„Wohnraum ist ein Menschenrecht und keine Ware“

Grüne Jugend Kundgebung am Küchengarten
Je später der Abend, umso voller wurde der Küchengarten

„Wohnraum ist ein Menschenrecht und keine Ware und darf keine Geldanlage sein!“ Das meint die Grüne Jugend Hannover um ihren Vorsitzenden Claas Nutbohm. Bei ihrer Kundgebung  „Zwischen Beats und Beton – Windhorst enteignen“ auf dem Küchengarten kritisierten die Aktivist*innen den Verfall des Ihme-Zentrums . Sie forderten auch eine Enteignung von Lars Windhorst.

Zwischen Beat und Beton

Lilly Pietsch, Sprecherin der Grüne Jugend Niedersachsen
Lilly Pietsch, Sprecherin der Grünen Jugend Niedersachsen

„Das Motto steht für die politische Frage, wie wir in dieser Stadt leben wollen.“ Die  Sprecherin der Grünen Jugend Niedersachsen, Lilly Pietsch, befasste sich deshalb mit der Klima- und Flächenpolitik von Stadt und Region Hannover. Es sei gut, dass die Region bis 2035 klimaneutral sein wolle und dafür ein Investitionsprogramm von 250 Millionen Euro beschlossen habe. „Aber Klimaschutz entscheidet sich nicht nur bei den großen Zielen, sondern auf jedem Quadratmeter öffentlicher Fläche.“ Ob ein Parkplatz angelegt oder Bäume gepflanzt würden, ob eine Straße noch mehr Platz bekomme oder die Menschen, die dort unterwegs seien: „Flächenpolitik ist auch eine Frage von Macht und Eigentum. Denn ein Quadratmeter Stadt kann vieles sein: ein Park, eine bezahlbare Wohnung, ein Jugendzentrum, ein Kulturort oder einfach ein Stück Freiraum.“

Boden werde noch viel zu oft danach bewertet, was sich damit verdienen lasse. „Aber nicht alles, was keinen Profit bringt, ist wertlos. Manchmal ist der gesellschaftlich wertvollste Quadratmeter genau der, mit dem niemand Geld verdient. Und deshalb müssen wir auch darüber sprechen, wem Grund und Boden eigentlich gehören und wer darüber entscheiden kann, was damit passiert.“ Wenn privates Eigentum dauerhaft verhindere, dass Flächen im Interesse der Allgemeinheit genutzt werden könnten, dann gehöre auch die Enteignung in diese Debatte. „Nicht als Selbstzweck. Sondern weil eine Stadt mehr ist als die Summe ihrer Grundstücke. Eine Stadt sind die Menschen, die in ihr leben.“ Wenn sie Raum bekommen würden, entstünden Kultur und Gemeinschaft – Dinge, die man nicht in eine Renditerechnung schreiben könne. „Solche Räume brauchen wir. In Hannover und der Region.“

Für den späteren Abend hatte Oberbürgermeister Belit Onay sein Kommen angekündigt.

Eine Anfrage von Punkt-Linden bei der Verwaltung, ob die von Onay im April angekündigte rechtliche Prüfung einer Enteignung bereits erfolgt sei, liegt bislang noch nicht vor.

 

Bildnachweis: Katharina Kümpel

11 Leserkommentare zu „„Wohnraum ist ein Menschenrecht und keine Ware““

  1. Hätte die Stadt Hannover das Ihmezentrum nicht wiederholt rücksichtslosen Spekulanten überlassen, sondern es 2019 direkt selbst erworben, wo die Zinsen auf einem historischen Tiefstand von unter 1% lagen, wäre diese ganze Misere garnicht mehr vorhanden!
    Zu einem solch günstigen Preis kommt die Stadt niemals wieder an einen so einen großen Immobilienbestand mitten in der City und auch die notwendigen Investitionen waren und sind kalkulierbar.
    Man schaue sich am Beispiel vom Eleonorenhof an, was aktuell die Schaffung von neuem Wohnraum kostet. Dort kostet ein qm 6000€
    Wir haben halt keine vernünftige Wirtschaftskompetenz in den verantwortlichen Positionen unserer Stadt, sonst hätte es einen Lars Windhorst nie gegebenen und die geplante Revitalisierung des Ihmezentrums wäre längst erfolgt durch die Stadt Hannover und alle wären jetzt glücklich darüber!

    Antworten
  2. Wo leben die? In Linden sicherlich nicht…dann hätten die mitbekommen das innerhalb von Monaten 5 Häuser in der Falkenstr den Besitzer gewechselt haben. Und jetzt steht noch ein weiteres im Dunkelbergang für. 1mio45Tsd.zum Verkauf……also bei den Nachbarn wird jetzt Luxussaniert…taadaaa

    Antworten
  3. Jenseits der Berechtigung des Anliegens nach bezahlbarem Wohnraum: Dieser Artikel ist leider wieder übelste und kaum verhohlene (Wahl)werbung, diesmal für Grün bzw. Belit Onay!

