Gearbeitet wird in der Wasserstadt aktuell nur noch an den Wohngebäuden der Baugemeinschaft JAWA – hier dreht sich ein letzter Kran. Der Spielplatz im „Grünen Finger“ bleibt vorerst abgesperrt und wartet auf seine Freigabe. Auch die Gestaltung des „Uferparks“ und des „Gedenkortes“ für das Frauen-KZ stehen noch aus. Ansonsten ist der erste Bauabschnitt der Wasserstadt fertiggestellt, inklusive eines Cafés im REWE-Supermarkt.
Planungen scheinen auf Eis zu liegen
Doch die schon vor Jahr und Tag begonnene Planung für einen zweiten Bauabschnitt scheint auf Eis zu liegen. „Ich weiß auch nicht, woran das liegt“, sagt dazu BI-Sprecher Uwe Staade auf Anfrage von Punkt-Linden. Er habe keine Ahnung, „wo der Ball gerade liegt. Vermutlich diesmal nicht beim städtischen Baudezernat, sondern eher beim Investor Papenburg“, meint Tischlermeister Staade, der sich seit Jahren in der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer engagiert.
Auf Nachfrage von Punkt-Linden bei der Stadt Hannover zum Planungsstand des zweiten Bauabschnittes gibt es folgende Antwort: „Der Bebauungsplan Nr. 1536 ‚Wasserstadt West‘ befindet sich in Bearbeitung. Das Verfahren soll in 2026 fortgesetzt werden. Mit Hochbaumaßnahmen ist nicht vor Ende 2027/Anfang 2028 zu rechnen!“ teilt Stadtsprecher Dennis Dix mit.
Zum seinerzeit mit großer PR und mit einem Architektenwettbewerb gestarteten Projekt „Rebuild Wasserkante“ und zum bereits genehmigten Abbruch der letzten Conti-Fabrikruine bleiben die Auskünfte vage: „Eine Zeitplanung für den Abriss liegt der Landeshauptstadt Hannover (LHH) nicht vor. Der Vorhabenträger hat der LHH zugesagt, dass die Öffentlichkeit und die LHH vor Beginn der Abbrucharbeiten informiert wird.“
Zeitplan für alles Weitere noch unklar
Die Baurechte für zwei von der Papenburg AG am Kanal geplante neue Gebäude inklusive Kita und Kulturtreff soll der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 1534 – Wasserstadt Limmer Wiedererrichtung Uferbebauung sichern. „Dieser befindet sich ebenfalls in Bearbeitung“, so Dix weiter.
Last but not least hat Punkt-Linden die Stadt nach der Erstellung des Gedenkortes für das ehemalige Conti-Frauen-KZ gefragt. Planungsrechtlich ist dieses Vorhaben im ersten Bauabschnitt gesichert worden, der Gedenkort soll gleich neben den im Bau befindlichen Wohngebäuden von JAWA entstehen. „Die Umsetzung muss durch die Eigentümerin erfolgen; dort liegt die ‚Herstellungspflicht‘. Zum Zeitplan müssten Sie sich bitte dorthin wenden“, so LHH-Pressesprecher Dennis Dix.
Leider gibt es beim Vorhabenträger auf unsere detaillierten Nachfragen nur eine äußerst dürftige Antwort: „Aktuell kann ich keine verbindlichen News mitteilen. Sobald es zu den von Ihnen genannten Fragen Klarheit gibt, komme ich gerne auf Sie zu“, schreibt der Wasserstadt-Projektleiter der Günter Papenburg Hoch- und Ingenieurbau GmbH, Architekt Oliver Matziol: „Der Gedenkort soll nach meinem Kenntnisstand realisiert werden, sobald die JAWA mit ihrem Baufeld fertig ist“.
Keine Stadtbahntrasse bei Erneuerung der Kanalbrücke
Die seit Jahren diskutierte Anbindung der Großsiedlung Wasserstadt Limmer an das Stadtbahnnetz wird beim anstehenden Neubau der stählernen Kanalbrücke im Zuge der Wunstorfer Straße kein Thema sein. Dazu teilte die Region Hannover Folgendes mit: „Wenn bereits jetzt Maßnahmen für eine mögliche spätere Stadtbahn nach Ahlem Nord mitgeplant würden, müsste die Region stark in den Brückenbau investieren“.
Da die Stadtbahnverlängerung aber noch lange nicht sicher sei, könnte „das Geld sonst sinnlos ausgegeben sein“, so Regionssprecher Christoph Borschel auf Anfrage von Punkt-Linden. Deshalb sei mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung vereinbart worden: „Falls die Stadtbahn später wirklich kommt, wird eine separate Stadtbahnbrücke daneben gebaut. So spare man jetzt Kosten und hätte die Zuständigkeit für den Unterhalt der Brücke klar geregelt“, so Borschel weiter.