Drägerwiese in Linden-Süd: Stadt lädt zur Infoveranstaltung ein

Lindener Rathaus mit Lindener Marktplatz
Lindener Rathaus

Während die Pläne für eine offene Drogenkonsumfläche in der Roesebeckstraße nach Protesten aus der Nachbarschaft verworfen wurden, rückt ein anderer Ort erneut in den Mittelpunkt: die Drägerwiese am Ihme-Ufer in Linden-Süd. Für viele Anwohner ist sie seit Jahren ein Symbol ungelöster Nutzungskonflikte – zwischen Suchthilfe, öffentlichem Raum und dem Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe.

Die Grünfläche nahe der Substitutionspraxis im Alten Lindener Rathaus wird regelmäßig von suchtkranken Menschen aufgesucht. Anwohner berichten von offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen, Lärm, Kriminalität und einer Atmosphäre, die sie als belastend empfinden. Besonders Familien und ältere Menschen fühlten sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, heißt es aus der Nachbarschaft. Beschwerden bei Stadt und Polizei gehören für viele längst zum Alltag.

Die Stadtverwaltung Hannover verweist darauf, die Situation seit Langem im Blick zu haben. Nach eigenen Angaben wurden die Anstrengungen zuletzt noch einmal intensiviert. In Abstimmung mit Polizei, Ordnungsdienst und Sozialarbeit seien Maßnahmen für die Fläche am Ihme-Ufer entwickelt worden, um die Situation zu entschärfen und Konflikte zu reduzieren. Welche konkreten Schritte geplant sind, darüber will die Stadt nun öffentlich informieren.

Dazu lädt Oberbürgermeister Belit Onay die Einwohner des Stadtbezirks zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein. Sie findet am 27. Januar 2026 um 18 Uhr im Rathaus Linden (GiG-Saal) statt. Neben Onay werden u. a. auch Ordnungsdezernent Axel von der Ohe und Sozialdezernentin Sylvia Bruns anwesend sein.

Die Stadt betont, dass es nicht nur um Ordnung, sondern auch um den respektvollen Umgang mit suchtkranken Menschen gehe. Gleichzeitig solle der Alltag der Anwohner spürbar entlastet werden. Die Veranstaltung soll deshalb Raum für Kritik, Fragen und Vorschläge bieten.

Bildnachweis: Martin Illmann

4 Gedanken zu „Drägerwiese in Linden-Süd: Stadt lädt zur Infoveranstaltung ein“

  1. Nun ja,

    ich denke es wird relativ egal sein wie man den Brennpunkt an den Drägerwiesen verkaufen möchte. Die Anwohner sind sensibilisiert und die nächste Petition wird sicher nicht lange auf sich warten lassen… Vielleicht sollte man wirklich mal über andere Standorte nachdenken. Es muss nicht immer Linden sein.

  2. Oberstes Ziel sollte der Weg aus der Sucht sein! Dafür muss es mehr Therapieplätze geben und eine bessere/längere Nachbetreuung.

    Meist ist es doch so, dass es eine kurze Entgiftung mit anschließender Substitution gibt für die die Suchtgefährdeten 1 x täglich zur Praxis gehen/fahren und danach keinen geregelten Tagesablauf haben. Sie sitzen dann mit Gleichgesinnten in angrenzenden Bereichen der Ausgabestelle und konsumieren Alkohol, Cannabis und nicht selten andere berauschende (verschreibungspflichtige) Substanzen. Ihr Umfeld ist das gleiche wie vor der Entgiftung nur mit einem Mittel, was die Entzugserscheinungen verhindert.

    Hier sollte man ansetzen und den Menschen nach einem Entzug eine sinnvolle Alternative bieten. Der Entzug sollte auch länger dauern und besser nachbetreut werden, gerne auch in speziellen Einrichtungen, wo sie nicht gleich wieder ins gewohnte Umfeld zurückkehren und sofort wieder Drogen zu sich nehmen.
    Jungen Menschen kann man im Anschluss (niedrigschwellige) Ausbildungen o.Ä. anbieten, bei älteren Menschen gucken, was möglich wäre, je nach Begleiterkrankung, körperlicher Verfassung. Es gibt so viele Bereiche, in denen man auch ohne Ausbildung und Erfahrung für ein paar Stunden arbeiten kann.