    Hr. Stefan Ebers als Herausgeber von „punkt-linden.de“ bzw. als Verantwortlicher bei „Telespiegel Medien, Verlag für Online-Publikationen“ sollte vielleicht etwas mehr auf solche „Details“ achten, besonders im Vorfeld der Stichwahl am 27.09.!

    Antworten
    • Deine Kritik ist leider nicht ernst zu nehmen. Ein Bericht über eine Veranstaltung der Grünen Jugend ist nach Deinem Empfinden Wahlwerbung? Unsere Redakteurin war noch vor dem Erscheinen von Belit Onay diese verlassen hat und das sogar im Artikel vermerkt hat. Daher ist dort gar nichts von seiner späteren Rede zu lesen.

      Antworten
      • Die Kritik von Gregor Busch ist sprachlich überzogen. Tatsächlich ist der Artikel aber ziemlich durchgängig ein Zitat der Äußerungen der Veranstalter in direkter und indirekter Rede und humpelt mit unterschiedlich langen Beinen einseitig herum; ein grünes Fähnchen dabei schwingend.

        Natürlich kann und darf Journalismus auch Partei ergreifen. Werden aber eigene Meinung und Berichterstattung nicht differenziert, macht man sich damit halt nicht nur Freunde.

        Antworten
    • War der Artikel von Katharina Kümpel am 23.08.2026 über Peter Karst (CDU) beim Grillabend der ALGV auch übelste Wahlwerbung? Deinen Kommentar kann man wirklich nicht ernstnehmen. Donald Trump lässt grüßen.

      Antworten
  4. Kritik an verfehlten Investitionen ist das eine – sie als Steigbügelhalter für eine Politik gegen Eigentümer zu missbrauchen, das andere. Der Kollaps der DDR hat gezeigt, dass die Schwächung von Privateigentum im Verfall endet und Bürgern oft nur der Schutz durch Wegzug bleibt. Meine Großeltern erlebten die Enteignung damals am eigenen Leib. Wenn dieser Geist in Hannover wieder Einzug hält, verunsichert das tief. Genau wie meine Großeltern suche auch ich nun das Weite und verlege meinen Wohnsitz aus Hannover nach Zypern.

    Antworten
    • Bei Lars Windhorst von einer Schwächung von Privateigentum zu sprechen, ist eine gewagte These. Er hat mit Geldern jongliert, die ihm nicht gehörten. Frag mal die H20-Anleger. Eigentümer haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten (Art 14 GG). Wer diese Pflichten grob fahrlässig verletzt, verhält sich rechtswidrig. Unser geltendes Recht mit Unrecht aus der Vergangenheit gleichzusetzen, macht keinen Sinn.

      Antworten
    • Den Sozialismus hat es nach 40 Jahren weggefegt weil er seine Versprechen nicht erfüllt hat, jetzt hat der Neoliberalismus seit 40 Jahren seine Versprechen nicht erfüllt.

      Und dann gibt es immer noch Leute die argumentieren das wenn Lila schlecht ist Gelb automatisch gut sein muss.
      Die Geldsäcke lachen sich tot.

      Antworten
    • Das Weite suchend, „verlege (ich) meinen Wohnsitz aus Hannover nach Zypern.“

      Marodierende rote Horden auf hannoverschen Straßen oder in Rathäusern und Parlamenten der Republik dürften kaum der Grund sein für die anstehende ‚Republikflucht‘.

      Vielleicht sind es schlicht Fernweh, die verlockend angenehmen Sommer im östlichen Mittelmeer, eine Erbschaft, das Finanzamt, überfüllte Strände in Dubai … wer weiß das schon?

      „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind …“ ⛱️

      Antworten
  5. Wohnraum ist ein Menschenrecht, wie wahr! Und wohnen auch. Allerdings ist es für die Anwohner*innen rund um den Küchengarten schwer erträglich, mit was für einer Lautstärke sie seit 19 Uhr im Namen der Menschenrechte beschallt wird. Das Anliegen könnte man auch einige Dezibel geringer zum Ausdruck bringen. 3 Stunden Dauerbeschallung bei geschlossenen Fenstern ist in einem Wohngebiet ist eine ziemliche Rücksichtslosigkeit.

    Antworten

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  1. Hätte die Stadt Hannover das Ihmezentrum nicht wiederholt rücksichtslosen Spekulanten überlassen, sondern es 2019 direkt selbst erworben, wo die Zinsen auf einem historischen Tiefstand von unter 1% lagen, wäre diese ganze Misere garnicht mehr vorhanden!
    Zu einem solch günstigen Preis kommt die Stadt niemals wieder an einen so einen großen Immobilienbestand mitten in der City und auch die notwendigen Investitionen waren und sind kalkulierbar.
    Man schaue sich am Beispiel vom Eleonorenhof an, was aktuell die Schaffung von neuem Wohnraum kostet. Dort kostet ein qm 6000€
    Wir haben halt keine vernünftige Wirtschaftskompetenz in den verantwortlichen Positionen unserer Stadt, sonst hätte es einen Lars Windhorst nie gegebenen und die geplante Revitalisierung des Ihmezentrums wäre längst erfolgt durch die Stadt Hannover und alle wären jetzt glücklich darüber!

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  2. Wo leben die? In Linden sicherlich nicht…dann hätten die mitbekommen das innerhalb von Monaten 5 Häuser in der Falkenstr den Besitzer gewechselt haben. Und jetzt steht noch ein weiteres im Dunkelbergang für. 1mio45Tsd.zum Verkauf……also bei den Nachbarn wird jetzt Luxussaniert…taadaaa

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  3. Jenseits der Berechtigung des Anliegens nach bezahlbarem Wohnraum: Dieser Artikel ist leider wieder übelste und kaum verhohlene (Wahl)werbung, diesmal für Grün bzw. Belit Onay!

    Hr. Stefan Ebers als Herausgeber von „punkt-linden.de“ bzw. als Verantwortlicher bei „Telespiegel Medien, Verlag für Online-Publikationen“ sollte vielleicht etwas mehr auf solche „Details“ achten, besonders im Vorfeld der Stichwahl am 27.09.!

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    • Deine Kritik ist leider nicht ernst zu nehmen. Ein Bericht über eine Veranstaltung der Grünen Jugend ist nach Deinem Empfinden Wahlwerbung? Unsere Redakteurin war noch vor dem Erscheinen von Belit Onay diese verlassen hat und das sogar im Artikel vermerkt hat. Daher ist dort gar nichts von seiner späteren Rede zu lesen.

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      • Die Kritik von Gregor Busch ist sprachlich überzogen. Tatsächlich ist der Artikel aber ziemlich durchgängig ein Zitat der Äußerungen der Veranstalter in direkter und indirekter Rede und humpelt mit unterschiedlich langen Beinen einseitig herum; ein grünes Fähnchen dabei schwingend.

        Natürlich kann und darf Journalismus auch Partei ergreifen. Werden aber eigene Meinung und Berichterstattung nicht differenziert, macht man sich damit halt nicht nur Freunde.

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    • War der Artikel von Katharina Kümpel am 23.08.2026 über Peter Karst (CDU) beim Grillabend der ALGV auch übelste Wahlwerbung? Deinen Kommentar kann man wirklich nicht ernstnehmen. Donald Trump lässt grüßen.

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  4. Kritik an verfehlten Investitionen ist das eine – sie als Steigbügelhalter für eine Politik gegen Eigentümer zu missbrauchen, das andere. Der Kollaps der DDR hat gezeigt, dass die Schwächung von Privateigentum im Verfall endet und Bürgern oft nur der Schutz durch Wegzug bleibt. Meine Großeltern erlebten die Enteignung damals am eigenen Leib. Wenn dieser Geist in Hannover wieder Einzug hält, verunsichert das tief. Genau wie meine Großeltern suche auch ich nun das Weite und verlege meinen Wohnsitz aus Hannover nach Zypern.

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    • Bei Lars Windhorst von einer Schwächung von Privateigentum zu sprechen, ist eine gewagte These. Er hat mit Geldern jongliert, die ihm nicht gehörten. Frag mal die H20-Anleger. Eigentümer haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten (Art 14 GG). Wer diese Pflichten grob fahrlässig verletzt, verhält sich rechtswidrig. Unser geltendes Recht mit Unrecht aus der Vergangenheit gleichzusetzen, macht keinen Sinn.

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    • Den Sozialismus hat es nach 40 Jahren weggefegt weil er seine Versprechen nicht erfüllt hat, jetzt hat der Neoliberalismus seit 40 Jahren seine Versprechen nicht erfüllt.

      Und dann gibt es immer noch Leute die argumentieren das wenn Lila schlecht ist Gelb automatisch gut sein muss.
      Die Geldsäcke lachen sich tot.

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    • Das Weite suchend, „verlege (ich) meinen Wohnsitz aus Hannover nach Zypern.“

      Marodierende rote Horden auf hannoverschen Straßen oder in Rathäusern und Parlamenten der Republik dürften kaum der Grund sein für die anstehende ‚Republikflucht‘.

      Vielleicht sind es schlicht Fernweh, die verlockend angenehmen Sommer im östlichen Mittelmeer, eine Erbschaft, das Finanzamt, überfüllte Strände in Dubai … wer weiß das schon?

      „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind …“ ⛱️

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  5. Wohnraum ist ein Menschenrecht, wie wahr! Und wohnen auch. Allerdings ist es für die Anwohner*innen rund um den Küchengarten schwer erträglich, mit was für einer Lautstärke sie seit 19 Uhr im Namen der Menschenrechte beschallt wird. Das Anliegen könnte man auch einige Dezibel geringer zum Ausdruck bringen. 3 Stunden Dauerbeschallung bei geschlossenen Fenstern ist in einem Wohngebiet ist eine ziemliche Rücksichtslosigkeit.

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