
Seit Jahren prägen die ehemaligen Conti-Gebäude das Bild in Limmer. Der Abriss des lange leerstehenden Gebäudebestands in der Wasserstadt ist längst beschlossen, doch bislang stehen die Gebäude weiterhin. Ursprünglich sollte der Rückbau bereits im vergangenen Monat beginnen. Nun zeichnet sich ein neuer Zeitplan ab – und der steht unter erheblichem Zeitdruck.
Wie die zuständige Wasserstadt-Limmer GmbH dem NDR Niedersachsen bestätigte, haben sich die Vorbereitungen verzögert. Nach Angaben von Projektleiter Oliver Matziol sind zahlreiche Behörden in die Arbeiten eingebunden. Dazu gehören unter anderem die Emissionsschutzbehörde, das Gewerbeaufsichtsamt und die Abfallbehörde. Die notwendigen Abstimmungen zwischen den Beteiligten hätten Zeit beansprucht.
Schadstoffe müssen zuerst entfernt werden
Eine zentrale Voraussetzung für den eigentlichen Gebäudeabriss ist derzeit die Entfernung schadstoffbelasteter Materialien. Dazu zählen nach Angaben der Projektgesellschaft unter anderem asbesthaltige alte Platten und Spachtelmassen.
Erst wenn diese Materialien fachgerecht ausgebaut und entsorgt sind, kann der sogenannte maschinelle Rückbau beginnen. Die Anwohner am Lunapark auf der gegenüberliegenden Seite des Stichkanals müssen hier ausreichend berücksichtigt werden. Der sichtbare Teil des Abrisses heißt: das Abtragen der Gebäude mit schwerem Gerät. Projektleiter Matziol rechnet derzeit damit, dass dieser Rückbau im November 2026 starten kann.
Fledermäuse setzen dem Abriss eine Frist

Für den Abriss gibt es allerdings ein eng begrenztes Zeitfenster. Die Arbeiten müssen bis Ende März 2027 abgeschlossen sein. Hintergrund ist der Schutz der Fledermäuse, die in den Gebäuden beziehungsweise auf dem Gelände geeignete Quartiere gefunden haben. In Niedersachsen leben 19 der 25 in Deutschland bekannten Fledermausarten, die laut Roter Liste oft gefährdet sind.
Die Untere Naturschutzbehörde hat deshalb ein entsprechendes Zeitfenster vorgegeben. Bis Ende März sind die Fortpflanzungsstätten nach den bisherigen Vorgaben noch nicht wieder von den Tieren belegt. Später im Frühjahr könnte ein Abriss wegen der Rückkehr und Fortpflanzungsaktivität der Fledermäuse nicht mehr ohne Weiteres durchgeführt werden. Damit entsteht für das Projekt ein Wettlauf gegen die Zeit: Zwischen dem geplanten Beginn des maschinellen Rückbaus im November und dem Ende März liegen nur wenige Monate.
Langer Streit um das Conti-Gelände
Der Umgang mit dem ehemaligen Conti-Areal beschäftigt Limmer seit Jahren. Die Sanierung und Entwicklung des Geländes haben sich immer wieder verzögert. Aus Sicht von Kritikern und Anwohnern steht die Frage im Raum, warum sich Entscheidungen und konkrete Arbeiten über einen so langen Zeitraum hinziehen.
Für die Wasserstadt Limmer ist der Abriss der alten Conti-Gebäude ein entscheidender Schritt für die weitere Entwicklung des Areals. Bevor jedoch neue Flächen und Gebäude entstehen können, müssen zunächst die Altlasten und Schadstoffe beseitigt und die bestehenden Gebäudestrukturen zurückgebaut werden. Das ehemalige Continental-Gelände samt der alten Conti-Gebäude gehört der Wasserstadt Limmer GmbH & Co. KG, hinter der Bauunternehmer Günter Papenburg steht.
Hoffentlich wird hier sichergestellt, dass die Schadstoffe fachgerecht und unter den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen beseitigt und die Arbeiten nicht aus Kostengründen an Subunternehmen und Hilfskräfte übertragen werden.
Bei der Beseitigung von Asbestteilen gab es in der Vergangenheit schon einige Fälle, in denen keine fachgerechte Entsorgung stattfand.
Du kannst davon ausgehen, dass das mit der Demontage und Entsorgung beauftragte Unternehmen über einen sogenannten „Asbestschein“ (TRGS 519) verfügt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Nachunternehmervertrag handelt. Da dieses Projekt im Fokus der Öffentlichkeit steht, wird die Einhaltung der Technischen Regeln überwacht. Das ist bei kleineren Maßnahmen nicht immer der Fall.