    Natürlich kostet das erstmal mehr Geld, aber wenn die Rückfallquote dadurch gesenkt werden kann, ist es auf Dauer günstiger.

      • Wer sich in eine Entgiftung/Therapie begibt, der möchte ja schon etwas in seinem Leben verändern. Wenn dann die Nachsorge besser funktioniert, glaube ich schon, dass es einen großen Teil gibt, die froh wären, wieder einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Aber so wird man aus Langenhagen ( oder anderen Einrichtungen) wieder in sein gewohntes Umfeld entlassen, aber die Probleme die zur Sucht geführt haben sind nicht richtig aufgearbeitet und man landet ganz schnell wieder dort wo man gestartet ist. Ohne echte Perspektive.
        Viele schaffen den Weg mit Hilfe von Neues Land e. V. in ein besseres Leben, doch die Hilfe auf christlicher Basis schreckt auch viele ab. Hier sollte es dann eine andere Hilfe geben, die die Menschen länger betreut.

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4 Gedanken zu „Drägerwiese in Linden-Süd: Stadt lädt zur Infoveranstaltung ein“

  1. Nun ja,

    ich denke es wird relativ egal sein wie man den Brennpunkt an den Drägerwiesen verkaufen möchte. Die Anwohner sind sensibilisiert und die nächste Petition wird sicher nicht lange auf sich warten lassen… Vielleicht sollte man wirklich mal über andere Standorte nachdenken. Es muss nicht immer Linden sein.

  2. Oberstes Ziel sollte der Weg aus der Sucht sein! Dafür muss es mehr Therapieplätze geben und eine bessere/längere Nachbetreuung.

    Meist ist es doch so, dass es eine kurze Entgiftung mit anschließender Substitution gibt für die die Suchtgefährdeten 1 x täglich zur Praxis gehen/fahren und danach keinen geregelten Tagesablauf haben. Sie sitzen dann mit Gleichgesinnten in angrenzenden Bereichen der Ausgabestelle und konsumieren Alkohol, Cannabis und nicht selten andere berauschende (verschreibungspflichtige) Substanzen. Ihr Umfeld ist das gleiche wie vor der Entgiftung nur mit einem Mittel, was die Entzugserscheinungen verhindert.

    Hier sollte man ansetzen und den Menschen nach einem Entzug eine sinnvolle Alternative bieten. Der Entzug sollte auch länger dauern und besser nachbetreut werden, gerne auch in speziellen Einrichtungen, wo sie nicht gleich wieder ins gewohnte Umfeld zurückkehren und sofort wieder Drogen zu sich nehmen.
    Jungen Menschen kann man im Anschluss (niedrigschwellige) Ausbildungen o.Ä. anbieten, bei älteren Menschen gucken, was möglich wäre, je nach Begleiterkrankung, körperlicher Verfassung. Es gibt so viele Bereiche, in denen man auch ohne Ausbildung und Erfahrung für ein paar Stunden arbeiten kann.

    Natürlich kostet das erstmal mehr Geld, aber wenn die Rückfallquote dadurch gesenkt werden kann, ist es auf Dauer günstiger.

      • Wer sich in eine Entgiftung/Therapie begibt, der möchte ja schon etwas in seinem Leben verändern. Wenn dann die Nachsorge besser funktioniert, glaube ich schon, dass es einen großen Teil gibt, die froh wären, wieder einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Aber so wird man aus Langenhagen ( oder anderen Einrichtungen) wieder in sein gewohntes Umfeld entlassen, aber die Probleme die zur Sucht geführt haben sind nicht richtig aufgearbeitet und man landet ganz schnell wieder dort wo man gestartet ist. Ohne echte Perspektive.
        Viele schaffen den Weg mit Hilfe von Neues Land e. V. in ein besseres Leben, doch die Hilfe auf christlicher Basis schreckt auch viele ab. Hier sollte es dann eine andere Hilfe geben, die die Menschen länger betreut.

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