und dafür sind Akkus in der dafür notwendigen Menge schlicht nicht realistisch. Als MA bei einem Netzbetreiber solltest du das selbst ausrechnen können.

            Das Thema EE und CO2 ist einfach zu ernst um das mit nicht zu Ende gedachten Szenarien gegen die Wand zu fahren !!!
            Und ich vermute stark das du das nicht zu Ende gedacht hast weil deine Postings keine Zahlen enthalten, aber deine Kollegen bei Tennet in Lehrte werden dich sicherlich über die entsprechenden Mengengerüste aufklären können.

          • Als Stromspeicher könnten auch E-Autos dienen, was auch so geplant war. Aber ein Teil der Gesellschaft lehnt Fortschritt ab, weil es Veränderung bedeutet. Man stelle sich mal vor, jedes Haus hätte einen Stromspeicher. Ich verbrauche im Jahr unter 800 kWh Strom, den könnte ich schon durch Solarstrom selbst erzeugen. Mit entsprechendem Speicher, wäre der Strom das ganze Jahr über verfügbar. Ich kann es mir aus Kostengründen nicht leisten, aber möglich wäre es. Man könnte auch mit Strom heizen, wenn der Strom nicht so teuer wäre. Einige Häuser sind noch immer mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet, obwohl sie eigentlich ausgetauscht werden sollten. Die Möglichkeiten Strom zu speichern gibt es, nur werden sie zu wenig genutzt und nur schleppend ausgebaut. Auch wenn damit nicht alle Haushalte und Betriebe versorgt werden können, vermindern diese Speicher die Abhängigkeit von anderen Ländern und den Bedarf von anderen Energiequellen.

          • Speicher an Netzknoten sind besser als eine Krauterei in jeder Hütte.
            Die lassen sich wesentlich besser steuern, zur Zeit ist es im Sommer so das die privaten Hausspeicher zum Mittag voll sind und dann die privaten PV-Anlagen ins Netz einspeisen wenn eh genügend oder zu viel Strom vorhanden ist, anstatt über den Tag verteilt zu laden und morgens und abends zu entladen.

            Und die Wechselrichter von Akkus an zentralen Netzknoten können wesentlich effektiver Blindleistung zur Spannungshaltung kompensieren und sich evtl. an der Bereitstellung von Kurzschlussstrom zur Fehlerklärung beteiligen. Weitere netzdienliche Funktionen lassen sich auch besser in der Firmware von zentralen Wechselrichter updaten und parametrisieren.
            Und auch Störungen und Ausfälle lassen sich auch wesentlich besser mit zentralen Speichern an zentralen Netzknoten managen.

          • Wenn Haushalte ihren Strom von der PV-Anlage auf dem Dach/Balkon beziehen, ist es durchaus sinnvoll auch diesen bei einer Überproduktion zu speichern und nicht einzuspeisen, wenn auch alle anderen Haushalte versorgt sind. Das ist zumindest meiner Logik nach sinnvoll. Dazu wäre es auch hilfreich Speicher zu haben, die den Strombedarf für die angeschlossenen Haushalte auch für ein paar Tage decken könnten, wenn eine Dunkelflaute besteht.

    • Ich habe mich auch gefragt warum in Linden nicht auf eine Wärmepumpe umgestiegen wird. Ich schätze es liegt auch an der Investition für den Umbau von 2013 des Gaskraftwerks in Linden in Höhe von 115 mio. €. Das ist bestimmt noch nicht abgeschrieben. Die Umrüstung auf Wasserstoff ist bestimmt (kurzfristig) günstiger als eine komplett neue Großwärmepumpe dort aufzubauen. Aber wie Bernd schon erwähnt hat, wird der Wasserstoff ja bestimmt sehr teuer werden. Ich frage mich was das mit den Fernwärmepreisen machen wird. Mit einer Fernwärmeversorgung ist man ja lokal auf das Monopol Enercity angewiesen.
      Dafür, dass in Linden weiter auf die Gasturbine gesetzt wird, spielt evtl. auch eine Rolle, dass dann dort in Zeiten von Dunkelflauten Strom produziert werden kann, statt ihn mit einer Wärmepumpe nur zu verbrauchen.

