Vom Ende des Arbeiterliedes – Betrachtung des dokum. Films

Linden - das Ende vom ArbeiterliedVom Ende des Arbeiterliedes – Eine Betrachtung des dokumentarischen Films von Winfried Wallat und Wolfgang Jost – Uraufführung am 1.2.23 im Apollokino, Linden, Limmerstraße 50

Das zumeist Beeindruckende liegt in der knappen Bewegtheit der Darstellenden. Kein erhobener Zeigefinger ist zu sehen. Nicht eine gerunzelte Stirn wird gezeigt, nicht einmal eine gerümpfte Nase, schon gar kein geschüttelter Kopf. Aber betreffend sind die Schilderungen der Tatsachen. Dabei gibt es keine Erhebungen der Stimmen, kaum Dehnungen oder Schärfungen in den Worten der Angaben. Berührend aber ist die Sichtung des Erforschten, die Mannigfaltigkeit der Kenntnisse, doch auch der Andeutungen, der Vermutungen. Dabei kein heftiges Anprangern von Taten, kein Verurteilen von Unterlassungen. Kaum jemand wird in anscheinendes Zwielicht gestellt. Verzichtet wird auf Behauptungen gegen das bisher anders Verzählte oder Verschwiegene. Erspart bleibt daher draufhaltendes Aufzeigen. Vermieden werden aufreißende Enthüllungen. Die Erkenntnisse sollen Beschauende in sich selber finden.

Unerschlossen bleiben mir jedoch einige Hinüberblendung in die Lindener Jetztzeit. Nicht immer sind die derartig unausweichbar sinnfällig, verhaftend, wie bei den im Buchdruck Museum nachgefilmten Arbeitsschritte vom Setzen & Drucken. So muss es zuvor auch im Fall der aufklärerischen & anklagenden Flugblätter gewesen sein. Die wurden immerhin in beachtenswerter Auflage von den, nach Ansicht der Herrischen, Mittätern & Helfershelfern der Sozialistischen Front, auf geheime Art & in strafbarer Weise unter das zu oft anderweitig geschäftige Volk geschoben. Die es behaupten, haben recht. So haben allesamt bisher von dem Gezeigten nichts gewusst! Und ich darf nur erleichtert sein, dass ich in den Jahren damals, weder auf den Seiten der Opfer, noch denen der Täter, habe leben müssen!


Nächste Vorstellung: am 26.2. um 18 Uhr, wieder im Apollokino Linden, Limmerstraße 50

Bildnachweis: Wolfgang Jost