
Manche erinnern sich noch an die langjährige Kneipentradition in diesem Flachbau. 1973 eröffnete hier – nach dem Einstieg in das Apollo – Kinozar Achim Flebbe mit seinem Partner, dem damaligen NDR-Journalisten Giselher Schaar, die „Apollos Pinte“, nach dem „Ei“ eine der ersten Szenekneipen in Linden. Danach hieß der beliebte Laden jahrelang „Klimbim“, zeitweilig mit Diskobetrieb im Kellergeschoss. Es folgten diverse andere Gaststätten, zuletzt ein asiatisches Sushi-Bistro und ein Nagelstudio. Beide Geschäfte wurden zum Jahreswechsel gekündigt, die Räumlichkeiten stehen nun leer.
Bewohner des Nachbarhauses wissen von Abriss- und Neubauplänen. Seit etwa zwei Jahren gäbe es eine Baugenehmigung, ist zu erfahren. Deren Geltungsdauer beträgt drei Jahre, bestätigt dazu das städtische Baudezernat. Was genau geplant ist, ist nicht zu erfahren, auch nicht vom sich wortkarg gebenden Grundstücks-Eigentümer. „Es gibt derzeit nichts Konkretes,“ sagt auf Anfrage von Punkt-Linden der Hauseigentümer.

Der Unternehmer ist gebürtiger Lindener und unterhält in Badenstedt mehrere Firmen. Die „TEKK Fliesenarbeiten“ sowie eine „Projektbau Eichenfeldstraße GmbH“ und die „Leinau Immobilien GmbH“. Auf deren Website heißt es: „Ganz nach unserem Leitbild agieren wir stets mit einer größeren Vision im Kopf. So haben wir uns spezialisiert, ungenutztes Potenzial rund um Wohnraum zu entdecken, zu entwickeln, und dabei nie den Ursprung zu vergessen.“
Die Website der Gesellschaft schmückt eine Computergrafik mit dem geplanten Neubau Leinausstraße 1. Das Bauvorhaben sieht Geschäfte im Erdgeschoss und darüber Mietwohnungen vor, so der Unternehmer gegenüber Punkt-Linden. Der schon seit 1970 rechtskräftige Bebauungsplan 451 setzt für den Apollo-Block ein „Allgemeines Wohngebiet“ fest und erlaubt eine bis zu fünfgeschossige, geschlossene Bauweise. Dem Unternehmer und seiner GmbH gehören nicht nur der Flachbau an der Leinausstraße, sondern auch das schmucke Eckgebäude Limmerstraße 50, ebenso wie das rückwärtig gelegene Apollo-Kino. Dessen Betreiber, Torben Scheller, erklärt auf Nachfrage, das Kino sei von den Neubauplänen nicht betroffen: „Wir haben einen langfristigen Mietvertrag!“
Wenn’s ein Lindener in der Hand hat dann hab ich Hoffnung. Und ganz ehrlich? Schaut euch das Gebäude mal an. Das ist wirklich sinnvoll.
Das musste ja irgendwann so kommen. Seit dem Linden immer mehr zum spekukationsobjekt wird., müssen wir uns von allem was uns lieb und vertraut ist verabschieden. Money makes the world go round..
Bei so einer Nachricht erstmal direkt von „Protestinitiativen“ zu sprechen zeigt wirklich nur was in Linden (leider) seit Jahren schief läuft!!! Damals war das hier nicht so… Ich kenne den Eigentümer, er ist auch Ur Lindener und immer bemüht diese Ecke insbesondere das Kino zu erhalten. Wohnungsnot und Klimawandel beheben wir nicht in dem wir uns gegenüber neuem und modernem Wohnraum verschließen leude. Ich wünsche dem Projekt alles gute 🙂
Aber was spricht dagegen, wenn man im Nneubau im Erdgeschoss eine gemütliche Pinte / Bar reinbaut. Wäre für die Besucher des Apollo sicherlich nen guter Ausklang, wenn sie aus dem Kino kommen 🙂
Der sog. „Disko-Betrieb“ hatte nie eine Genehmigung und war illegal. Bei uns im Nachbargebäude wackelten nachts die Betten. Morgens gerädert raus… Das brauche ich nicht mehr, auch kein „Apollo-Fehlkonzept“ eines frustrierten Waldorf-Schülers. Auf nimmer wiedersehen…! Ich wünsche mir und hoffe, dass es ruhig bleibt und beim Bau Rücksicht genommen wird.
Zum Glück spricht es jemand aus! In dem Flachbau gab es immer wieder neue Mieter und Konzepte, nichts hat geklappt. Das Gebäude ist marode und hässlich! Ein schönes Wohnhaus mit Mietwohnungen in dieser Lücke wäre doch ein Gewinn für alle… Ich würde mich freuen! Und den paar Total Verweigerern, die unbegründet Angst vor Veränderung haben, kann man sowieso nicht helfen…
Hat die „Leinau Immobilien GmbH“ Rechte an der Verwendung von Bildern von Google-Earth auf deren Webseite?
Bevor es die Apollo-Pinte wurde, hieß die Gaststätte dort „mein Hobby“ Ungefähr ab 1969.
Gibt es nicht Protestinitiativen?
Man stellt sich viele Fragen:
Hängt die Entscheidung des Amtes mit Bestechung oder Erpressung zusammen?
Diese alten Häuser stehen normalerweise unter Denkmalschutz, warum dieses Haus nicht?
Wie geht es den Mietwrn eigentlich?
Ich habe es so verstanden, dass NUR der Flachbau ( Gewerbe) abgerissen und ein Wohnhaus an dieser Stelle entstehen soll.
Wäre schön, wenn sich der Neubau dann an den danebenstehenden Häusern orientiert.
Das Gebäude wo zuletzt Café Fidel drin war kann am besten auch durch ein neues Wohnhaus mit Gewerbeflächen ersetzt werden. Im Sommer sind die Räumlichkeiten so warm, dass man es kaum aushalten kann. Auch wenn das Wohnen in der Limmerstraße nicht mehr so angenehm wie früher ist, wäre es hier eine Aufwertung für alle.
guten morgen,
umgestaltung gut und schön vielleicht auch sinnvoll, aber es sollte dann für mieter /mieterinnen auch bezahlbar bleiben und nicht als übergroße kapitalanlage des vermieters später dienen!
Trötenheini passt ja perfekt. Mit Bestechung und Erpressung meinst du den Bebauungsplan von 1970, auf deren Grundlage nun ein Bauantrag gestellt wird? Und mit Denkmalschutz für die Flachdachbaracke wird es wohl eher schwierig. Hier plant ein Ur-Lindener etwas Gegen die allgemeine Wohnungsnot zu unternehmen und du kommst mit Denkmalschutz für eine Baulücke?