
Reale Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten statt durchdigitalisiert via Touchscreens auf Social-Media-Plattformen wie WhatsApp, Instagram oder TikTok: Eine Gruppe junger Menschen um Nora Ben Abdallah will mit „Raum2“ im Freizeitheim Linden ein kostenfreies Angebot insbesondere für queere migrantische Jugendliche schaffen. „Bis Ende März sind wir donnerstags ab 16.30 Uhr im Probenraum. Danach werten wir das Pilotprojekt aus“, sagt die Fachabiturientin Sozialpädagogik. Beraten wurde sie dabei auch von Lorenzo Pignataro, der aktuell eine vom Kulturbüro Hannover geförderte Recherche migrantischen und queeren Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen durchführt. Der Integrationsbeirat Linden-Limmer fördert ihr Projekt mit 1500 Euro
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Raum2 ist ein niedrigschwelliges Angebot für Personen, sich zu begegnen, auszutauschen und gemeinsam kreativ zu sein. Um möglichst viele Junge anzusprechen, sind das Angebot, die Snacks und die Materialien für den Workshop für die Besuchenden kostenfrei. „Die Unterstützung des Integrationsbeirates ist für uns sehr wichtig“, sagt Ben Abdallah.
Wie geht es mit dem Pilotprojekt weiter?
Bis Ende März läuft das Pilotprojekt in Linden-Mitte. Danach erfolgt die Auswertung der Teilnehmendenzahlen, bevor das Angebot „Raum2“ in weiteren Stadtbezirken wie Vahrenwald-List startet. Die Werbung lief bislang via Social Media in deutscher, englischer und arabischer Sprache. Inzwischen gibt es auch Flyer in englischer Sprache.
Weitere Termine von Raum2: 19. und 26. März, jeweils von 16.30 – 18.30 Uhr im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4, Linden-Nord
Neue künstlerische Entwicklung im Freizeitheim
Im Rahmen einer geförderten Recherche des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover nutzt Lorenzo Pignataro den Raum, um gemeinsam mit migrantischen und queeren Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen künstlerische Prozesse zu erproben. Die Recherche beschäftigt sich mit Fragen von Identität, Körper, Raum und Zugehörigkeit und untersucht, wie Tanz, Musik und Performance als Ausdrucksformen für Erfahrungen von Migration, Queerness und Community genutzt werden können. Dabei geht es nicht nur um eine thematische Recherche, sondern auch darum, Menschen aus der Community aktiv am Prozess zu beteiligen – vielleicht auch jene, die solche Formen des Tanztheaters bislang noch nicht als Publikum für sich entdeckt haben.
Dieser Ansatz ist im Freizeitheim Linden ein neuer Prozess – auch für die Einrichtung selbst, die ihre Räume damit stärker für solche offenen künstlerischen Entwicklungen öffnet. Ziel ist es, langfristig eine mögliche Performance oder Theaterinszenierung so zu entwickeln, dass sie auch die Menschen erreicht, für die sie gedacht ist. Geplant ist ein Showing am 23. Mai in der Initiative Hüttenstraße. Mehrere Gruppen werden daran beteiligt sein, teilweise auch in einem Safer-Space-Setting. Mehr Informationen und Updates: Instagram @lorenzo.pignataro