
„Ich entschuldige mich für die dramatische Situation in der Badenstedter Straße. Das hat es so noch nicht gegeben.“ Infra-Geschäftsführer Christian Weske machte die Strabag AG für die Verzögerungen bei den Arbeiten an der Ampelanlage Petermannstraße verantwortlich. Sie soll nun bis Ende März fertig sein, kündigte er in der Sitzung des Stadtbezirksrates Ahlem-Badenstedt-Davenstedt an. Die Strabag äußerte sich auf Anfrage von Punkt Linden nicht zu der Kritik.
Umbau Badenstedter Straße seit 2020
Im Juni 2020 hatte der Umbau der Badenstedter Straße begonnen, bei dem die Straßenbahnschienen an den Straßenrand verlegt wurden. Vier Jahre später wurde die Straße für den Autoverkehr freigegeben. Seitdem verzögern sich die Abschlussarbeiten zum Leidwesen der Bewohnerschaft des Quartiers Körtingsdorf: Nur mit erheblichem Zeitverzug wurden die Arbeiten an
- der Ampelanlage Bauweg,
- dem neuen Gemeinschaftsweg für Fußgänger, Autos und Radfahrer am Hochbahnsteig Körtingsdorf
- den Zugängen zu den Mietshäusern dort
- der Brücke der Güterumgehungsbahn
bis heute abgeschlossen – zumindest fast. Denn der Fußweg unter der Brücke muss wegen Abschlussarbeiten demnächst erneut gesperrt werden, teilte Infra-Baumanager Torben Mikus mit.
Schwierige Kommunikation und Stillstand auf Baustelle
Die schwierige Kommunikation zwischen den Verantwortlichen von infra und dem Tochterunternehmen TransTecBau auf der einen und den Strabag-Zuständigen auf der Baustelle ist laut Mikus der Hauptgrund für die Pannenserie. Zudem seien mündliche Zusagen später per Mail zurückgenommen oder infrage gestellt worden. Zusagen seien wiederholt nicht eingehalten worden. „Wegen zahlreicher Mängel haben wir die Bauarbeiten Mitte 2024 nicht abgenommen“, berichtet Mikus. Die restlichen Arbeiten dort konnte die Strabag nicht beheben, weil deren „Kapazitäten für ein anderes Bauvorhaben abgezogen wurden“. Ende 2024 sei dann der Umfang der zusätzlichen Arbeiten mit der Strabag festgelegt worden, im Juni vor einem Jahr begannen dann die Arbeiten.
Der geklaute Ampelmast

Doch die geplante Fertigstellung der Ampelanlage an der Petermannstraße Ende 2025 kam wieder nicht zustande. Grund dafür: Die Ampelmasten wurden im November bestellt und kamen erst im Dezember an der Baustelle an. Dort wurden sie von Unbekannten entwendet. Der Ersatz soll nun bis Anfang März da sein. Eine provisorische Ampelanlage soll bis dahin zu Fuß Gehenden und Radfahrenden eine sichere Querung der Badenstedter Straße ermöglichen.
Unverständnis bei Stadtteilpolitikern
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Paul-Lennart Hüttenmeister fragte verwundert nach, wie ein Ampelmast unbemerkt von einer Baustelle entwendet werden könne. CDU-Fraktionsvorsitzender Burgfried Stamer sprach von Planungsfehlern in den Abläufen. Er befürchte, dass am Ende der Steuerzahler für die Mehrkosten aufkommen müsse. Und Nils Reglitz, Fraktionsvorsitzender von Natürlich AhBaDa und selbst Anlieger dort, sprach von einem „totalen Imageschaden bei der Bevölkerung im Körtingsdorf“, der nicht mehr zu beheben sei. Die infra-Vertreter äußerten sich dazu nicht.
