
Der Drogenkonsumraum Stellwerk, die Fachberatungsstelle La Strada und der städtische Beauftragte für Sucht und Suchtprävention hatten Anwohner und Vertreter der Politik zu einem gemeinsamen Eröffnungsgrillen eingeladen. Bei Kaffee, kalten Getränken und Bratwurst bestand die Gelegenheit, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und das neue Angebot kennenzulernen.
Der Bauwagen auf dem Parkplatz neben der Drägerwiese dient als Anlaufstelle für Menschen mit Suchterkrankungen. Gleichzeitig sollen die Sozialarbeiter als Ansprechpartner für Anwohner zur Verfügung stehen.
Sozialarbeiter dreimal wöchentlich vor Ort
Das neue Angebot findet jeweils montags, mittwochs und freitags von 12 bis 15 Uhr statt. Die einzelnen Tage haben unterschiedliche Schwerpunkte:
- Montag: Beratung durch La Strada, einschließlich Wundversorgung.
- Mittwoch: Niedrigschwellige Sozialarbeit und gemeinsame Reinigung des Platzes.
- Freitag: Spezielles Beratungs- und Unterstützungsangebot von La Strada für Frauen.
Zu den weiteren Leistungen gehören Sozialberatung, Krisenintervention sowie die Vermittlung in medizinische und therapeutische Einrichtungen. Außerdem werden Erste Hilfe, Informationen zum Infektionsschutz und Materialien zur Schadensminderung beim Drogenkonsum angeboten. Auch Getränke und kleine Snacks stehen zur Verfügung.
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Deeskalation von Konflikten im öffentlichen Raum. Dazu arbeiten die Fachkräfte eng mit den bereits bestehenden Streetwork-Angeboten zusammen.
Müllbehälter zu klein und nach oben offen
Auch die Sauberkeit der Drägerwiese soll verbessert werden. Mittwochs ist eine gemeinsame Reinigung des Platzes vorgesehen. Zusätzlich wird die Grünfläche zweimal wöchentlich durch den Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) gereinigt.
Allerdings fällt ein Problem bereits jetzt auf: Die aufgestellten Müllbehälter sind offensichtlich zu klein. Zudem sind sie nach oben offen. Sobald die Behälter überfüllt sind, können Vögel den Abfall herausziehen und auf der Grünfläche verteilen. Größere, geschlossene Müllbehälter könnten hier Abhilfe schaffen. Denn regelmäßige Reinigungen allein reichen kaum aus, wenn der Müll anschließend erneut auf der Wiese landet.
Probleme an der Drägerwiese bestehen seit Jahren
Die Situation rund um die Drägerwiese beschäftigt Anwohner, Politik und Stadtverwaltung bereits seit Jahren. Immer wieder gibt es Beschwerden über offenen Drogenkonsum, Drogenhandel, Verschmutzungen und Straftaten im Umfeld der Grünanlage. Bei mehreren Informationsveranstaltungen hatten Anwohner ihre Sorgen deutlich gemacht. Die Stadt Hannover setzt mit dem neuen Projekt auf einen Ansatz, der soziale Unterstützung, Gesundheitsversorgung und Konfliktvermeidung miteinander verbindet.
Ob die Anwesenheit der Sozialarbeiter an neun Stunden pro Woche tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung der Situation führt, bleibt abzuwarten. Entscheidend dürfte sein, ob neben der Hilfe für suchtkranke Menschen auch die Probleme und Beschwerden der Anwohner wirksam aufgegriffen werden.
Hintergrund:

