Ihme-Zentrum: „Gespenstische Stille, Schockstarre!“

Ihme-Zentrum„Die Eigentümer*innen und Mieter*innen werden über die Situation im Ihme-Zentrum völlig allein gelassen: Weder der Insolvenzverwalter noch die Hausverwaltung berichten über den Stand der Dinge oder gar über Lösungsinitiativen“, so Hans Mönninghoff vom Vorstand der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. im jetzt verbreiteten Newsletter des Vereins.

Die Stadt schweigt und versucht sich mit Tricks

Die Landeshauptstadt Hannover schweigt zum vor einem Jahr in Auftrag gegebenen Gutachten über die Zukunft des Ihme-Zentrums, und auch die schon im Mai 2024 beschlossene Aufstellung eines Bebauungsplanes komme nicht voran. Die Durchwegung isei weiterhin gesperrt.

„Es ist offen, ob der Landeshauptstadt der Trick gelingen wird, sich mit der Übertragung des Eigentums an der Kindertagesstädte an eine Tochter-GmbH der städtischen Wohnungsgesellschaft hanova ihrer finanziellen Verantwortung zu entziehen“, schreibt Mönningshoff. „Die Hausverwaltung hat dem Verkauf widersprochen, weil die hanova-Tochter-GmbH nicht gewährleisten kann, die bisherigen finanziellen Verpflichtungen der Stadt zu übernehmen und die GmbH stattdessen in Insolvenz geschickt wird.“ Zur letzten Eigentümerversammlung am 18. Dezember 2025 heißt es im Newsletter:

„Der Insolvenzverwalter Dr. Köster ließ sich durch einen Mitarbeiter vertreten, der außer uninteressanter Lappalien (Zustand der Tiefgarage, Schwierigkeiten bei der Vermietung kaputter Wohnungen) nichts zu berichten wusste. Da die Hausverwaltung nur fehlerhafte und unvollständige Abrechnungen vorlegen konnte, war ein Beschluss über den Jahresabschluss 2024 nicht möglich und es gibt auch noch keinen Wirtschaftsplan für das laufende Jahr 2026.“

Sanierungsmaßnahmen am Sockel und an den Fassaden in Planung

Ihme-Zentrum - ehemalige Ladenpassage
Ihme-Zentrum – in der ehemaligen Ladenpassage blüht nur noch der Rost

Auf eine Nachfrage habe die Hausverwaltung in der Eigentümerversammlung mitgeteilt, dass in den nächsten Monaten weitere 1,2 bis 2 Mio. Euro für notwendige Maßnahmen bei den Fassaden und der Sockelgeschosssanierung ausgegeben werden sollen. Zur Finanzierung soll eine Sonderumlage unter den Gewerbeeigentümern erhoben werden, da die Wohnungseigentümer*innen von den Kosten der Sanierung der Sockelgeschosse freigestellt sind. Weil ca. 96 % der Gewerbeflächen der insolventen PIZ GmbH gehören, müssten die Kosten von 10 „kleinen Gewerbeeigentümer*innen“ getragen werden. Bei zwei Mio. Euro Kosten entfallen auf diese dann zwischen 43.000 und 575.000 Euro. „Das wäre der Tod der meisten „kleinen Gewerbeeigentümer“ bzw. diese müssten Insolvenz anmelden“, so Mönninghoff.

Die Räume, die fast 10 Jahre von der Zukunftswerkstatt und heute vom Verein ihmeKULT! genutzt werden, gehören der Ihmeplatz-7E-GmbH. 2017 haben sich 27 Mitglieder des Vereins Zukunftswerkstatt zusammengefunden, eine GmbH gegründet und die Räume gekauft. Diese GmbH ist eine der oben genannten „kleinen Gewerbeeigentümer*innen“ und musste im Juni 2024 wegen der durch die PIZ-Insolvenz immer höher werdenden Hausgelder und Sonderumlagen Insolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren der GmbH wird demnächst abgeschlossen, wobei die 27 Gesellschafter*innen mehr als 100.000 Euro verlieren. „Es ist zurzeit völlig unklar, was aus den Räumen wird“.

Quelle: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. Hans Mönninghoff

Bildnachweis: Zukunftswerkstatt, Wolfgang Becker

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