Rechnungsprüfung läuft noch
„Wir haben viele Rechnungen noch nicht bezahlt, weil wir diese detailliert prüfen“, sagte Weske, der auch einen Streit mit dem Auftragnehmer nicht ausschloss. Den Umfang der Mehrkosten durch die Verzögerungen könne er daher bislang nicht beziffern, sagte er auf Nachfrage von Stamer. Zu einem Ausschluss der Strabag bei künftigen Ausschreibungen werde es aber nicht kommen. „Es hängt an einzelnen Personen. In Bothfeld arbeiten wir mit der Strabag gut zusammen.“ Strabag-Pressesprecherin Angela Emmerich Klemmer teilte auf Nachfrage von Punkt-Linden mit: „Wir befinden uns derzeit im konstruktiven Austausch mit der Auftraggeberseite. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aktuell hierzu keine Stellungnahme herausgeben.“
Das Thema Bushaltestellen und Haltestellenhäuschen, sowie die Ausstattung wie Fahrkartenautomat und elektronischen Informationstafeln, die kurze Infos, auch per akustischer Sprachausgabe machen, werden sich sicherlich noch zig Jahre hinziehen 🙁
Man schaue z.B. auch auf die Haltestellen (Bus 120) Südfeldstraße (stadteinwärts), Lindener Hafen, Bardowickerstraße; Schwarzer Bär (Falkenstraße); Calenbergerstraße, usw. die „nur“ über einen Haltestellenmasten verfügen. Sehr Barrierefrei (aber nicht für Sehbehinderte 🙁
„Eine provisorische Ampelanlage soll bis dahin zu Fuß Gehenden und Radfahrenden eine sichere Querung der Badenstedter Straße ermöglichen.“
Sowohl ein die Badenstedter Straße Querender als auch eine dieselbe Querende erreichen dann hoffentlich wohlbehalten ihr Ziel.
[‚Die Partizipialkonstruktion scheint permanent an der feinen Grenze zum Grotesken zu schwanken.‘ (Süddeutsche Zeitung, 16.08.2004)]
Querende aller Stadtteile, vereinigt euch! Der Witz ist, dass sich die Ampelanlage (provisorisch oder nicht) je zur Hälfte auf dem Territorium von Badenstedt und Linden-Mitte befindet, weil die Grenze zwischen beiden Stadtteilen in der Mitte der Badenstedter Straße verläuft. Das birgt Konfliktpotential. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen Warnhinweise an den Ampelmasten auf die Gefahr hinweisen. Auf Lindener Seite: „Sie verlassen den progressiven Sektor.“ Auf Badenstedter Seite: „Vorsicht, drüben herrscht Links-grüne Meinungsmacht.“ – Kleiner Scherz.
Was mich am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass nicht erst eine Linie komplett mit Hochbahnsteigen nachgerüstet wird, sondern erst 1 Bahnsteig gemacht wird, der nächste auf einer anderen Linie, dann folgt wieder eine neue Linie usw.
Das bremst dann alle Verkehrsteilnehmer immer wieder auf’s Neue aus. Selbst nach Abschluss der Bauarbeiten dauert es dann noch Monate, bis alles fertig ist und läuft wie es soll. Es scheint so, als würden die Arbeiten gar nicht richtig überwacht/ begleitet.
Ich wundere mich, wie die Menschen früher die U-Bahn-Strecken bauen konnten, aber die Hochbahnsteige dagegen so eine Herausforderung zu sein scheinen..
Das hat zwei Hintergründe: Erst mal sollte alles, was mit dem Messegelände zu tun hat, fertig gemacht werden bis zu EXPO 2000. Das waren also vorzugsweise die Linien 1, 2, 4, 5, 6, 8 und 11, immer bis zu jeweiligen Abzweig. Und dann wurde da weitergemacht, wo man viel Platz hatte. Dann kamen die Neubaustrecken nach Misburg und Hemmingen.
Neben den dann wieder einsetzenden Renovierungen war dann nur wenig Geld für Neues da. und wenn, dann war es ein Fiasko. Wie die mit dem neuen Namen versehene am Freizeitheim, die ja mehrere Jahre brauchte.
Die schwierigen Haltestellen, wie Am Küchengarten oder Leinaustraße oder gar Lindener Markt sind noch lange nicht dran. Als nächsten kommen bei uns Bernhard-Caspar-Straße und Lindner Hafen dran, dafür sind gerade die Fördermittel vom Land bewilligt worden.
@Thomas
Es wird immer von der Petermannstr. gesprochen, aber die Kreuzung Bauweg / Badenstedterstr. ist genauso betroffen.
