Falsch gestellte Weiche verursachte schweren Stadtbahnunfall am Allerweg

Stadtbahnunfall am Allerweg
Beschädigter Hochbahnsteig nach Stadtbahnunfall am Allerweg

Die Ursache für den schweren Stadtbahnunfall am Allerweg ist offenbar gefunden. Nach Angaben der Üstra führte eine falsch gestellte Weiche dazu, dass zwei Stadtbahnen am 28. Mai in der Ritter-Brüning-Straße (Linden-Süd) kollidierten. Sieben Menschen wurden verletzt, zwei Stadtbahnen erheblich beschädigt und auch der Hochbahnsteig Allerweg schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Gegen 12 Uhr hatte die Stadtbahn der Linie 3 auf ihrem Weg von Wettbergen nach Altwarmbüchen zunächst regulär an der Haltestelle Allerweg gehalten. Anschließend sollte der Zug seine Fahrt geradeaus über die Legionsbrücke in Richtung Waterloo fortsetzen. Stattdessen wurde die Bahn auf einer Weiche zur Auestraße nach links geleitet. Dort kollidierte der grüne Stadtbahnzug vom Typ TW 6000 seitlich mit dem zweiten Wagen einer entgegenkommenden Stadtbahn der Linie 13 vom Typ TW 2500 („Silberpfeil“), die in Richtung Hemmingen unterwegs war.

Beide Stadtbahnen entgleisten

Durch den heftigen Zusammenstoß entgleisten beide Fahrzeuge. Der „Silberpfeil“ prallte zusätzlich gegen den Hochbahnsteig Allerweg und beschädigte diesen erheblich. Nach Angaben der Infra wurden die Bahnsteigkante und die ersten beiden Platten des Hochbahnsteigs auf einer Länge von rund fünf Metern zerstört.

Die Feuerwehr musste zahlreiche Fahrgäste aus den Fahrzeugen begleiten. Nach Angaben der Polizei wurden sieben Personen im Alter zwischen 15 und 87 Jahren verletzt. Sechs von ihnen mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden.

Üstra wertet weiterhin Daten aus

Zur genauen Unfallursache laufen die Ermittlungen weiterhin. Üstra-Sprecher Heiko Rehberg erklärte auf Nachfrage von Punkt-Linden:

„Bisher steht fest, dass eine falsch gestellte Weiche den Zusammenstoß ausgelöst hat. Für weitere Erkenntnisse werden alle wichtigen Daten durch Üstra und Polizei noch ausgewertet. Auch ein Gespräch mit dem Stadtbahnfahrer der Linie 3, der noch krankgeschrieben ist, steht noch aus.“

Damit bleibt weiterhin offen, warum die Weiche falschgestellt war und ob möglicherweise technische Probleme oder menschliches Versagen eine Rolle gespielt haben.

Hoher Sachschaden entstanden

Wie hoch der Gesamtschaden genau ausfällt, lässt sich derzeit bisher nicht beziffern. Nach Angaben der Üstra ist jedoch von einem hohen sechsstelligen Betrag auszugehen.

Schadensbereich Aktueller Stand
Stadtbahn TW 6000 (Linie 3) Erheblich beschädigt
Stadtbahn TW 2500 (Linie 13) Erheblich beschädigt
Hochbahnsteig Allerweg Auf rund fünf Metern zerstört
Geschätzter Gesamtschaden Hoher sechsstelliger Betrag

Ob die beiden beteiligten Stadtbahnen repariert werden können, ist derzeit noch unklar. Eine abschließende Bewertung der Schäden steht nach Angaben der Üstra noch aus.

Beschädigte Bahnen mit Kran geborgen

Die Bergung der Fahrzeuge gestaltete sich aufwendig. Mithilfe eines Krans wurden die entgleisten Stadtbahnen wieder auf die Gleise gesetzt. Anschließend konnten sie über das Schienennetz in den Betriebshof Glocksee transportiert werden.

Hochbahnsteig vorläufig repariert

Für Fahrgäste gibt es inzwischen zumindest teilweise Entwarnung. Der beschädigte Hochbahnsteig Allerweg wurde bereits provisorisch instand gesetzt. Die Stadtbahnen verkehren dort wieder planmäßig. Allerdings können die Linien derzeit nur mit Zwei-Wagen-Zügen fahren. Die endgültige Reparatur verzögert sich, weil die benötigten Natursteinplatten eine Lieferzeit von etwa sechs Wochen haben.

Infra-Sprecher Jens Hauschke erklärte dazu, dass nach Eintreffen der Steine geprüft werde, wann der endgültige Einbau erfolgen kann.

Bildnachweis: Stefan Ebers

1 Kommentar zu „Falsch gestellte Weiche verursachte schweren Stadtbahnunfall am Allerweg“

  1. Alles schon bekannt und nichts Neues ist dazu gekommen.
    Wer stellt denn die Weiche eigentlich?
    Fahrer, Leitstelle oder die Bahn selbst?

    Antworten

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    Wer stellt denn die Weiche eigentlich?
    Fahrer, Leitstelle oder die Bahn selbst?

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