      1: https://www.enercity.de/magazin/deine-stadt/heizkraftwerk-linden

      Antworten
  2. Das 2 Bild mit der Unterschrift „Anlegestelle bei den Drei warmen Brüdern an der Ihme“ zeigt nicht den Anleger sondern den Kühlwasserauslass, der Anleger ist der Kran weiter nördlich wo bei Google-Maps die Zukunft angelegt hat!

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16 Kommentare zu „Wie geht es weiter mit dem Heizkraftwerk Linden?“

  1. Ich verstehe nicht, warum nicht eine Industriewärmepumpe die Energie aus der Leine zieht.
    Wasserstoff ist in der Produktion aus regenerativer Energie so unglaublich teuer, dass die meiste Energie dabei verloren geht.
    Mit einer Wärmepumpe könnte man ein Mehrfahces aus der Energie ziehen und die Leine hat genug warmes Wasser.

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    • Hallo Bernd,
      Enercity baut Flußwärmepumpen.

      Hier eine Zusammenfassung von einer KI:

      Aktuelle Projekte in Hannover-Herrenhausen
      Flusswärmepumpe am Kraftwerk Herrenhausen:
      Technologie: Entnimmt der Leine Wärmeenergie über bestehende Kühlwasserleitungen des Kraftwerks
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      .
      Leistung: Ca. 60 MW thermisch
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
      .
      Output: Erzeugt jährlich etwa 235 GWh grüne Fernwärme mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 95 °C

      Status: Montage im ehemaligen Kesselhaus; Einsatz vorwiegend als Mittellastanlage im Winter geplant

      Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen:
      Technologie: Nutzt die Restwärme des gereinigten Abwassers (ca. 12–16 °C), bevor es in die Leine geleitet wird

      Leistung: 30 MW thermisch

      Zeitplan: Der Bau startete im Februar 2025

      Die erste Inbetriebnahme ist für Ende 2026 vorgesehen, der Regelbetrieb soll 2027 folgen

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      • Ja, das ist mir bekannt und auch schon mal ein guter Ansatz, auch wenn es noch nicht reicht.
        Ich stelle mir hier auch mehr die Frage, warum in Linden denn Wasserstoff verbrannt werden soll, wenn der Wirkungsgrad da unterirdisch ist.
        Ich nehme Strom (vorzugsweise aus Erneuerbaren) und erzeuge daraus Wasserstoff -> Umwandlungsverlust.
        Dann verbrenne ich den Wasserstoff wieder und erzeuge daraus Strom und Wärme -> noch mehr Verluste.
        Sinnvoll wäre es, den Primärstrom mit Wärmepumpen direkt in Wärme umzuwandeln (aus 1 kW mache 3-4 kW Wärme) und den im Vergleich zur Wasserstoffverbrennung gesparten Strom im Netz zu lassen.

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        • Das mit dem ineffizienten und teuren Wasserstoff sehe ich genauso. Ebenso habe ich die gleiche Meinung bei Wärmepumpen.

          Da das Gaskraftwerk noch einige Jahre mit Gas betrieben wird, werden die Erkenntnisse in der Energiewirtschaft ebenso wie in der Industrie, bei der viele Wasserstoffprojekte bereits eingestellt wurden, reifen.

          Besser sind Flusswärmepumpen für die Fernwärme oder Stromwärmepumpen für relativ kleine Gebäude (z.B. Ein-/Zeifamilienhäuser).

          Ob Wasserstoff für die Chemie-/ und Stahlindustrie eher geeignet ist, vermag ich nicht zu beurteilen. In den Branchen kenne ich mich nicht aus.