Es wurden nach den Arbeiten an den Kabeln für die Ampelanlage keine neuen Masten aufgestellt, sondern die provisorisch aufgestellten mobilen Ampeln mit akustischen Signal einfach entfernt. Seitdem ist die Kreuzung wieder für Blinde ein Glücksspiel, ob sie siccher über die Straße kommen ?
Das muss wohl mal im Stadtbzirksrat eingebracht werden !
Wäre ja interessant, welche Fertigstellungstermine vereinbart wurden und ob etwas von Konventionalstrafen drin steht bei Nichteinhaltung.
Alles in allem kann man wohl sagen, dass hier wieder mal ein neues Paradebeispiel gezeigt wird, warum Quasimonopolisten wie die infra nicht das Ei des Kolumbus sind. Da lassen die anstehenden Hochbahnsteige auf der Limmerstraße insbesondere nach dem Desaster rund um den vorm Freizeitheim Linden nichts Gutes erwarten. Die Protagonisten dürften wieder die selben werden.
Ach die Infra. Sind die eigentlich auch für Automaten und diese Anzeigetafeln an Bahnsteigen und Bushaltestellen verantwortlich? Ich meine, Hochbahnsteige bauen die doch auch…
Wenn es so ist, dann folgende Gedanken von mir:
Es gibt genügend Bushaltestellen wo es auch Anzeigetafeln gibt, aber die haben keine Informationen, da steht nur. dass man auf die Richtungsanzeige achten soll und ähnliches. Hilfreich sind die nicht. Aber die verbrauchen nur unnötig Strom.
Wenn die das nicht hinbekommen, warum werden die nicht einfach abgebaut und bei kommenden Hochbahnsteigen verwendet und dort die Kosten für neue Schilder eingespart?
Diese eingesparten Summen sollte man sinnvoll investieren und endlich einmal Bushaltestellen mir Wartehäuschen ausstatten. Ja, nun mag die Ausrede kommen, es geht nicht überall, aber warum nicht versuchen? Körtenerholzweg Richtung Ahlem ist neben dem Kiosk ein Platz mit Bänken, sollte machbar sein. Andere Richtung hat Hanova Gebäude, also Stadt Hannover, kann man da keine Art Vordach and Gebäude montieren?
Bardowicker Straße auch, Richtung Ahlem ist genug Platz, Richtung Innenstadt, tja, mit Lidl sprechen. Dürfte machbar sein , gerade die haben viele Kunden die mit dem Bus kommen. Auch Lindener Hafen usw.
Warum passiert da nicht endlich mal was?
Und Automaten, da an Küchengarten wo Linie 120, 100 und 200 halten gibt es keinen Automaten. Menschen ohne Fahrschein müssen extra bis zum Rewe. Aber an der Leinaustraße Richtung Innenstadt stehen gleich zwei.
Vielleicht hat die Infra ja nicht mit allen diesen Dingen etwas zu tun, aber so wie es ist, wirklich durchdacht finde ich nicht viel.
Ich finde es auch ärgerlich, dass viele Bushaltestellen keine Wartehäuschen haben, auch die Linien 170/ 700 sind davon betroffen. Die Kritik wegen der fehlenden Fahrkartenautomaten kann ich allerdings nicht verstehen, weil man beim Busfahrer Tickets kaufen kann, ich glaube auch Monatsfahrkarten sind dort erhältlich.
Entschuldigungen sind immer gut. Die Wahrheit über die Verzögerungen werden wir wohl nie erfahren. Wenn sich Auftraggeber und Auftragnehmer streiten, hat nicht automatisch eine Partei recht. Viele Rechnungen nicht zu bezahlen, weil diese detailliert geprüft werden, ist jedenfalls kein Argument. Rechnungen werden immer detailliert geprüft und nicht einfach abgehakt. Wenn ein Vergütungsanspruch dem Grunde nach gerechtfertigt, aber der Höhe nach strittig ist, ist ein Sicherheitseinbehalt eine gängige Übergangslösung. Grundsätzlich gilt: „Alle Zahlungen sind aufs Äußerste zu beschleunigen“ (§ 16 VOB/B).