Entsorgst du deinen Sondermüll selbst?
Betreibst du eine eigene Sondermülldeponie und Sondermüllverbrennungsanlage?
Falls du mich meinst: Ich habe eine Lizenz zur Entsorgung hinterfotziger Fragen (Bayerische Mundart).
Es sind doch außer Asbest noch andere Schadstoffe vorhanden. Es stand schon mehrfach in den Medien. Der ganze Erdboden ist verseucht im Großflächigen Bereich.Es soll stehen bleiben als Biotop für Pflanzen und Tiere. Ich hoffe das die Fledermäuse schon da sind oder im Anmarsch.
Ich habe da einmal eine Frage. Bezahlst du dann die laufenden Kosten die für diese Bauruine anfallen? Also die Kosten für Bauzäune, Kameraüberwachung um Leute vom Betreten abzuhalten und natürlich auch die Kosten für Rettungseinsätze falls da doch welche rein kommen und was passiert.
Im Ihmezentrum wurde auch alles still und heimlich Asbest entsorgt. Und es ist immer noch Asbest dort.Eine Bekannte von mir die dort Jahrelang wohnte ist vor 2 Jahren an Krebs gestorben. Nicht nur Lungenkrebs ,der ganze Körper war befallen.
Ihmezentrum Asbest wurde richtig und fachmänisch entsorgt.was sie hier behaupten ist aller Sau warum liegt da noch mehr von Asbest?weil der erste Eigentümer pleite ging.der zweite belastet es noch Mal mit ca.220 Mio.für andere Projekte und hat ihmezentrum in den Ruin laufen lassen.andere Leute verlieren auch an Krebs bekannte oder verwandte.aber Mann kann es nicht immer auf Asbest legen.
https://punkt-linden.de/news/gold-zertifizierung-fuer-wasserstadt-limmer/
Herr Papenburg hat doch den Großen Preis gewonnen. 🤔
Dann wird schon alles RICHTIG laufen ,
Und der Weihnachtsmann kommt auch immer pünktlich 🎅
Das Problem ist, wenn man Äpfel und Birnen vergleicht, parallel aber null Vorkenntnisse zu den Zusammenhängen hat. Aber ja, immer schön Stimmung machen.
Wer Vorkenntnisse hat,immer raus damit …
Damit alle teilhaben können.
Ich habe von 1976 bis 1984 in Limmer gearbeitet,
Danach in Stöcken.
Daher kann ich mir dazu schon eine Meinung bilden….
Dass die Wasserstadt ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erhalten hat (da wurde nichts gewonnen), sind die Äpfel. Dass ein Gebäude abgerissen wird, aus welchem noch Schadstoffe entsorgt werden müssen, sind die Birnen. Das Eine hat original nichts mit dem Anderen zu tun.
Dass Sie in Limmer gearbeitet haben, sind dann die Weintrauben, die man auch noch als Referenz heranzieht, um gemeinsam mit Äpfel und Birnen Obstsalat zu machen. Für den Weihnachtsmann.
Ich sehe hier leider sehr viel Meinung. Ja!
Es ist interessant, dass hier nur über Asbest diskutiert wird. Dafür gibt es bei Abbruch- und Entsorgungsunternehmen in der Regel ausreichend Erfahrung. Der etwas ‚besondere‘ Schadstoff in diesem Gebäude ist doch die Kontamination der Baumaterialien mit Nitrosaminen, die als krebserregend gelten. Die Nitrosamine sind doch der Grund für die jahrelange Diskussion, ob man das Gebäude nicht doch noch nutzen kann oder ob nur ein Rückbau die Lösung ist.
Mit Nitrosamine gibt’s eben in der Branche nicht soviel Erfahrung, da es eben nicht so viele Schadensfälle mit dieser Stoffgruppe in Deutschland gibt. Da aber das Projekt so im Fokus der Öffentlichkeit steht, denke ich, der Entsorger wird entsprechende Expertise haben (hoffe ich)
@Ludolf
Ich habe zwar die Asbestentsorgung thematisiert, aber nur deshalb, weil es selbst dabei in der Vergangenheit immer wieder sogenannte „Fachfirmen“ gab, die eine ordnungsgemäße Entsorgung versprochen haben und der Sondermüll dann einfach im Umland entsorgt wurde.
Ich mache mir deshalb Sorgen, dass die Gebäude einfach von ahnungslosen Arbeitern abgerissen werden und diese selbst nicht ausreichend vor Staubentwicklung geschützt sind und die Giftstoffe einatmen. Welche Maßnahmen ergriffen werden um die Umgebung vor der Staubentwicklung zu schützen, wurde auch noch nicht bekannt gegeben.