          Antworten
      • Dafür gibt es ein europäisches Verbundnetz. Das sorgt auch dafür das wir in Deutschland und ganz Europa das sicherste und stabilste Netz der Welt haben. Nationalismus ist dabei, wie eigentlich immer, grundlegend falsch. Und erzähl mir nix vom Pferd, ich arbeite bei einem der vier Netzbetreiber in Deutschland.

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        • Ok, dann frage ich mal nach den Elefanten im Raum anstatt nach dem Pferd:

          Wie viele HGÜ-Leitungen müsste man dafür quer durch Europa legen? (Das wären *mindestens* 200GW (Stand jetzt) die man kreuz und quer durch den Kontinent transportieren müsste)

          Kann man z.b. in Irland und GB hinreichend Überschüsse erzeugen und Leitungen verlegen um mit einem atlantischen Sturmtief halb Europa damit zu versorgen?

          Für eine Dekarbonisierung Deutschlands wird sich der Strombedarf verdreifachen (~500TWh/a -> ~1500TWh/a), funktioniert dein Vorschlag dann immer noch?

          Sind die Küstenmeere Europas flach genug um hinreichende Offshore Überkapazitäten überhaupt bauen zu können?

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          • 1. An den HGÜ-Leitungen arbeiten wir. Batteriespeicher sind in riesigen Kapazitäten in Planung, Bau und zum Teil bereits am Netz.
            2. Die Offshore Windparks in der Nordsee werden weiter ausgebaut und an GB, Skandinavien und Festland Europa angebunden. Potenzial: Windenergie theoretisch für die gesamte EU ausreichend.
            3. Klar mir der Strombedarf steigen, aber die Prognosen wurden schon massiv nach unten korrigiert.
            Gegenfragen: Was wäre die Alternative zum Ausbau des Stromnetzes bzw. der Energiewende? Wir beziehen nahezu alle fossilen Energieträger aus dem Ausland. Erstens sind die endlich und zweitens sieht man gerade gut das wir dadurch abhängig und erpressbar sind.

            Solar, Wind und Batterien sind unfassbar günstig geworden (Preisverfall zum Teil um den Faktor 90% in den letzten 10 Jahren). Jetzt braucht es noch Energieeffizienz und intelligente Lastverteilung. Die Energiewende läuft einfach weil der Markt dafür da ist und es sich lohnt da zu investieren. Das hat auch enercity erkannt. Da könnt ihr noch so viele Bedenken anmelden und auf die Bremse treten. Das werdet ihr nicht mehr aufhalten.

          • 1.) Die geplanten HGÜ-Leitungen reichen bei weiten nicht aus um einen transeuropäischen Ausgleich bei Dunkelflauten zu schaffen.
            2.) Mit Offshore-Parks in der Nordsee wird man keinen transeuropäischen Ausgleich bei Dunkelflauten zu schaffen. (90GW Peak (Nordsee Offshore) vs. > 400GW Peak (Verbrauch EU) )
            3.) Der von mir benannte Bedarf enthält bereits die Effizienzgewinne durch Elektrifizierung.

            X.) Es gibt keine Alternative zu EE, allerdings ohne Betrachtung entsprechender Extremszenarien (Dunkelflaute) wird das nicht funktionieren. Und dafür sind Akkus in der dafür notwendigen Menge schlicht nicht realistisch. Als MA bei einem Netzbetreiber solltest du das selbst ausrechnen können.

            Das Thema EE und CO2 ist einfach zu ernst um das mit nicht zu Ende gedachten Szenarien gegen die Wand zu fahren !!!
            Und ich vermute stark das du das nicht zu Ende gedacht hast weil deine Postings keine Zahlen enthalten, aber deine Kollegen bei Tennet in Lehrte werden dich sicherlich über die entsprechenden Mengengerüste aufklären können.

