Oberbürgermeister-Kandidaten stellen sich Erstwähler*innen

Oberbürgermeister-Kandidaten in IGS Linden
Oberbürgermeister-Kandidaten in IGS Linden v.l.: Peter Karst, Belit Onay, Mia Zuber, Lauri Wiesenberg und Axel von der Ohe

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen), Axel von der Ohe (SPD) und Peter Karst (CDU) haben sich den kritischen Fragen von Erstwähler*innen der IGS Linden gestellt. Rund 180 Schülerinnen und Schüler aus 10. und 11. Klassen fanden sich in der Aula ein, um Positionen und Auffassungen der drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2026 am 13. September in Hannover kennenzulernen. Organisiert hatten die Veranstaltung Mia Zuber und Schülersprecher Lauri Wiesenberg (beide 12. Klasse).

Kritische Fragen

Aula IGS Linden
Schüler*innen der 10. und 11. Klassen der IGS Linden

Die Jugendlichen fragten die Kandidaten nach deren persönlicher Motivation für ihr politisches Engagement und stellten Nachfragen zur geplanten Sanierung der IGS Linden. Während Onay die geplanten sechs Bauabschnitte darstellte, räumte von der Ohe ein, dass eine Schulsanierung auch in sechs Jahren abgeschlossen sein müsse. Im Themenbereich Bildung ging es ihnen um die Medienkompetenz der Lehrkräfte und die neue Ausrichtung der Berufsfachschule dual ab dem Schuljahr 2026/27 in Niedersachsen. Von der Ohe bestätigte, dass es beim Thema „Digitalisierung in der Schule“ nicht nur um technische Ausstattung, sondern auch um die Einstellung und die Qualifizierung der Beteiligten gehe. Die Jugendlichen sprachen zudem kritische Aspekte aus ihrem Alltagsleben an. Das betrifft die Regelung bei der kostenlosen Üstra-Schulfahrkarte für Schüler bis zur Klasse 10, die mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. Ihnen fehlen zudem konsumfreie und insbesondere in den Abendstunden sichere Orte für Jugendliche. Und schließlich ging es ihnen um die Sicherheit für Radfahrende und die Aktivitäten der Stadt für den Klimaschutz.

Brandanschlag in Solingen

Schülerin der IGS Linden
Kritische Fragen gab es auch zur geplanten Sanierung der IGS Linden

Der Brandanschlag in Solingen auf das Haus der Familie Genç, bei dem fünf Frauen und Mädchen mit türkischer Migrationsgeschichte getötet wurden, war Auslöser für das politische Engagement von Belit Onay. „Ich habe mit meiner Familie über der Gaststätte in Goslar gewohnt. Die Polizei hat uns damals geschützt“, beschrieb der Oberbürgermeister eindringlich die „schrecklichen 90er Jahre“. Leider gelte es auch heute wieder, die Demokratie gegen den Rechtsruck zu verteidigen. „Ich wünsche mir, dass wir künftig nur noch gefragt werden, wohin wir gemeinsam gehen wollen, und nicht, woher wir kommen.“ Sorgen um die demokratische Verfasstheit Deutschlands sind auch für von der Ohe zentrales Motiv für sein politisches Engagement. „Es geht derzeit nicht gerecht zu – auch nicht in Hannover“, sagte von der Ohe und kündigte an, sich für einen „bezahlbaren Alltag für Alle“ einsetzen zu wollen. Für Karst geht es um ehrenamtliches Engagement als einen Garant für eine friedvolle und „kulturell einwandfreie“ Gesellschaft.

„Konsumfreie Orte für Jugendliche“

Beim Thema kosten- und konsumfreie Orte für Jugendliche erwähnte Onay die Sportangebote in der Innenstadt und die neuen Konzeptionen für die Bibliotheken. Diesen Weg werde die Stadt weitergehen. Die Stadt habe zudem das Format Jugendparlament als Beteiligungsangebot eingerichtet. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir mehr sichere und helle Orte für Jugendliche in den Stadtteilen brauchen“, sagte von der Ohe. Die Räume müssten so gestaltet sein, dass sie von jungen Menschen auch angenommen werden könnten. Karst rief die Schüler*innen auf, sich dazu einzubringen und mitzugestalten. „Nutzen Sie die vielen Beteiligungsangebote.“

Klar ist für von der Ohe und Onay, dass der öffentliche Nahverkehr für Kinder und Jugendliche bezahlbar sein muss. Es gehe um Teilhabe am sozialen Leben, aber auch um Klimaschutz. Onay kündigte an, dass sich Bündnis 90/Die Grünen in der Region dafür einsetzen wollen, dass die Zwei-Kilometer-Regel falle, damit das Ticket auch in der Freizeit genutzt werden könne.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

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