
Schon seit sieben Jahren wird über den Ausbau des Fußgänger- und Radfahrer-Tunnels diskutiert. Es gab eine Bürgerbeteiligung, die Baugenehmigung liegt vor und Fördermillionen für den Ausbau warten auf ihren Abruf. Seit einigen Tagen ist die seit Anfang 2025 mit Gittern gesperrte Durchwegung von der Ida-Arenhold-Brücke zur Blumenauer Straße wieder passierbar. Unbekannte haben die Absperrungen beiseitegeräumt.
Wie soll es dort jetzt weitergehen? „Die WEG ist da raus“, meint Jürgen Oppermann auf Anfrage von Punkt-Linden. Als Beiratsvorsitzender der Wohnungseigentümergemeinschaft sieht er die Zuständigkeit für eine Verkehrssicherung in der Durchwegung bei der Landeshauptstadt Hannover. Zuletzt am 3. März dieses Jahres habe es zu diesem Thema eine Abstimmung zwischen Vertretern der WEG und städtischen Mitarbeiter*innen zweier Fachbereiche gegeben, der Ball liege jetzt bei der Stadt, so Oppermann.
Auch die Zuständigkeit für den lange beschlossenen Ausbau des Tunnels wird hin und her geschoben. Immer wieder betonen Vertreter*innen der Stadt, dass es sich beim Ihme-Zentrum um eine „Privatimmobilie“ handele. Zuständig für Sanierungsmaßnahmen sei deshalb insbesondere die von der Kanzlei Köster durchgeführte Insolvenzverwaltung des pleitegegangenen Mehrheitseigentümers – der Firma PIZ von Lars Windhorst. Zu eigenen Handlungsperspektiven hatte die Stadt vor einem Jahr ein Fachgutachten in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnisse sind allerdings bis heute nicht bekannt gegeben worden.



Stand heute ist die Durchführung auf der Flussseite wieder zu. Mal sehen, wie lange das diesmal hält.
Wenn versicherungsrechtlich Bedenken gegen die Durchfahrt bestehen, könnten Schilder darauf hinweisen, dass die Nutzung „auf eigene Gefahr“ erfolgt.
Ich selbst nutze seit der Sperrung am 13. März 2025 die nördliche Durchfahrt am ehemaligen enercity Portal und dem Boxklub.
Das ist zwar länger, aber sicherer.
Man darf sich nur nicht von den entlang der Ihme befindlichen Fahrradsverbotsschildern abschrecken lassen.
Dein Vorschlag, Schilder mit dem Hinweis „Nutzung auf eigene Gefahr“ anzubringen, wäre die naheliegende Lösung. Du kannst aber davon ausgehen, dass ein spitzfindiger Jurist diese Beschilderung sofort für nichtig erklärt. – Den Weg entlang der Ihme darfst du auch nicht mit deinem Fahrrad nutzen. Es sei denn, du schiebst dasselbe. Es gehört zu den Treppenwitzen des Ihme-Zentrums, dass dort die andersfarbige Pflasterung den Eindruck erweckt, es handele sich um einen Radweg. Mitnichten! Alles muss seine Ordnung haben, und sei sie noch so lebensfremd.
Dacht‘ ich’s mir 😤.
Immerhin ist die Durchfahrt von der Gartenallee her schilderfrei und somit auch nicht für Fahrräder verboten 🤭
Hallo.
Ich bin in den letzten 10 Tagen 3x durchgegangen.
Heute hatte ich den Eindruck, das es wieder ganz normaler “ Durchgangsverkehr “ ist.
Bin jetzt mal gespannt: was passiert.
🤔😉😊👍
Am kompletten Ihmeuferweg ist Fahrrad fahren verboten. Es stehen von allen Seiten mehrere Schilder. Ich rase auch nicht bei Ihnen vor der Tür über den Fußweg. Es leben hier Kinder, Hunde und viele alte Leute mit Rollator oder Rollstuhl. Bitte respektieren Sie unseren Fußweg.
Offensichtlich hat der Insolvenzverwalter, von dem man ohnehin nichts hört, ob der ständigen Beschädigung der Absperrung kapituliert. Denn das Gewerbe, dessen größter und vielleicht bald einziger Anteilseigner er ist, wäre für die Sicherung verantwortlich.
Ich kann nur jede*n warnen, diesen Weg zu nutzen. Denn versicherungstechnisch dürfte das eine end- und fruchtlose Auseinandersetzung der Beteiligten werden, wenn in diesem verwinkelten Tunnel ein Unfall passiert.
Mal abgesehen von den Versäumnissen der Entscheidungsträger befindet sich die Durchwegung derzeit im gleichen Zustand wie vor der Absperrung vor einem Jahr. Jahrelang war die Nutzung legal, und niemand hat nach dem Versicherungsschutz gefragt. Die Wahrscheinlichkeit, dass in dem verwinkelten Tunnel ein Unfall passiert, ist deutlich geringer als beim Umweg über den Schwarzen Bär. Dort, wo sich Radfahrer beider Fahrtrichtungen begegnen, Kunden bei REWE ein- und ausgehen, Besucher vor dem Capitol Schlange stehen, Bettler auf dem Gehweg sitzen, Üstra-Kunden scharenweise die Ampel überqueren, und Autofahrer mit Schmackes in die Blumenauer Straße einbiegen, ist das Unfallrisiko zigmal höher, als die Abkürzung durchs Ihme-Zentrum zu nehmen. Das haben auch die honorigen Herren so gesehen, die vor Beginn der Bürgerbeteiligung von einem Leuchtturmprojekt sprachen und von der Realisierung der Durchwegung schwärmten. Diese Herren haben sich inzwischen allesamt „verpisst“; ratlose Bürgerinnen und Bürger fühlen sich im Stich gelassen.
