
Mobile Rampen und visuelle Klingeln als ein sichtbares Zeichen für mehr Teilhabe und Inklusion im Stadtteil Linden-Süd. Das Projekt wird von „Aktion Mensch“ gefördert.
Treffpunkt war am 11. Februar der Stadtteilladen in der Deisterstraße 66. Auf Einladung von Quartiersmanager Carsten Tech kamen dort am Mittwochnachmittag ein rundes Dutzend Aktivist*innen zur Auslieferung der ersten mobilen Rampen und visuellen Klingeln zusammen. Gestartet wurde ein gemeinsamer Rundgang, um die Hilfsmittel an die ersten vier Geschäfte und Institutionen in der Deisterstraße zu verteilen. Den Transport der aus Aluminium gefertigten, klappbaren Rampen und der Klingeln übernahm Stefan Rose (Deisterkiez e. V.) mit einem Lastenfahrrad.
Der Deisterkiez e. V. und das Normal in Linden (NiL) der Lebenshilfe Hannover haben die Hilfsmittel gemeinsam für die zumeist stufigen Eingänge von Ladenlokalen angeschafft. Das Projekt trägt den Namen „BFD21 – Barrierefreie Deisterstraße“ und wird durch die Fernsehlotterie „Aktion Mensch“ gefördert. „Durch eine Folgeförderung der Stadt Hannover wird es möglich sein, einen zweiten Aufruf zu starten“, so Carsten Tech. „Der Termin am 11. Februar soll auch andere Ladenlokal-Betreibende motivieren, die Barrierefreiheit zu verbessern!“
„Wir hatten die Idee schon früh“, sagt Nico Walter von der Lebenshilfe. „Mobile Rampen erleichtern Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang, visuelle Klingeln ermöglichen eine barriereärmere Kommunikation – insbesondere für gehörlose und schwerhörige Menschen.“ Auch der Laden von NIL e.V. an der Ecke Charlottenstraße war nach einem ersten Aufruf im Jahr 2021 unter den Bewerbern für die Ausstattung mit den Hilfsmitteln. Eine Jury u.a. mit Teilnehmenden aus der Bewohnerschaft der Wohnstätten der Lebenshilfe, hatte die Machbarkeit geprüft und die Projekte ausgewählt. Ein erneuter Aufruf an Interessierte ist in Vorbereitung.



Ich verstehe immer nicht, was die Leute immer als „Barrierefreiheit“ verstehen ?
Es umfasst doch nicht nur körperlich eingeschränkte Personen (Körperbehinderte), sondern auch Seheingeschränkte / Blinde; Hörgeschädigte; usw.
Es ist auch ein Unterschied ob jemand mit einem Faltrollstuhl, oder mit Elektrorollstuhl unterwegs ist.
Man kann in Umbaumaßnahmen auch mehr Barrieren einbauen, als vorher da waren.
Man schaue den Penny auf der Davenstedterstraße, oder den Edeka schräg geggenüber. Beide seitdem nicht mehr für Blinde alleine nutzbar 🙁
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Schade, dass auf mobile Rampen ausgewichen werden muss.
Wäre viel schöner, wenn der Eingang zu den Geschäften usw. baulich so umgestaltet werden könnte, dass alle Menschen ohne zusätzliche Hilfsmittel Zugang haben.
Aber es ist eine tolle Sache, dass es überhaupt thematisiert wird!
Ich bin gespannt, ob bei einem geplanten größerem Bauprojekt auch auf Barrierefreiheit geachtet wird: Der Hauptbahnhof soll einen neuen Zugang von außen bekommen.
Es sollte unabhängig von Fahrstühlen (die gerne ausfallen) ein barrierefreier Zugang gewährleistet sein, der auch ohne fremde Hilfe kein Problem ist. Ein Rollband (wie bei Kaufland) wäre z. B. eine Idee, da man es selbst bei einem Ausfall als Rampe nutzen kann.
Hallo Nisa,
vielen Dank für dein Feedback und auch für deine Anregungen. Ja, ich sehe das genauso und würde mich freuen, wenn bei größeren Bauprojekten konsequent bei der Durchführung darauf geachtet würde, Barrieren zu reduzieren. Auf Barrierefreiheit – oder sagen wir: weniger Barrieren, denn eine vollständige Freiheit wird es nie geben – wird in der Planung solcher Bauprojekte meist schon geachtet. Oft hapert es jedoch an der Umsetzung vor Ort.
Es ist einfach noch nicht ausreichend im Bewusstsein: Wenn zum Beispiel ein Fahrstuhl defekt ist, auf den Menschen angewiesen sind, sind diejenigen, die über die Beschaffung von Ersatzteilen entscheiden, häufig nicht selbst betroffen. Entsprechend werden solche Reparaturen dann eher nach hinten geschoben – denn es gibt immer viele andere Dinge, die subjektiv wichtiger erscheinen. Genau an diesemPunkt wollen wir lokal ansetzen – Einfach mal daran denken, denn weniger Barrieren tuen keinem weh!
Hier in der Deisterstraße ist ein Abbau von Barrieren im Bestand schwierig (z. B. muss bei festen Installationen auch eine Gehwegbreite von mindestens 1,5 m eingehalten werden). Bei einer mobilen Variante wäre das anders, da sie keine feste Installation darstellt. Unser Ansatz ist, dass auch mit „einfachen“ Maßnahmen viel erreicht werden kann. Zudem gibt es viele weitere Formen von Barrieren, die wir gemeinsam mit Bewohner:innen, Gewerbetreibenden, Freund:innen und Betroffenen Schritt für Schritt abbauen möchten.
Natürlich ist es für Betreiber auch immer eine Kostenfrage – aber genau hier möchten wir unterstützen und informieren.
Wenn du dich im Projekt einbringen möchtest, melde dich gern unter [info@deisterkiez.de](mailto:info@deisterkiez.de). Vielfalt lebt von Gemeinschaft.
Liebe Grüße Stefan
Ich kenne jetzt nicht alle Eingänge in der Deisterstraße, doch ich denke, man braucht nicht für jeden eine dieser langen Rampen. Vielleicht kann man auch Rampen selber bauen, so wie in diesem Video:
https://youtu.be/ZF3tp1QYE5U?si=otkGqjP7y2ywiiSs