          • Als Stromspeicher könnten auch E-Autos dienen, was auch so geplant war. Aber ein Teil der Gesellschaft lehnt Fortschritt ab, weil es Veränderung bedeutet. Man stelle sich mal vor, jedes Haus hätte einen Stromspeicher. Ich verbrauche im Jahr unter 800 kWh Strom, den könnte ich schon durch Solarstrom selbst erzeugen. Mit entsprechendem Speicher, wäre der Strom das ganze Jahr über verfügbar. Ich kann es mir aus Kostengründen nicht leisten, aber möglich wäre es. Man könnte auch mit Strom heizen, wenn der Strom nicht so teuer wäre. Einige Häuser sind noch immer mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet, obwohl sie eigentlich ausgetauscht werden sollten. Die Möglichkeiten Strom zu speichern gibt es, nur werden sie zu wenig genutzt und nur schleppend ausgebaut. Auch wenn damit nicht alle Haushalte und Betriebe versorgt werden können, vermindern diese Speicher die Abhängigkeit von anderen Ländern und den Bedarf von anderen Energiequellen.

          • Speicher an Netzknoten sind besser als eine Krauterei in jeder Hütte.
            Die lassen sich wesentlich besser steuern, zur Zeit ist es im Sommer so das die privaten Hausspeicher zum Mittag voll sind und dann die privaten PV-Anlagen ins Netz einspeisen wenn eh genügend oder zu viel Strom vorhanden ist, anstatt über den Tag verteilt zu laden und morgens und abends zu entladen.

            Und die Wechselrichter von Akkus an zentralen Netzknoten können wesentlich effektiver Blindleistung zur Spannungshaltung kompensieren und sich evtl. an der Bereitstellung von Kurzschlussstrom zur Fehlerklärung beteiligen. Weitere netzdienliche Funktionen lassen sich auch besser in der Firmware von zentralen Wechselrichter updaten und parametrisieren.
            Und auch Störungen und Ausfälle lassen sich auch wesentlich besser mit zentralen Speichern an zentralen Netzknoten managen.

          • Wenn Haushalte ihren Strom von der PV-Anlage auf dem Dach/Balkon beziehen, ist es durchaus sinnvoll auch diesen bei einer Überproduktion zu speichern und nicht einzuspeisen, wenn auch alle anderen Haushalte versorgt sind. Das ist zumindest meiner Logik nach sinnvoll. Dazu wäre es auch hilfreich Speicher zu haben, die den Strombedarf für die angeschlossenen Haushalte auch für ein paar Tage decken könnten, wenn eine Dunkelflaute besteht.

    • Ich habe mich auch gefragt warum in Linden nicht auf eine Wärmepumpe umgestiegen wird. Ich schätze es liegt auch an der Investition für den Umbau von 2013 des Gaskraftwerks in Linden in Höhe von 115 mio. €. Das ist bestimmt noch nicht abgeschrieben. Die Umrüstung auf Wasserstoff ist bestimmt (kurzfristig) günstiger als eine komplett neue Großwärmepumpe dort aufzubauen. Aber wie Bernd schon erwähnt hat, wird der Wasserstoff ja bestimmt sehr teuer werden. Ich frage mich was das mit den Fernwärmepreisen machen wird. Mit einer Fernwärmeversorgung ist man ja lokal auf das Monopol Enercity angewiesen.
      Dafür, dass in Linden weiter auf die Gasturbine gesetzt wird, spielt evtl. auch eine Rolle, dass dann dort in Zeiten von Dunkelflauten Strom produziert werden kann, statt ihn mit einer Wärmepumpe nur zu verbrauchen.

      1: https://www.enercity.de/magazin/deine-stadt/heizkraftwerk-linden

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  2. Das 2 Bild mit der Unterschrift „Anlegestelle bei den Drei warmen Brüdern an der Ihme“ zeigt nicht den Anleger sondern den Kühlwasserauslass, der Anleger ist der Kran weiter nördlich wo bei Google-Maps die Zukunft angelegt hat!

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