Ich wohne direkt dort und tatsächlich ist die Fahrt mit dem Fahrrad durch den Tunnel, zumindest bei hoher Luftfeuchtigkeit, sehr gefährlich, da der Bodenbelag sehr rutschig wird. Ich habe selbst mehrfach gesehen wie Fahrradfahrer in den Kurven gestürzt sind oder gegen die Holzverkleidungen knallten.
Das fruchtlose Hin und Her über diese Durchwegung zeigt beispielhaft das ganze Dilemma namens Ihmezentrum.
Das klingt etwas hoffnungslos. Ja.
Es ist ein leider nicht enden wollendes, armseliges Trauerspiel…
Wer hier in Hannover „bürgermeisternd“ werden will soll mal endlich Verantwortung übernehmen!
Wieder ein fröhliches Abwälzen von Zuständigkeiten – unterirdisch wie der Tunnel selbst.
Die Eigentümergemeinschaft des Ihme-Zentrums ist ein trauriger Haufen: Ob Großeigentümer, Beirat oder kleiner Eigentümer – Fortschritt nein Danke.
Kompliment an die Stadt: Endlich mal Steuergeld schützen und die eigene Beteiligung am Ihme-Zentrum auslagern.
Den Sauhaufen sich selbst überlassen – genau richtig.
Der Eigentümergemeinschaft WEG gehört nur ein kleiner Teil der Fläche die für den neuen Tunnel gebraucht wird, die Nutzungsrechte als Durchwegung wurden erteilt, womit sie ihren Teil erfüllt haben.
Der deutlich größere Teil ist im Besitz der Insolventen Firma PIZ von Lars Windhorst, diese hätte den Bauauftrag erteilen und den Umbau bezahlen müssen!
Ja die Stadt und unser noch OB könnten echt mal Verantwortung übernehmen, denn schließen wollen sie ja die Veloroute da durch und da wäre es sinnvoll das Stück Weg auch selber zu besitzen. Geld müsste man für den Erwerb noch nicht mal wirklich ausgeben, denn das könnte man sicher über den Teil der Abgaben verrechnen die die PIZ an die Stadt zahlen müsste und zur Zeit den restlichen Eigentümern aufs Auge gedrückt werden die dafür nicht mal Anteile der Gewerbefläche bekommen.
Im Ihme Zentrum gab es früher viele verschiedene Geschäfte, die dazu beigetragen haben, die Stadtkasse zu füllen.
Wäre die Stadt in Vorleistung getreten, gäbe es jetzt zusätzliche Einnahmen aus Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Grundsteuer, Tabaksteuer, Genussmittelsteuer, Mieteinnahmen und was es sonst noch so alles gibt.
Es wären sogar zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, von deren Lohn dann auch noch Einnahmen in die Stadtkasse geflossen wären.
Ich erinnere, dass die Ladenetage endgültig zusammenbrach, als Saturn Hansa als großer Publikumsmagnet rausgegangen ist. Womit hätte da die Stadt in Vorleistung treten sollen?
Davon abgesehen: „Hätten wir Enten gekauft, wären die Hühner nicht ersoffen“ nützt jetzt auch nix.
Saturn-Hansa blieb bis 2004 im Ihme Zentrum. 2000 hat Herr Engel schon einen Großteil der Flächen übernommen und bis zum Auszug von Saturn-Hansa (und Schuh Hesse) waren keine großen Fortschritte erkennbar. War also eine logische Konsequenz, das „sinkende Schiff“ zu verlassen. Vielleicht wäre Saturn-Hansa ja sogar zurückgekehrt, wenn sich das Ihme Zentrum so gewandelt hätte wie das Leine-Center in Laatzen. Das wurde im Laufe der Jahre sogar erweitert.
Ja, auch da gab es Probleme, keine Frage, aber auch die Innenstadt hat viele Veränderungen und Leerstände durchlebt. Es bleibt immer ein Restrisiko, doch im aktuellen Zustand steigen die Kosten für die Instandhaltung immer weiter und die finanzielle Überforderung durch Zahlungsausfälle des Haupteigentümers zwingen andere Eigentümer in die Insolvenz. Dass sich die Stadt mit einem Trick aus ihrer Verantwortung gezogen hat ist auch kritisch zu bewerten. Die anderen Eigentümer sind durch dieses Handeln finanziell benachteiligt, was vertragsrelevant sein kann. Diesem wurde ja wegen den damals geltenden Tatsachen und Bedingungen zugestimmt.
Wenn Änderungen andere in Existenznöte zwingen, kann ein Härtefall vorliegen für den dann vorherige Vertragspartner in Haftung genommen werden könnten.
Sowohl die PIZ als auch die LHH hatten zu Beginn der Revitalisierung Transparenz versprochen. Beide Seiten haben sich nicht darangehalten. Ein Fach-Gutachten, das sich seit einem Jahr unter Verschluss befindet, hilft uns Bürgern nicht weiter. Ende 2021 hatte die LHH das Ingenieurbüro QTB damit beauftragt, den Baufortschritt zu prüfen. Welche Erkenntnisse haben die Prüfer gesammelt? Darüber drang nie etwas an die Öffentlichkeit. Anfang 2022 habe ich deshalb bei der LHH nachgefragt. Einblicke wurden mir leider verwehrt. Für mich stand bereits im Frühjahr 2022 fest, dass die von der PIZ geplante Revitalisierung des Ihme-Zentrums ein Rohrkrepierer war. Jeder unabhängige Prüfer hätte zur gleichen Erkenntnis kommen müssen. Wären diese Warnsignale auf fruchtbaren Boden gefallen, hätten wir heute zwar nicht das von Lars Windhorst versprochene „schöne“ Ihme-Zentrum, aber immerhin eine schöne und legale Durchwegung.